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Bosch SmartGrow 6 im Test: Indoor-Kräutergarten für Gieß-Muffel

Bosch SmartGrow Teaser
Ein kleiner Kräuter-Dschungel auf dem Bürotisch: Der Bosch SmartGrow macht auch optisch etwas her!

Seit der Bosch SmartGrow auf meinem Bürotisch steht, kursieren unter meinen Kollegen die absurdesten Vermutungen. Um was könnte es sich bei dem UFO-ähnlichen Gerät handeln? Eine Fritteuse? Ein Eierkocher? Eine UV-Lampe für künstliche Fingernägel? Die Lösung: SmartGrow ist ein Indoor-Garten-System, mit dem sich Küchenkräuter ziehen lassen. Klar, dass ich mit meinem nicht vorhandenen grünen Daumen das testen musste.

Ich gebe zu: Als Pflanzen-Mutti bin ich eine Katastrophe. Zimmerpflanzen und Küchenkräuter gehen bei mir praktisch ein, sobald ich sie nur angucke. Entweder ich meine es mit der Bewässerung allzu gut oder ich vergesse das Gießen komplett. Und welche Pflanze wie viel Licht braucht, war für mich immer ein Buch mit sieben Siegeln. Dennoch hat der neue Bosch SmartGrow selbst mir ein Erfolgserlebnis beschert, wenn es auch zunächst einige Anlaufschwierigkeiten zu überwinden galt.

Der Lieferumfang: Was drin ist – und was nicht

Den SmartGrow gibt es in zwei Größen. Die kleine Variante hat Platz für drei Samenkapseln, im größeren Gerät lassen sich sechs Samenkapseln gleichzeitig pflanzen. Ich habe die größere Ausgabe SmartGrow 6 getestet.

Zur gelieferten Ausstattung gehören eine Schüssel, in die später ein Wasser-Nährstoff-Mix gefüllt wird, eine Pumpe und der Bewässerungseinsatz samt Aufsatz für die Pflanzen. Hinzu kommen eine Lichthaube sowie zwei Höhen-Module, mit denen sich das Lichtsystem an die Größe der Pflanzen anpassen lässt.

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Der SmartGrow 6 sieht wie eine Mischung aus Eierkocher und Salatschüssel aus.

Für den SmartGrow bietet Bosch mehr als 50 Sorten von Samenkapseln des Anbieters Plantui an, aus denen sich Kräuter, Salate und essbare Blüten ebenso ziehen lassen wie Cocktailtomaten und Chili. Der Haken: Die Samenkapseln müssen extra gekauft werden. Aktionsweise gibt es eine (SmartGrow 3) beziehungsweise drei Samenkapselboxen (SmartGRow 6) mit je drei Kapseln beim Kauf eines Geräts gratis dazu. Jede weitere Kapselbox kostet allerdings rund zehn Euro.

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Die praktischen Samenkapseln im Dreierpack samt passender Nährstoff-Mischung sind leider nicht gerade günstig.

Die Tücken des Aufbaus

Der eigentliche Aufbau forderte etwas mehr Zeit als gedacht. Das was allerdings eher dem teils sehr kleinen Zubehör geschuldet als der Einrichtung an sich. Zu zweit haben wir nach Kleinteilen wie dem Löffel für die Nährstoffmischung (der an einen der gleichfarbigen Aufsätze geklebt war) und dem nicht näher beschriebenen "Lock-System" gesucht, das Pumpe und Bewässerungsaufsatz fest verbinden soll.

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DAS ist übrigens das Lock-System. Für alle, die die kleinen Schlösser ebenfalls nicht auf Anhieb finden.

Bei dem anschließenden Versuch, den oberen Teil noch einmal abzunehmen, fiel das ganze Gerät wieder auseinander, weil sich das Lock-System gelöst hatte. Letztlich haben wir es doch hinbekommen: Der SmartGrow war einsatzbereit und wurde umgehend mit Basilikum und Pak Choi bepflanzt.

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Beim Bepflanzen des SmartGrow muss man sich nicht die Hände schmutzig machen.

Im Anschluss kommt das Beleuchtungselement obendrauf, und der Garten wird an den Strom angeschlossen. Dabei fällt ein Manko auf: Es gibt keine Führung für das Stromkabel, es liegt einfach zwischen den Pflanzen obenauf. Das hätte sicherlich eleganter gelöst werden können.

