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Entspannt mit Calm, Headspace & 7Mind? 3 Meditations-Apps im Test

Meditation
Meditieren mit App? Das klappt erstaunlich gut.

Zu viel Stress ist auf Dauer ungesund, doch wie kommt unser Geist zur Ruhe? Meditations-Apps wie Calm, Headspace und 7Mind versprechen Hilfe. Ich habe die drei Anwendungen getestet: Ob ich zur Zen-Meisterin wurde oder die (virtuelle) Klangschale frustriert in die Ecke gepfeffert habe, erfahrt ihr im Folgenden.

Eine Info vorweg: Ich habe bislang nur in der Gruppe meditiert, was mal besser und mal schlechter geklappt hat. Meditations-Apps sind neu für mich. Es reizt mich jedoch, in der Abgeschiedenheit meiner eigenen vier Wände allein zu meditieren. Ich erhoffe mir, dass das den Druck beim Meditieren von mir nimmt und damit zu meiner Entspannung beiträgt.

Meine Wahl fällt auf Calm, Headspace und 7Mind, einige der beliebtesten Meditations-Apps in den App-Stores von Apple und Google. Die Anwendungen sind sowohl für iOS als auch Android verfügbar. Ich kann die Apps zwar kostenlos herunterladen, doch ich merke schnell, dass ich ohne Abo nicht weit komme. Wer via App meditieren möchte, muss etwas Geld in die Hand nehmen. Ich verwende die Apps im Probeabo, um sie richtig testen zu können.

Was ist Meditation?
Meditation ist eine spirituelle Technik, die Stress lösen, den Geist beruhigen und die Konzentration fördern soll. Es gibt unzählige Methoden. Am bekanntesten ist vermutlich die Stille-Meditation: Der Meditierende sitzt mit aufrechtem Rücken auf dem Boden oder Sitzkissen. Er konzentriert sich auf die Atmung und versucht, an nichts zu denken. 

Calm: Wie am Bergsee

  • Verfügbar für: iOS und Android
  • Download: kostenlos
  • Im Abo: 15,99 (monatlich), 35,99 (jährlich) oder einmalig 449,99 Euro

Calm ist die einzige App, die ich ohne Registrierung nutzen kann. Für mich ein klarer Pluspunkt, ich habe kaum noch einen Überblick über die unzähligen Accounts, die ich über die Jahre erstellt habe. Beim Starten der App setzen sofort beruhigende Wassergeräusche ein. Die Idee finde ich gut, aber beim Stöbern durch die Funktionen der Anwendung sind sie mitunter störend.

Als Hintergrundbild dient ein Foto von einem idyllischen See, umgeben von Bergen und Nadelwäldern. Das Design ist klar: back to nature. Die Funktionen in der Gratis-Version sind eingeschränkt: Die Einstiegsmeditationen in den Bereichen Anfänger, Schlaf, Stress, Glück und Ängsten sind kostenlos. Eine Schlafgeschichte ist ebenfalls mit drin. Alles darüber hinaus gibt es nur im Abo namens Calm Premium.

Also schalte ich die siebentägige Testversion frei und habe auf einmal Zugang zu mehr als hundert Meditationen. Diese kann ich nach Themen filtern wie "Innere Unruhe", "Schlaf", "Anfänger", "Selbstliebe" und "Stress". Um die Apps besser vergleichen zu können, mache ich den siebentätigen Grundlagenkurs "7 Tage Calm" und schnuppere in die anderen Angebote rein. Die sieben geführten Meditationen dauern je zwölf bis 15 Minuten. Eine überaus angenehme weibliche Erzählerstimme führt in die Grundlagen wie richtige Atmung, Konzentration und Fokussierung ein.

Nach einer etwa zweiminütigen Einführung an jedem Tag, in der der Schwerpunkt vorgestellt wird, beginnt die Übung selbst. Ich habe den Aufbau und die Umsetzung der Meditationen als sehr angenehm empfunden. Ich musste mich jedoch immer wieder ermahnen, mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, wenn meine Gedanken abschweiften oder ich nicht zur Ruhe gekommen bin. Der Weg ist das Ziel. Aber ich fühlte tatsächlich weniger Druck mit der Meditations-App als im Studio in der Gruppe.

Calm appfullscreen
Schon der Hintergrund ist ein Bild der Ruhe: die Calm-App.

