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Garmin Vivomove Style im Test: So schön kann eine Smartwatch sein

Garmin Vivomove Style
Auf den ersten Blick schick, bei genauerem Hinsehen smart: die Garmin Vivomove Style.

Bei der Garmin Vivomove Style ist der Name Programm. Bei dieser Hybrid-Smartwatch steht nämlich ganz klar das Design im Vordergrund. Ob die Kombination aus analogem Äußeren und smarten Funktionen überzeugen kann? Das Fitness-Accessoire im Praxistest.

Gut getarnt: die Optik

Garmin Vivomove Style im Alltagstest fullscreen
Sieht nicht aus wie eine Smartwatch, ist aber eine!
Garmin Vivomove Style am Handgelenk fullscreen
Nicht gerade klein: die Garmin Vivomove Style am Handgelenk.
Garmin Vivomove Style im Alltagstest
Garmin Vivomove Style am Handgelenk

Die erste Besonderheit der Garmin Vivomove Style sticht unmittelbar nach dem Öffnen der Verpackung ins Auge: Die Smartwatch verfügt über analoge Uhrzeiger. Auf den ersten Blick ist die Smartwatch deshalb gar nicht als solche zu erkennen.

Im Ziffernblatt verbergen sich allerdings zwei farbige AMOLED-Displays, die mittels Antippen einer beliebigen Stelle auf dem Touchscreen aktiviert werden. Sie offenbaren die gemessenen Daten sowie diverse Funktionen. Bei Nichtbenutzung sind die integrierten Displays mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Auf diese Weise wirkt die Vivomove Style zumindest optisch unauffälliger und eleganter als digitale Modelle wie beispielsweise die Fitbit Versa 2 oder die Apple Watch.

Einen kleinen Punkt Abzug gebe ich der Uhr für den sehr massiven Look: Besonders an einem schmalen Handgelenk wirkt die Vivomove Style dank ihres runden Aluminiumgehäuses mit einem Durchmesser von 42 Millimetern etwas klobig.

Garmin Vivomove Style Lifestyle-Shotfullscreen
Unser Testgerät war eine schwarze Ausführung mit Nylon-Armband. Die Luxe-Version kommt mit Leder- oder Metallarmband.

Zu Beginn meines Tests störte  mich das mitgelieferte Nylon-Armband, das anfangs ziemlich starr war und dessen feste Kanten den Tragekomfort negativ beeinträchtigten. Nach knapp einer Woche wurde das Band jedoch bereits flexibler. Zudem verfügt die Vivomove Style über eine Schnellwechsel-Funktion, sodass das Armband bei Bedarf jederzeit ausgetauscht werden kann. Ersatzarmbänder sind aus Leder, Silikon oder in der Milanaise-Variante (engmaschiger Edelstahl) erhältlich.

Klopf, klopf! Die Bedienung

Wie eingangs erwähnt wird das versteckte Display per doppeltem Fingertipp auf die Uhr aktiviert. Anders als noch bei der Garmin Vivomove 3S ist das smarte Innere von Gorillaglas geschützt – einem besonders stabilen Material, das die Uhr vor Kratzern schützen soll. So musste ich mir keine Gedanken machen, wenn ich mit der Uhr im Alltag einmal an einem Gegenstand aneckte.

Das feste Glas war aber auch notwendig, denn ich klopfte zeitweise wie ein Specht auf dem Touchscreen herum. Dieser reagierte nämlich teils nur schwerfällig. In diesen Momenten habe ich mir einen simplen Knopf am Gehäuse gewünscht – auch, um die unschönen Fingerabdrücke auf dem Display zu vermeiden.

Das Wischen durch die einzelnen Funktionen fiel dann wieder deutlich leichter und auch die Lesbarkeit des hochauflösenden Displays ist nicht zu bemängeln. Ebenfalls clever gelöst: Die Zeiger der Uhr interagieren mit der Smartwatch-Anzeige. Werden die integrierten AMOLED-Displays aktiviert, richten sich die Zeiger für eine bessere Lesbarkeit entweder waagerecht aus oder dienen als "Tanknadel" für Tools mit einem Tagesziel. Etwa der Wasserkonsum oder der Schrittzähler.

Garmin Vivomove Style Schrittanzeigefullscreen
Schon fast Halbzeit! Die mechanischen Zeiger veranschaulichen auch das tägliche Schrittpensum.

Up to date? Die smarten Features

Wie es sich für eine Smartwatch gehört, verfügt das neue Vivomove-Modell über eine "Smart Notifications"-Funktion. Heißt: E-Mails und Nachrichten vom Smartphone können direkt am Handgelenk abgerufen werden, ebenso Kalendereinträge und Alarme. Außerdem bietet die Smartwatch eine Telefonsuchfunktion – praktisch für alle, die ihr Handy ständig irgendwo liegen lassen.

Interessanter fand ich jedoch die kontakt- und bargeldlose Zahlfunktion Garmin Pay – zumindest theoretisch. Praktisch konnte ich das kontaktlose Bezahlen in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln dann leider nicht testen. Der Grund: Bislang unterstützen nur wenige Banken in Deutschland das Feature. Hierzulande ist die Funktion aktuell lediglich über die Prepaid-Lösung VIMpay und die folgenden fünf Kreditkarten möglich (Stand: Dezember 2019):

  • Revolut Mastercard
  • Revolut Visa
  • TransferWise: Mastercard
  • boon. by Wirecard: Mastercard
  • netbank: Mastercard

Beim kontaktlosen Zahlen hat Garmin also noch deutlich Luft nach oben – hier hat die Apple Watch im Vergleich deutlich die Nase vorn.