Bosch SmartGrow Stromkabelfullscreen
Beim sonst so ausgeklügelten Design des SmartGrow sticht das freiliegende Kabel ins Auge.

Was macht es? Es leuchtet blau. Und lila.

Kaum ist der SmartGrow angeschlossen, leuchtet er lila auf und startet die automatische Bewässerung. Fortan bekommen die Pflanzen 16 Stunden am Tag bläuliches Licht im Wechsel mit acht Stunden Ruhemodus. Einmal am Tag pumpt das Gerät zudem Wasser in den Pflanzaufsatz. Zur Vorwarnung: Die Pumpe ist nicht gerade leise. In der Redaktion rief das plötzliche Brummen mehr als einmal irritierte Blicke hervor. Ist der Tank leer, blinkt die LED-Beleuchtung.

Hilfreiche Tipps zur Pflanzenaufzucht und zur Bedienung des SmartGrow liefert die kostenlose Smartphone-App. Dort kann der Nutzer auch eingeben, wann er welche Kapseln gepflanzt hat. Die App zeigt dann die verbleibenden Tage bis zur Ernte an. Etwas verwirrend: Trotz seines Namens ist der SmartGrow nicht wirklich smart. Das Gerät lässt sich nicht über die App steuern und liefert auch keine Echtzeitdaten zum Wachstum.

Wiederum praktisch: der Urlaubsmodus. Bevor dieser aktiviert wird, sollte die Wasser-Nährstofflösung aufgefüllt sein. Anschließend legt man beim SmartGrow 6 zehn Sekunden lang die Hand oben auf das Lichtelement, bis das Licht lila aufleuchtet. Der Urlaubsmodus reduziert die Licht- und Wasserversorgung so weit, dass die Pflanzen zwei Wochen versorgt sind – ohne, dass irgendwer zum Gießen vorbeischauen muss.

Es grünt so grün

Der Erfolg stellte sich bereits nach drei Tagen ein: Die ersten Sprosse waren zu sehen! Bis die Pflanzen erntereif sind, braucht es jedoch etwas Geduld: Der Pak Choi benötigte etwa fünf Wochen zum Wachsen, unser Basilikum war nach etwa sechs Wochen bereit zur Ernte. Wer Cocktailtomaten anbauen will, muss sogar mit über drei Monaten Wachstumszeit rechnen.

Die Ernte fiel unterschiedlich aus: Während der Pak Choi geradezu unaufhaltsam vor sich hin wucherte und recht üppig ausfiel, blieb der Basilikum eher klein. Die Gesamtausbeute fiel letztlich eher gering aus: Der Pak Choi reichte gerade so als Bestandteil einer Mahlzeit für zwei Personen.

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Im Vergleich zum Pak Choi wirkt der Basilikum etwas kümmerlich, duftete dafür umso besser.
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Der Pak Choi konnte sich sehen lassen!
Bosch SmartGrow Pflanzen Höhe
Bosch SmartGrow Pak Choi Größe

Fazit: Knackiges Ergebnis zum happigen Preis

Der automatisierte Indoor-Kräutergarten hat mir die Pflanzenpflege im Alltag größtenteils abgenommen, das Ergebnis meines Tests konnte sich trotz geringer Ausbeute sehen lassen – und schmecken. Für mich allein reicht das. Einzig ein paar kleinere Tücken beim Aufbau und das Preisschild in Höhe von rund 250 Euro liegen etwas schwer im Magen. Wer seine Gerichte mit etwas Frischem aus dem Selbstanbau aufpeppen möchte, aber keinen Balkon oder Garten hat, könnte dennoch auf den Geschmack kommen.

Bosch SmartGrow
Bosch SmartGrow
  • Datenblatt
  • Gerätetyp
    Indoor Gardening Lösung
  • Farben
    Weiß
  • Lieferumfang
    hydroponisches Indoor Gardening Gerät mit automatischem Bewässerungs- und Lichtsystem, 3 verschiedene Kapselboxen (pro Box je 3 Samenkapseln)
TURN ON Score:
3,5von 5
  • Design
    5,0
  • Handling
    4,0
  • Preis-Leistung
    2,5
  • Ausstattung
    3,0
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