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GPS-Tracker für Hunde von Tractive im Test: Weglaufen ist zwecklos!

Tractive GPS Tracker
Vom Standort bis zum Aktivitätslevel: Mit der Tractive-App habe ich alles im Blick.

Hilfe, mein Hund ist weg! Ein Horrorszenario für jeden Besitzer eines Vierbeiners. Der GPS-Tracker von Tractive könnte der Retter in der Not sein: Er hindert den Hund zwar nicht am Weglaufen, aber hilft umso mehr, ihn wiederzufinden. Wir haben das Haustier-Gadget getestet.

Mein Vierbeiner Linus ist inzwischen ein echter Profi, was das Testen von Haustier-Gadgets angeht. Er war also beim GPS-Tracker von Tractive sofort mit an Bord. Tractive hat zwei unterschiedliche Tracker auf dem Markt: Einen speziell für Hunde und einen für Katzen. Wir haben uns das Exemplar für Hunde angesehen und geprüft, was das Gadget kann und wie informativ die zugehörige App ist.

So wird der GPS-Tracker aktiviert

Der GPS-Tracker für Hunde besteht im Wesentlichen aus drei Teilen: Zwei Teile, in der die Technik sowie der Akku verbaut sind, und ein Teil, mit dem der Tracker am Halsband befestigt wird. Gleich zu Beginn fällt mir auf, wie klobig das Gadget ist. Nun ist Linus mit seinen 56 Zentimetern Schulterhöhe kein kleiner Hund und hat genug Fell, um den Tracker zu verdecken. Bei einem kleineren Kurzhaarhund wie zum Beispiel einem Beagle kann es ziemlich unproportioniert und störend wirken.

Aber selbst bei Linus habe ich meine Schwierigkeiten: Zwar lässt sich der GPS-Tracker durch das Gummiband an unterschiedlichen Halsbandgrößen befestigen. Aber ich pflege die Gewohnheit, das Halsband über die Nacht abzumachen. Da Linus ein Zugstopp-Halsband hat, das sich nicht über einen Verschluss öffnen lässt, sondern über den Kopf gezogen wird, habe ich ihm leider jeden Abend einige Büschel Haare herausgerissen. Obwohl ich sehr darauf geachtet habe, es zu vermeiden.

Tractive GPS Tracker fullscreen
Der GPS-Tracker von Tractive besteht aus drei Einzelteilen. Im ersten Schritt werden die beiden Akku-Teile zusammengesteckt.
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Anschließend wird der Akku auf die Halterung gedockt.
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Mit einem Gummiband wird Tractive am Halsband befestigt. Das funktioniert auch bei etwas dickeren Halsbändern.
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Zwei Gummiösen halten den Tracker zusammen.
Tractive GPS Tracker
Tractive GPS Tracker
Tractive GPS Tracker
Tractive GPS Tracker

Ist der Tracker befestigt, geht's mit der Installation der Tractive-App weiter. Es gibt sie kostenlos für Android- und iOS-Geräte. Die App benötigt ein paar Informationen über den Hund: Neben klassischen Merkmalen wie Name, Alter, Rasse und Geschlecht, gibt es sogar die Möglichkeit, die Chip-Nummer anzugeben.

Das kann hilfreich sein, wenn der Vierbeiner nach seinem Ausflug von der Polizei aufgegabelt wurde und sie seinen Chip auslesen. Die Nummer steht zwar genauso im Impfpass, den haben aber die wenigsten Hundebesitzer dabei, wenn sie unterwegs sind. Anschließend die Nummer des Trackers, die auf der Unterseite steht, mit der App verknüpfen.

Profil-einstellen fullscreen
2 Jahre alt, Rüde, nicht kastriert und ein Bearded Collie – jawoll, das passt zu Linus.

Welche Abo-Modelle gibt es?

Um das GPS-Feature von Tractive zu nutzen, wird ein Abonnement benötigt. Nur welches? Zur Wahl stehen das Basic- und das Premium-Modell.

