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Die Heizung im Smart Home: 5 Systeme im Vergleich

Energie sparen und trotzdem eine mollig-warme Wohnung haben – das geht im Smart Home mit einer Heizungssteuerung via App ganz vollautomatisch und komfortabel. Wir stellen fünf bekannte Systeme im Vergleich vor.

Text von Kai Lewendoski

Die mobile Heizungssteuerung ist der im Moment am meisten verbreitete Nutzen für Smart Home. Viele Wohnungsbesitzer kaufen sich ein System, um langfristig Geld zu sparen und den Komfort zu steigern. Man installiert entweder ein zentrales Thermostat oder aber einen Regler pro Heizkörper.

Die Geräte werden mit vielen Adaptern ausgeliefert, um an jeden Heizkörper zu passen. Wer seine Wohnung mit einer intelligenten Heizungssteuerung ausrüsten will, greift am besten zu einem entsprechenden Einsteigerpaket. Bei den folgenden drei Beispielen ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei.

Schnell und günstig: eQ3 Max!

Das eQ3-Max!-System wird per PC-App programmiert. In den neuen Version geht das jetzt auch komplett per Smartphone. fullscreen
Das eQ3-Max!-System wird per PC-App programmiert. In den neuen Versionen geht das auch komplett per Smartphone.

Das Max!-System des Smart-Home-Marktführers eQ3 zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass es sich leicht installieren und auch schnell wieder abbauen lässt. Daher eignet es sich gerade für den Einsatz in Mietwohnungen: Du brauchst nur die vorhandenen Thermostate an den Heizkörpern durch die Max!-Geräte ersetzen. An Werkzeug reicht meist schon ein Schraubenzieher, Wasser muss nicht abgelassen werden. Tipp: Manchmal ist der Regel-Dorn im Gerät etwas kurz. Hier hilft eine Cent-Münze, um den Abstand zu überbrücken. Die Stromversorgung der Regler erfolgt über langlebige Batterien, die mitgeliefert werden. Ein Batteriesatz reicht locker für ein bis zwei Jahre.

Um das System per App aus der Ferne steuern zu können, wird natürlich ein Internet-Anschluss und der Max! Cube benötigt. Dessen Konfiguration ist gelegentlich etwas tricky, aber die Anleitung hilft. Nach der Anmeldung der einzelnen Regler kann noch der Fensterkontakt angebaut und beim System  angemeldet werden. Dieser dient dazu, die Thermostate beim wichtigen Stoßlüften herunterzuregeln.

Dann wird am PC der Wochenplan entweder mit dem Programm des Herstellers zusammengebastelt, oder aber mit der alternativen Software Max Buddy. Diese hat den Vorteil, dass sich per Mausklick wechselbare Profile erstellen lassen. Außerdem kann man die Ist-Temperaturen der Thermostate ablesen. Mit der Hersteller-Software geht das nicht. Dann nur noch die App runterladen und dem mobilen Heizen steht nichts mehr im Weg.

Für wie viele Thermostate man sich entscheidet und ob man Fensterkontakte braucht, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Tipp: Zum Start reichen ein Cube und je ein Thermostat pro Heizkörper in Wohnräumen und im Bad. Ein kleiner Nachteil des Systems soll nicht verschwiegen werden: Andere Geräte wie etwa Rauchmelder oder Bewegungssensoren lassen sich nicht integrieren.

Simpel und stylish: tado

Wer es noch einfacher haben will und keinen Wert auf eine Einzelsteuerung von Heizkörpern legt, für den ist eine Lösung geeignet, wie sie Tado anbietet. Das System ist selbstlernend – es versucht also den Lebensrhythmus der Bewohner einer Wohnung oder eines Hauses zu erkennen und zu lernen. Dabei stützt es sich auf die Ortungs-Daten, die von den tado-Apps auf Smartphones gesendet werden: Sobald man in die Nähe des Hauses kommt, wird eingeheizt. Wer kein Smartphone mit App hat, den kann Tado auch nicht erkennen.

Zusätzlich wertet das Produkt den Wetterbericht aus und versucht, sich an spezielle Charakteristiken der Wohnung und des Hauses anzupassen. Aber Achtung: Tado funktioniert nur, wenn man in seiner Wohnung ein zentrales Thermostat hat, das etwa eine Gastherme steuert. Mit Zentralheizungen oder Fernwärme geht's nicht.

Für den Einbau des intelligenten Thermostats werden sehr detaillierte und fundierte Anleitungen mitgeliefert. In der Regel können somit auch Laien das Gerät installieren – sofern sie es schaffen, ein Loch in die Wand zu bohren. Ist das System einmal installiert, arbeitet es quasi von alleine und braucht keine besondere Aufmerksamkeit oder Wartung. Steuern und auswerten lässt sich alles per App – und die ist ja auch wichtig, um die Position der Bewohner zu registrieren. Läuft alles rund, soll man mit dem System über 30 Prozent der Kosten einsparen können. Weiterer Pluspunkt: Thermostat und App sehen auch noch gut aus und unterstützen ein umweltfreundliches und sparsames Heizverhalten.