Praktisch: Du kannst Dir innerhalb der App eine Erinnerung einstellen, damit Du Deine tägliche Meditation nicht verpasst. Wem der Eine-Wochen-Turnus gefällt, kann Meditationen wie "7 Tage für einen guten Schlaf" oder "7 Tage Selbstachtung" abschließen. Mir gefallen besonders die "snackable" Meditationen von zwei bis drei Minuten, die Du zwischendurch durchführen kannst. Es gibt sie zu verschiedenen Themen wie "richtig atmen" und "Freundlichkeit". Sie schenken einem einen ruhigen Moment, auch wenn die Zeit knapp ist.

Auf die Schlafstorys war ich besonders gespannt. Calm hat sich so prominente Vorleser wie Matthew McConaughey ("Dallas Buyers Club") und Jerome Flynn ("Game of Thrones") gesichert. Auch der legendäre US-Maler Bob Ross wurde in den Schlafgeschichten verewigt. Doch leider hatte ich nur Zugriff auf die deutschsprachigen Inhalte der App. Ich habe zwar im Netz gelesen, dass sich englischsprachige Inhalte freischalten lassen, den Punkt im Menü aber nicht finden können. Schade!

Calm appfullscreen
Die Schlafgeschichten werden teilweise von prominenten Darstellern erzählt.

Immerhin ist Mobys Album "Ambients 2", das er speziell für Calm als Einschlafhilfe geschrieben hat, im Bereich Musik zu finden. Für mich sind die Storys und Einschlafhilfen jedoch nichts. Die Musik und Geschichten halten mich eher wach, als dass sie das Gegenteil bewirken. Andere werden das jedoch anders empfinden. In einer Historie im Profil kannst Du Deinen Fortschritt verfolgen und Deine Stimmung via Stimmungscheck festhalten.

Headspace: Mit bunten Freunden

  • Verfügbar für: iOS und Android
  • Download: kostenlos
  • Im Abo: 12,99 (monatlich), 57,99 (jährlich)

Headspace unterscheidet sich schon optisch von Calm. Die Anwendung setzt auf lustige Comicfiguren, um für gute Laune zu sorgen. Das muss man mögen. Ich finde es niedlich. Hier ist erfreulich, dass ein Grundlagenkurs mit zehn Sitzungen ohne Abo enthalten ist. Die Sitzungen sind nur drei bis zehn Minuten lang, bieten aber einen guten Einstieg in die Materie. Zusätzlich gibt es einige Meditation zu den Themen Atmen, Entspannen und Wiedereinschlafen umsonst.

Nach dem Abschluss des einwöchigen, kostenlosen Probeabos stehen mir auch hier hunderte an Meditationen zur Verfügung. Und ähnlich wie bei Calm erschlägt mich das große Angebot zunächst etwas. Der Grundkurs ein guter Start in die App. Darüber hinaus gibt es Kurse zu fast allem, was das Herz begehrt: zu Geduld, Selbstachtung, Umgang mit Essen, mit Angst, Stress und Glück sowie vielem mehr. Einfach zu allem, was einen als Mensch so umtreibt. Die Kurse umfassen je nach Thema zehn bis 30 Sitzungen à zehn bis 20 Minuten. Als Einstieg gibt es meist ein Video mit den bunten Comicfiguren. Das finde ich sehr hilfreich. Heutzutage ist ja alles auf visuelle Reize ausgelegt. Bei der Meditation hat das natürlich keine Priorität, aber die Videoclips machen zumindest mir den Einstieg leichter.

Wobei 30 Sitzungen bei bestimmten Themen für mich fast zu umfangreich sind. Sie sind in die drei Blöcke Lernen, Üben und Meistern aufgeteilt. Die Ungeduldige in mir möchte die Themenblöcke jedoch gern schneller abschließen. Aber das ist Teil des Lernens: Ich muss geduldiger sein. Die Einzelmeditationen sind mehr nach meinem Geschmack: Sie sind meist nur wenige Minuten lang und bringen einen zwischendurch runter. Ich bin ein besonderer Fan des Bodyscans. Und vom Timer, den man auch für ungeführte Meditationen nutzen kann.

Headspace Appfullscreen
Drollig: Bei Headspace unterstützen niedliche Figuren beim Meditieren.

Schließlich gibt es bei Headspace den umfangreichen Reiter Schlaf. Für mich ist er nicht so relevant, da ich bis auf Ausnahmen eigentlich keine Probleme mit dem Einschlafen habe. Musik und Hörspiele helfen da nicht, sondern halten mich länger wach. Doch im Hinblick auf das umfangreiche Angebot von Headspace wünschte ich fast, ich wäre dafür zugänglicher. Es gibt Sleepcasts, ähnlich wie die Schlafstories bei Calm, die man nach männlichem und weiblichem Sprecher filtern kann.