Basic Feature Premium
ja GPS-Tracking ja
ja Live-Tracking ja
ja Aktivitätstracking ja
nein Private und öffentliche Freigabe ja
nein Weltweite Abdeckung ja
nein Unbegrenzter Positionsverlauf ja
nein GPS-Daten exportieren ja
nein Premium Kundenservice ja

Das günstigste Premium-Modell ist für ein Jahr verpflichtend und kostet einmalig 59,90 Euro, was auf den Monat heruntergerechnet 4,99 Euro entspricht. Möglich ist auch ein Fünf-Jahres-Abo, das einmalig mit 199,90 Euro zu Buche schlägt. Das wären 3,33 Euro pro Monat.

Wem das Basic-Modell reicht, der kann sich für ein oder zwei Jahre verpflichten und zahlt 49,90 beziehungsweise 89,90 Euro (entspricht monatlichen Kosten von 4,16 bzw. 3,75 Euro). Eine besondere Option beim Basic-Modell: Es gibt ein Abo, das monatlich abgebucht wird und das 7,99 Euro kostet.

Das günstigste Abo jedoch abzuschließen erweist sich als echte Herausforderung. Auf normalem Wege habe ich diese Option zumindest nicht gefunden. Weder auf der Website noch in der App wurde mir dieses Modell angezeigt. Erst nachdem ich den Support kontaktierte, erhielt ich einen Link geschickt, über den ich ein einmonatiges Abonnement abschließen konnte. Intuitiv oder kundenfreundlich ist das nicht gerade.

Es war auch gar nicht so einfach, das Monatsabo wieder zu kündigen. Man kennt es von anderen Modellen oder Anbietern, die einen sicherheitshalber noch ein- oder zweimal fragen, ob man wirklich den Vertrag beenden möchte. Allerdings ist mir das noch nie so penetrant untergekommen wie bei Tractive. Ich musste mehrfach bestätigen, dass ich mir GANZ sicher bin, dass ich das Abo kündigen möchte. Wirklich sicher. Also so richtig sicher.

Tractive hat wirklich alles gegeben, um mich zum Bleiben umzustimmen. Das Highlight war wohl der Hinweis darauf, wie viele Hunde weglaufen und wie wenige nur zurückkommen. Interessant war zudem, dass Tractive mir alternative Nutzungsweisen für den GPS-Tracker vorgeschlagen hat: Ich könne ihn ja auch am Fahrrad und Gepäckstücken befestigen – oder für Kinder und Senioren nutzen.

Tractive Abo-Ende fullscreen
Hier drückt Tractive aber sehr auf die Tränendrüse.

Was kann die Tractive-App?

Die wichtigsten Features der Tractive-App im Überblick.

GPS-Tracking: Das Kern-Feature

Das Herzstück des Trackers ist der GPS-Sensor, über den der Vierbeiner im Notfall ausfindig gemacht wird. Das Feature funktioniert im Freien sehr genau. Sobald der Live-Tracking-Modus aktiviert ist, ermittelt die App den Standpunkt des Tieres, sodass der Besitzer ein leichtes Spiel hat, seinen Hund wiederzufinden.

Außerdem bietet die App zahlreiche Darstellungsmöglichkeiten: Entweder als Standard-Ansicht im Karten-Look oder als Satelliten-Aufnahme. Es gibt sogar ein Augmented-Reality-Feature: Durch die Kameralinse wird das Umfeld beobachtet und ein kleines Extrafeld zeigt an, in welcher Richtung sich der Hund befindet.

Über dem kleinen Kalender-Button am oberen rechten Bildschirmrand gibt es eine Ansicht, die zeigt, wo der Hund in den vergangenen Tagen, Wochen oder Monaten herumgelaufen ist. Je häufiger er an bestimmten Punkten war, desto rötlicher wird der Spot dargestellt.

Jedes Mal, wenn ich die GPS-Funktion ausprobiert habe, hat sie einwandfrei funktioniert. Allerdings hat die App ordentlich an meinem Smartphone-Akku gezehrt. Für den Fall, dass der Vierbeiner wirklich abgehauen ist, spielt der Akkuverbrauch natürlich nur bedingt eine Rolle. Das Feature setzt aber voraus, dass das Smartphone für die Suche ausreichend aufgeladen ist. In den wenigen Minuten, in denen ich Live-Tracking getestet habe, purzelten die Prozentzahlen in die Tiefe.

