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Ziemlich hellhörig: Neue App erkennt Ohrenentzündung bei Kindern

Mit der neuen App können Eltern die Ohren ihrer Kinder zu Hause selbst untersuchen.
Mit der neuen App können Eltern die Ohren ihrer Kinder zu Hause selbst untersuchen.

Eine Ohrenentzündung gehört zu den besonders häufigen – und unangenehmen – Erkrankungen bei kleinen Kindern, macht in der Regel den Gang zum Arzt nötig. Mithilfe einer neuen App sollen Eltern bald zu Hause testen können, ob sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell ihrer Kinder angesammelt hat.

Zugegeben: Flüssigkeit hinter dem Trommelfell ist nicht gleichbedeutend mit einer Ohrenentzündung. Sie weist aber darauf hin, dass der Gang zum Arzt sinnvoll ist. Mit einer neuen, noch namenlosen App sollen Eltern die Ohren ihrer Kinder selbst überprüfen können.

Smartphone und Papier sind alles, was Eltern brauchen

Die von Wissenschaftlern der University of Washington entwickelte Anwendung soll denkbar einfach in der Benutzung und trotzdem ziemlich smart sein. Wie das Forscherteam im Magazin Science Translational Medicine erklärt, benötigen Eltern lediglich ihr Smartphone und ein Stück Papier, um die Ohren ihrer Kinder zu untersuchen.

Das Papier wird demnach zu einem kleinen Trichter zusammengedreht und mit der breiten Öffnung über den Lautsprecher- und Mikrofonbereich des Handys gestülpt. Das spitze Ende kommt ins Ohr. Die App sendet daraufhin "Tschirpgeräusche" im Frequenzbereich zwischen ein und vier Kilohertz aus. Aus dem vom Trommelfell zurückgeworfenen Echo schließt der lernfähige Algorithmus der App, ob sich Flüssigkeit im Ohr angesammelt hat.

App erkennt Anzeichen auf Ohrenentzündung sehr genau

In klinischen Tests an 98 Patienten des Seattle Children's Hospital hat die App Flüssigkeit mit einer Trefferquote von 85 Prozent erkannt, was dem Bericht der Wissenschaftler zufolge in etwa der Genauigkeit von medizinischen Tests entspricht.

Ein vielversprechendes Ergebnis und der Grund, weshalb die Forscher eine eigene Firma gegründet haben, um ihre Entwicklung zu vermarkten. Das Team hofft Digital Trends zufolge, bis Ende des Jahres die Zertifizierung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA zu erhalten. Dann wäre der Weg zur Veröffentlichung der App frei.

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