Innerhalb der Storys kannst Du übrigens auf einem Regler einstellen, ob die Geräusche oder der Sprecher stärker betont werden (so etwas bräuchte ich am Fernseher). Dann gibt es noch diverse Entspannungsübungen zum Einschlafen, Klangwelten wie Platzregen und Froschgesang sowie Schlafmusik. Headspace erfasst Deine Meditationszeit und die abgeschlossenen Übungen im Profil.

7Mind: Keine Ablenkung

  • Verfügbar für: iOS und Android
  • Download: kostenlos
  • Im Abo: 11,99 (monatlich), 59,99 (jährlich) oder einmalig 149,99 Euro

7Mind ist von den drei Meditations-Apps am nüchternsten aufgebaut, was ich als angenehm empfinde. Wem Headspace und Calm zu unruhig sind, dem wird das reduzierte 7Mind-Design gefallen. Hier sind ebenfalls ein Basiskurs und eine Handvoll Einzelmeditationen ohne Abonnement verfügbar. Die Nutzer sollen aber natürlich auf den Geschmack kommen, ein Abo abzuschließen. Ich hatte jedoch Probleme herauszufinden, wie ich das Probeabo in der App abschließe.

Bei Calm und Headspace war der Button nicht zu übersehen. In der 7Mind-App bin ich ein bisschen verzweifelt, bis ich einen kostenpflichtigen Kurs gestartet habe und mir prompt die Abo-Optionen angezeigt wurden. Eigentlich einfach genug. Bedauerlich ist allerdings, dass es kein kostenloses einwöchiges Probeabo gibt. Es werden sofort Gebühren fällig. Das finde ich bei den zwei Konkurrenten besser gelöst. Dafür ist das Monats-Abo mit knapp 12 Euro etwas günstiger als bei Headspace und Calm.

Nach Abschluss des Abos gibt es hunderte Meditationen für den Nutzer. Sie werden zum großen Teil von Füh­rungs­kräfte-Coach Paul J. Kohtes gesprochen. Er hat an sich eine sehr angenehme Stimme, allerdings sind mir die Frauenstimmen aus Calm und Headspace lieber. Es gibt aber auch eine weibliche Stimme namens Dorothea bei 7Mind, die viele Kurse begleitet. Die Grundlagenkurse bestehen jeweils aus sieben Einheiten und dauern damit eine Woche an. Zusätzlich gibt es Kurse zu den Themen Gesundheit (Schlaf, Stress, Überlastung), Glück (innere Balance, Dankbarkeit, Gelassenheit) und Potentiale (Selbstvertrauen, Konzentration, Kreativität). Und einen kleinen Bereich zu den Themen Sport und Schule/Uni.

7Mind Appfullscreen
Hier lenkt nichts ab: die App 7Mind.

Auch hier mag ich besonders die Einzelmeditationen, die sich 7Minis nennen. Die zweiminütigen Meditationen sind für zwischendurch gedacht, was schon Titel wie "Am Morgen", "Vor dem Essen" und "Have a break" deutlich machen. 7Mind dokumentiert im Profil die meditierten Minuten, Anzahl der Sitzungen und wie viele Tage in Folge Du fleißig warst. Auf Wunsch können iPhone-Nutzer die Ergebnisse mit Apple Health verbinden.

Fazit: Letztlich eine Frage des Designs

Es ist letztlich Geschmackssache, inhaltlich machen alle drei Meditations-Apps einen guten Job. Ich konnte mit allen drei gut meditieren, und wenn es mal nicht klappte, lag das an mir, und in diesen Momenten konnte mir weder Calm noch Headspace oder 7Mind helfen. Soll heißen: Die Meditations-Apps vollbringen keine Wunder. Aber wenn man sich darauf einlässt, sorgen sie für etwas Entspannung im Alltag, und wenn es nur für zwei Minuten ist.

Mir persönlich hat Calm am meisten zugesagt. Zumindest leite ich das davon ab, dass ich die App am häufigsten benutzt habe. Sie ist stylisher, allerdings auch etwas unübersichtlicher als die anderen beiden Apps. Headspace ist da aufgeräumter, und ich bin einfach ein Fan der niedlichen Animationen. 7Mind schließlich ist die erwachsenste Meditations-App im Vergleich – ohne Spielereien. Das macht bei dem Inhalt Sinn, war mir aber etwas zu karg. Durchgehend werde ich wohl keine der Apps weiterhin benutzen. Aber ab und an gönne ich mir sicherlich in Zukunft mal ein Monatsabo der ein oder anderen Meditations-App.

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