Garmin Vivomove Style Garmin Payfullscreen
Keinen Geldbeutel dabei? Mit Garmin Pay sollen Smartwatch-Träger künftig mit der Uhr zahlen.

Kein Stress! Reichlich Gesundheits- und Fitness-Funktionen

Bei den Fitness-Funktionen kann die Garmin Vivomove Style wiederum auf ganzer Linie überzeugen. Zum hohen Funktionsumfang gehören neben dem üblichen Schrittzähler, der Herzfrequenzmessung und dem detaillierten Schlaftracking auch die sogenannte "Body Battery"-Anzeige, die dem User die verbleibenden Energiereserven seines Körpers anzeigt. Dank Pulse-Ox-Sensor wird der Blutsauerstoff gemessen. Auf diese Weise kann der optimale Zeitpunkt für das nächste Training ermittelt werden.

Apropos Training: Auf der Smartwatch sind einige Sportapps zum Tracken des eigenen Workouts vorinstalliert. Im Test wurden die Trainingseinheiten jedoch nicht automatisch von der Smartwatch erkannt und das Tracking gestartet, sie mussten manuell über die Uhr aktiviert werden.

Garmin Vivomove Style Fitness-Trackingfullscreen
Für Läufer: Die Vivomove Style verfügt über eine Connected-GPS-Funktion, um noch präzisere Daten zu erhalten.

Für mich jedoch weitaus relevanter: das Stresslevel-Tracking. Per Vibrationsalarm und Push-Benachrichtigung machte mich die Uhr im Laufe meines Tests gleich mehrfach darauf aufmerksam, dass ich meinem Körper von Zeit zu Zeit auch mal eine Pause gönnen muss. Die Smartwatch schlägt dann eine kurze Atemübung vor – eine simple Erinnerung, die mir im hektischen Alltag aber tatsächlich geholfen hat!

Wie bereits bei den Vorgängermodellen werden die gesammelten Daten zusätzlich in der Garmin-Connect-App aufbereitet und Fortschritte grafisch dargestellt. Leider wird der Anwendung der hohe Funktionsumfang teilweise zum Verhängnis: Wer die angezeigten Informationen auf dem Display der Smartwatch ändern will, muss sich erst einmal durch zahlreiche Funktionen und Optionen klicken.

Ausbaufähig: die Akkulaufzeit

Mit fünf Tagen ist die Akkulaufzeit der Garmin Vivomove Style relativ gering, aber für den Alltag ausreichend. Zum Vergleich: Die Multisportuhr Garmin Fenix 5 Plus hat selbst im Smartwatch-Modus genug Ausdauer für zwölf Tage.

Für Grobmotoriker könnte unterdessen die wirklich winzige Steckverbindung des Ladekabels zur Herausforderung werden, die in die Rückseite der Smartwatch eingesteckt werden muss.

Garmin Vivomove Style Steckverbindung Aufladekabel fullscreen
Stecker von Aufladekabeln waren auch mal größer ...
Garmin Vivomove Style Steckverbindung Aufladekabel Close-up fullscreen
Eine Aufladeklemme wäre vielleicht besser gewesen?
Garmin Vivomove Style Steckverbindung Aufladekabel
Garmin Vivomove Style Steckverbindung Aufladekabel Close-up

Fazit: Hält, was der Name verspricht

Am Ende kann die Garmin Vivomove Style vor allem eines: sich sehen lassen. Und darum geht's bei diesem Modell schließlich. Optisch ist die Hybrid-Smartwatch ein eleganter Hingucker; ein Accessoire, das sowohl beim Sport als auch bei einer schicken Feier zum Outfit passt.

Wenn es um die "inneren Werte" geht, überzeugt die Uhr derweil bei den zahlreichen Fitness- und Gesundheitsfunktionen, die präzise und unkompliziert verständliche Messwerte liefern.

Abstriche müssen die User allerdings machen, wenn es um die Bedienbarkeit, den Akku, die Garmin-Pay-Funktion und (vor allem) den Preis geht. Wer nicht unbedingt die stylishe High-end-Ausführung haben muss, ist deshalb meiner Meinung nach mit der günstigeren Garmin Vivomove 3 ebenso gut bedient.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gut gefallen
+ das analoge Design - der Preis
+ die beständig gute Lesbarkeit - die Garmin-Connect-App
+ die Fitness-Funktionen - Bedienbarkeit

Garmin Vivomove Style
Garmin Vivomove Style
  • Datenblatt
  • Gerätetyp
    Hybrid-Smartwatch
  • Preis ab (UVP)
    349,99 Euro
  • Release
    November 2019
  • Farben
    15 verschiedenen Designs
TURN ON Score:
3,5von 5
  • Akkuleistung
    2,5
  • Design
    4,5
  • Handling
    3,0
  • Preis-Leistung
    2,0
  • Ausstattung
    3,0
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