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Kochen mit Induktionsgeschirr: Die wichtigsten Fragen beantwortet

Für den Induktionsherd wird das passende Kochgeschirr benötigt.

Spätestens wenn der alte Küchenherd den Geist aufgibt, schaffen sich viele Menschen einen neuen mit Induktionsherdplatte an. Kein Wunder, bietet diese Technologie doch einige Vorteile, so ist sie etwa bei einem geringen Energieverbrauch besonders schnell und sicher. Hier erfährst Du, wie Induktion funktioniert und welches Geschirr Du für das Kochen damit brauchst.

Mit dem Kauf des passenden Herdes ist es nicht getan. Nur mit dem richtigen Induktionsgeschirr kann die Herdplatte verwendet werden. Was es hierbei zu beachten gibt, erfährst Du in unserem Ratgeber.

Einfach erklärt: Wie funktioniert Induktion?

Um herauszufinden, welches Geschirr für Induktion geeignet ist, hilft ein Verständnis der Funktionsweise solcher Herde. Was Induktion (abgeleitet von dem lateinischen "inducere" = "hineinführen") bedeutet und wie sie funktioniert, ist schnell erklärt. Zwar sieht ein Induktionskochfeld aus wie die Herdplatte eines normalen Elektroherds mit Ceranfeld ...

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Von außen unterscheidet sich der Induktionsherd kaum von einem regulären Elektroherd mit Glaskeramikplatte.

... doch im Gegensatz zu diesem wird es nicht mit Wärmestrahlung betrieben. Stattdessen sitzen bei Induktionsherden unter der Glaskeramikplatte flache Kupferspulen. Fließt Strom durch diese Spulen, wird ein niederfrequentes Magnetfeld erzeugt, das Wirbelströme im Topfboden auslöst. Durch diesen Prozess wird der Kochbehälter aufgeheizt, wie Stiftung Warentest schreibt. Die Platte selbst bleibt vergleichsweise kühl.

Induktionsgeschirr: Welche Pfannen und Töpfe sind geeignet?

Damit die Induktion funktioniert, muss das passende Kochgeschirr benutzt werden. Das kann mitunter bedeuten, dass nach dem Kauf eines Induktionsherdes neue Kochtöpfe, Pfannen, Espresso- und selbst Wasserkocher angeschafft werden müssen – aber nicht zwangsläufig. Entscheidend dafür, ob Bratpfanne, Kochtopf und Co. für den Einsatz am Induktionsherd geeignet sind, ist nämlich die Beschaffenheit des Bodens. Hat dieser ferromagnetische Eigenschaften, ist also magnetisch, kann das Gefäß verwendet werden. Egal, ob es sich um eine Fischpfanne, einen Flötenkessel oder ein anderes Kochgeschirr handelt.

WMF Perfect Pro Schnellkochtopf fullscreen
Nicht jeder Kochtopf ist mit einem Induktionsherd kompatibel. Dieser Schnellkochtopf von WMF ist es aber.

Diese magnetischen Fähigkeiten bringen Gusseisen, Stahl (auch emailliert) und Metall mit. Kochgeschirr aus diesen Materialien kann also für den Induktionsherd verwendet werden. Im Gegensatz dazu ist Geschirr aus Kupfer, Edelstahl und Aluminium wegen seines geringen elektrischen Widerstands nicht geeignet. Doch es gibt Ausnahmen: zum Beispiel speziell für die Induktion hergestellte Edelstahltöpfe.

Für Induktion geeignet Nicht für Induktion geeignet
+ Gusseisen

+ Stahl (auch emailliert)

+ Metall

- Aluminium

- Edelstahl (mit Ausnahmen)

- Kupfer

Was bedeutet das Wendel-Symbol?

Inzwischen werden neue Produkte, die für die Induktion geeignet sind, speziell gekennzeichnet. Dazu dient vor allem das Wendel-Symbol. Es befindet sich als Piktogramm auf Verpackung und/oder dem Boden des Kochgeschirrs und zeigt die stilisierte Drahtwendel einer Spule. Das Zeichen erinnert an mehrere kleingeschriebene "L"s.

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Das Wendel-Symbol markiert für Induktionsherde geeignetes Kochgeschirr – aber nicht alle kompatiblen Gefäße tragen das Symbol.

Das richtige Material? So machst Du den Test

Bist Du Dir bei Deinem älteren Kochgeschirr nicht sicher, aus welchem Material es besteht und ob es für die Induktion geeignet ist, kann ein einfacher Test Aufschluss geben. Halte dazu einen Magneten an den Boden des Topfes. Wird dieser angezogen, ist das Kochgeschirr magnetisch und Du kannst bedenkenlos mit dem Topf kochen. Wer sich fragt, ob spezielles Induktionsgeschirr auch für den normalen Herd geeignet ist, kann übrigens beruhigt sein. Du kannst es zusätzlich für Kochfelder nutzen, die nicht über Induktion betrieben werden.

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Durch einen Stahlkern in ihrem Inneren sind diese Töpfe von Silit auch für den Induktionsherd geeignet.

Ebenso wichtig wie das richtige Material ist ein ebener Boden. So mag ein alter Gusseisentopf zwar prinzipiell gut für die Induktion geeignet sein. Wenn der Boden jedoch nicht ganz eben ist und er damit nicht richtig auf dem Ceranfeld aufliegt, können laut dem Bundesamt für Strahlenschutz vermehrt Streufelder in der Umgebung des Herdes entstehen. Ihr Auftreten ist bei der Nutzung von Induktionsherden normal und innerhalb der Grenzwerte unbedenklich. Man sollte ihr Vorkommen jedoch nicht durch die Benutzung unpassenden Kochgeschirrs unnötig erhöhen. Ein weiterer unerwünschter Nebeneffekt bei der Nutzung unebener Töpfe: Es können Störgeräusche während des Kochens auftreten.