Komfortabel: Honeywell Evohome

Honeywell Evohome wird nicht nur per app, sondren auch mit einem speziellen Bedienbildschirm gesteuert. fullscreen
Honeywell Evohome wird nicht nur per App, sondern auch mit einem speziellen Bedienbildschirm gesteuert.

Ein sehr komplettes und komfortables System kommt vom US-Konzern Honeywell: Evohome. In Sachen Wärmeregelung lässt Evohome keine Wünsche offen – denn das System bietet unter anderem einen speziellen Bedien-Bildschirm, ein Wand-Thermostat und auch Regler für Heizkörper sowie einen Gateway zur Anbindung ans Internet. Die einzelnen Komponenten des Evohome-Systems sehen gut aus und passen in jede Einrichtung.

Zugegeben: Dieses Rundumsorglospaket hat auch seinen Preis, denn Evohome ist nicht das billigste System auf dem Markt. Dafür bietet es aber eine Menge Komfort aus einem Guss. Vor allem die Steuerung ist sehr ausgereift: Dank der Verwendung von Profilen und diversen Zonen bietet das System viele Möglichkeiten, sich auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Anders als günstige Heizungs-Systeme hat Evohome auch einen Regler für eine Fußbodenheizung, was für viele moderne Wohnungen ein absoluter Pluspunkt ist. Wer allerdings den Regler in die Fußbodenheizung einbauen will, sollte einen Fachmann engagieren, da man ans Stromnetz ran muss.

Elgato Eve: HomeKit-kompatibles Thermostat

Elgato Eve ist dank Unterstützung von HomeKit besonders für Apple-Nutzer interessant: Das smarte Herzkörperthermostat kann so bequem über Apples Home-App und Sprachassistent Siri gesteuert werden. Möchtest Du die Heizung nicht manuell steuern, kannst Du auch bequem Zeitpläne definieren. Somit ist die Wohnung bereits beim Betreten angenehm geheizt. Und wenn Du das Haus verlässt, wird die Heizung heruntergefahren.

Möchtest Du keinen starren Zeitplan einstellen, kannst Du das smarte Thermostat auch so definieren, dass die Temperatur automatisch abgesenkt wird, wenn alle Bewohner die Wohnung verlassen haben. Im Gegenzug wird die Temperatur erhöht, sobald die erste Person die Wohnung betritt. Und: Falls Du die Heizung einmal nicht über die App oder per Sprache steuern möchtest, kannst Du die Temperatur auch direkt über das Thermostat-Display verändern.

Netatmo Thermostat: Schicke Hardware kombiniert mit klugen Features

Die Smart-Home-Geräte von Netatmo punkten nicht nur mit schicker Optik, sondern vor allem mit klugen Features, die das Leben im Smart Home leichter machen. Das zeigt sich bereits beim Einrichten des Zeitplans: Hier muss lediglich auf fünf Fragen geantwortet werden, damit das System, basierend auf Gewohnheiten und persönlichem Lebensstil, einen individuellen Heizplan erstellt.

Wer sich für ein Thermostat von Netatmo entscheidet, profitiert von weiteren intelligenten Features: Die Isolierung des Hauses und die Außentemperatur wird mithilfe von Auto-Adapt berücksichtigt, um den optimalen Einschaltzeitpunkt für die Heizung zu ermitteln. Und: Gibt es einmal Probleme mit der Heizung oder die Batterie geht zur Neige, wird Dich die Auto-Care-Funktion des Geräts darüber informieren.

Netatmo ist mit Apple HomeKit kompatibel und unterstützt auch Amazon Alexa sowie den Google Assistant.

Blick auf die Heiz-Therme lohnt

Unter Umständen lohnt auch ein Blick auf eine bereits eingebaute Heiz-Therme: Manche Hersteller wie etwa Buderus bauen in ihre Geräte seit einiger Zeit Vorrichtungen ein, um eine Regelung per App aufzurüsten. Vorteil: Man benötigt keine neue Anlage eines anderen Herstellers. Es reicht völlig aus, sich einfach die vorhandene App aus dem jeweiligen App-Store herunterzuladen.

Fazit: Für welches System man sich auch entscheidet, eine smarte Heizungssteuerung per App ist praktisch und spart Energie. Man kann die Temperatur der Wohnung von unterwegs rauf- oder runterregeln oder sich komplett auf Automatik und selbstlernende Systeme verlassen. Die Erfahrung zeigt: Wer sich einmal an ein derartiges System gewöhnt hat, will nicht mehr ohne leben und wohnen.

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