Es kam auch vor, dass die Tractive-App falsche Standorte aufgezeichnet hat – und das, obwohl ich mit Linus an der frischen Luft war, wo die Erfassung des GPS-Signals kein Problem darstellen sollte. Während eines Spaziergangs am Hafen zeigte mir die App im Nachhinein an, dass Linus dabei fleißig in der Elbe schwimmen gewesen ist – nur lief er die ganze Zeit neben mir. Selbst beim GPS-Tracking kann es zu fehlerhaften Daten kommen.

Tractive GPS Tracker fullscreen
Linuuuuuuus, wo bist Duuuuuu? Ah, direkt vor mir!
Ist der Live-Modus aktiviert, kannst Du genau nachverfolgen, wo Dein Hund herumgelaufen ist. fullscreen
Ist der Live-Modus aktiviert, kannst Du genau nachverfolgen, wo Dein Hund herumgelaufen ist.
Allerdings funktioniert das nicht immer zuverlässig. fullscreen
Allerdings funktioniert das nicht immer zuverlässig.
Tractive GPS Tracker
Ist der Live-Modus aktiviert, kannst Du genau nachverfolgen, wo Dein Hund herumgelaufen ist.
Allerdings funktioniert das nicht immer zuverlässig.

Virtueller Zaun: Du kommst hier nicht raus

Die Tractive-App bietet zudem die Möglichkeit, virtuelle Zäune anzulegen. Also Bereiche, in denen sich der Hund frei bewegen und aufhalten kann. Zum Beispiel das eigene Grundstück inklusive Garten. Ich habe für den Test drei solcher Zäune angelegt: bei mir zu Hause inklusive der Hundewiese vor der Tür, bei einem Teil des Hamburger Stadtparks, in dem wir mit der Hundeschule unterwegs sind, und in der HafenCity, wo ich arbeite.

Habe ich mit Linus den virtuellen Zaun verlassen, erhielt ich jeweils per App eine Benachrichtigung. Zusätzlich wurde ich über die Apple Watch darüber informiert, dass Linus den virtuell eingezäunten Bereich verlassen hat.

Dass der GPS-Sensor innerhalb der heimischen vier Wände nicht zuverlässig funktioniert, war etwas lästig: Ich habe regelmäßig Nachrichten bekommen, wonach Linus innerhalb von nur einer Minute den Zaun mehrfach verlassen und wieder betreten habe – während er neben mir lag. Zuhause ist es also empfehlenswert, die Push-Benachrichtigungen jedes Mal manuell zu deaktivieren.

Mit wenigen Klicks erstellst Du einen neuen virtuellen Zaun. fullscreen
Mit wenigen Klicks erstellst Du einen neuen virtuellen Zaun.
Auf der Map kannst Du Dir alle sicheren Zonen ansehen, die Du festgelegt hast. fullscreen
Auf der Map kannst Du Dir alle sicheren Zonen ansehen, die Du festgelegt hast.
Mit wenigen Klicks erstellst Du einen neuen virtuellen Zaun.
Auf der Map kannst Du Dir alle sicheren Zonen ansehen, die Du festgelegt hast.

Aktivitätstracking: Beweg' Dich!

Wie der Name des Tractive-Trackers erahnen lässt, zeichnet er auch die Aktivitäten des Hundes auf. Die App zeigt an, wie aktiv der Hund, über den Tag verteilt, gewesen ist. Unterschieden wird zwischen "ruhig", "aktiv" und "lebhaft". Sogar die Schlafphasen werden angezeigt. Für alles bekommt der Vierbeiner Punkte, mit denen er sich mit der Hunde-Konkurrenz messen kann.

Allerdings habe ich keine Ahnung, wie die Punkte gemessen werden. Beim Erstellen des Profils in der App erhält der Hund am Ende eine Punktzahl, die er pro Tag idealerweise erreichen sollte. Bei Linus waren das 1.000 Punkte – die er pro Tag bei Weitem übertraf. Also habe ich die Zahl manuell auf 2.000 Punkte gestellt. Was mir das sagen soll, weiß ich nicht. Ist Linus jetzt etwa zu aktiv, weil er auf Anhieb die doppelte Punktzahl erreicht hat?