Im Turbogang: Was ist beim Kochen mit Induktion zu beachten?

Besitzer eines Induktionsherdes dürfen sich freuen, dass dieser schneller kocht als die Konkurrenz. Das Kochfeld reagiert beim Einschalten so direkt wie ein Gaskocher, erhitzt Speisen aber sehr viel flotter als dieser oder etwa ein Elektroherd. Laut Stiftung Warentest benötigt ein Induktionsfeld nur fünf bis acht Minuten, um eineinhalb Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Induktionsgeräte mit einer Boosterfunktion schaffen das sogar noch schneller. Zum Vergleich: Ein normaler Herd mit Strahlungsheizung braucht für diese Aufgabe circa neun Minuten.

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Wer mehrere Gerichte gleichzeitig kocht, muss sich beim Kochen mit dem Induktionsherd sputen.

Dass sich durch Induktion die Kochzeiten verkürzen, dürften die meisten begrüßen. Doch die Zeitersparnis hat auch Einfluss auf den Kochvorgang. Nebenbei noch Gemüse schnippeln, während das Öl in der Pfanne warm wird, ist wenig ratsam. Da sich das Kochgeschirr so schnell erwärmt, ist etwas Eile geboten. Die Zutaten sollten daher möglichst fertig geschnitten bereitstehen, sobald die Herdplatte angeschaltet wird. Das kann zu Beginn eine Umstellung bedeuten. Und diese macht sich zudem positiv auf der Stromrechnung bemerkbar, wenn auch nicht allzu üppig. Das Induktionsfeld spart laut Stiftung Warentest im Vergleich zu Elektroherdplatten etwa ein Fünftel an Stromkosten ein.

Flexible Kochfelder machen das Kochen intuitiver

Induktionsherde sind jedoch nicht nur schnell, sondern auch flexibel. So bieten Geräte mit Flächeninduktion die Möglichkeit, mehrere Kochzonen gleichzeitig zu nutzen. Sensoren in der Mitte der Spulen erkennen nämlich die Größe von Töpfen, Brätern und Co. und aktivieren passend große Gebiete auf dem Kochfeld. Miele bietet sogar Kochherde mit Vollflächeninduktion an, bei denen das Kochgeschirr ganz beliebig auf dem Ceranfeld platziert werden kann.

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Vollflächeninduktion, wie sie die Kochfelder von Miele bieten, ist im Kommen.

Doch selbst, wenn der Induktionsherd noch klassisch nach Kochfeldern aufgeteilt ist, bietet er Vorteile. So reicht es durch seine innovative Technologie auch, wenn Töpfe nur zwei Drittel der Kochzone bedecken, ohne dass Energieverlust droht. Diese Zonen können übrigens ebenso rechteckig ausfallen, was praktisch für den Einsatz von Brätern und anderem Großgeschirr auf der Induktionsherdplatte ist.

Keine verbrannten Hände: Das Induktionsfeld ist sofort kühl

Auch in puncto Sicherheit ist das Kochen mit Induktion von Vorteil. Da sich nur das Kochgeschirr erwärmt, ist die Herdplatte fast sofort kalt, sobald es von dieser entfernt wird. Lediglich etwas Restwärme, die vom Topf an die Platte abgegeben wurde, bleibt zurück. Aus diesem Grund wird das Kochen mit Induktion auch als "kaltes Kochen" bezeichnet. Im Gegensatz dazu strahlt eine herkömmliche Herdplatte noch bis zu 20 Minuten verbliebene Wärme aus, wie der Bayerische Rundfunk im Rahmen der Sendung Bayern 1-Umweltkommissar festhält.

Induktionsgeschirr bestellen

Dieser Umstand kann maßgeblich zur Sicherheit im Haushalt beitragen. Auch wenn Du mal vergessen hast, den Induktionsherd auszuschalten: Solange kein Topf auf dem Ceranfeld steht, wird keine Hitze abgegeben. Es ist also relativ unwahrscheinlich, dass sich etwa Kleinkinder an dem Kochfeld ihre Hände verbrennen. Die meisten Induktionskochfelder geben zudem ein Warnsignal ab, wenn sich auf der eingeschalteten Platte kein Kochgeschirr befindet. 

Zusammenfassung

  • Bei Induktion werden Magnetfelder erzeugt, die Wirbelströme im Topfboden auslösen und ihn so erwärmen.
  • Die Technik ist nur mit Kochgeschirr mit einem magnetisierbaren Boden nutzbar.
  • Töpfe aus Gusseisen, Stahl und Metall sind in der Regel geeignet.
  • Aluminium, Edelstahl und Kupfer nicht.
  • Induktionsgeeignetes Geschirr kann am Wendel-Symbol erkannt werden, aber auch magnetisches Geschirr ohne das Symbol lässt sich nutzen.
  • Selbsttest: Wenn sich Topfboden und Magnet anziehen, ist der Topf für die Induktion zu gebrauchen.
  • Induktionsherde kochen schneller als Gas- und Elektroherd.
  • Sie sparen Stromkosten.
  • Durch flexible Kochfelder ist der Induktionsherd individuell nutzbar.
  • Er bietet Sicherheit, da nur der Topf, nicht aber der Herd erhitzt wird.
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