In der Tractive-App kannst Du Dir die Aktivitäten Deines Vierbeiners für einen bestimmten Tag ansehen ... fullscreen
In der Tractive-App kannst Du Dir die Aktivitäten Deines Vierbeiners für einen bestimmten Tag ansehen ...
... oder für die ganze Woche sowie den gesamten Monat. fullscreen
... oder für die ganze Woche sowie den gesamten Monat.
In der Tractive-App kannst Du Dir die Aktivitäten Deines Vierbeiners für einen bestimmten Tag ansehen ...
... oder für die ganze Woche sowie den gesamten Monat.

Rekorde und Bestenlisten: Challenge accepted!

Auf der Hauptansicht unter "Aktivität" gibt es die Wahl zwischen "Rekorde" und "Rangliste". Darunter listet die Tractive-App auf, wie viele Punkte der Vierbeiner am Tag, in der Woche oder im Monat erzielt hat. Und damit kann er sich in unterschiedlichen Ranglisten mit anderen Hunden messen: mit Freunden, mit Hunden aus der Umgebung, weltweit oder – im Fall von Linus – mit anderen Bearded Collies.

Hier sind wir wieder beim Thema Gamification, was ich bereits in meinem Test zum Hunde-Aktivitätstracker von PitPat erläutert habe. Die Punkte und das Messen mit der Konkurrenz sollen einen dazu antreiben, noch aktiver zu werden. Belohnungen gibt es allerdings keine. Es ist rein für's gute Gefühl.

Rekorde Rangliste fullscreen
Ist Dein Vierbeiner aktiver als andere seiner Art? Ein Blick in die Rangliste verrät's.

Fazit: Lohnt der GPS-Tracker von Tractive?

Tractive GPS-Tracker kaufen
Den Tractive GPS-Tracker kannst Du bei SATURN kaufen.

Für Hundebesitzer mit einem Vierbeiner, der die Welt gerne auf eigene Faust erkundet, ist der GPS-Tracker von Tractive jeden Cent wert. Ich war einmal bei einer Suche nach einem Hund dabei und so viel sei gesagt: So etwas wünsche ich keinem. Diese Ungewissheit, wo der Vierbeiner ist, ist unerträglich. Hinzu kommt, dass man selbst das Gefühl hat, im Trüben zu fischen, da der Hund überall sein kann.

Wen allerdings in erster Linie das Aktivitätstracking interessiert, ist mit anderen Geräten – wie dem PitPat Hundetracker – besser bedient. Mich persönlich hat es gestört, dass ich die Abos fast nur auf Jahresbasis abschließen und das Monats-Abo nur über Umwege finden konnte. Auch habe ich einige Erklärungen innerhalb der App vermisst und am Design darf ruhig auch noch ein bisschen geschraubt werden.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Umfangreiche App - Für Hunde mit langem Fell unpraktisch
+ Lokalisation des Hundes ziemlich genau - Tracker ist groß und klobig
+ Virtueller Zaun sehr genau - Der Prozess, das Abo zu beenden
+ Push-Benachrichtigung auf der Apple Watch - Die Abo-Modelle
- Unzureichende Erklärungen in der App

 

Das sagt Christin:
Gerade bei einem sehr freiheitsliebenden Tier sollte der Abo-Preis nebensächlich sein, denn der Tracker kann im Zweifel Hundeleben retten. Daher eine klare Empfehlung. Für mich und Linus ist Tractive allerdings nichts: Zum einen hat Linus keinen Drang, abzuhauen, und daher lohnen sich die Abo-Preise für mich nicht. Zum anderen habe ich ihm aufgrund des Gummiverschlusses schon viel zu viele Haare unwillentlich herausgerissen ...
Tractive GPS-Tracker
Tractive GPS-Tracker
  • Datenblatt
  • Gerätetyp
    Aktivitätstracker für Hunde mit GPS
  • Preis
    49,99 Euro zzgl. Abogebühren
  • Release
    bereits erhältlich
  • Farben
    Schwarz
TURN ON Score:
3,5von 5
  • Akkuleistung
    2,5
  • Design
    2,5
  • Preis-Leistung
    4,0
  • Nutzerzufriedenheit
    4,0
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