Lichtwecker im Test: Warum ich nur noch so geweckt werden möchte

Sorgt das Philips Wake-up Light wirklich für ein angenehmes Weckerlebnis?
Sorgt das Philips Wake-up Light wirklich für ein angenehmes Weckerlebnis? (©TURN ON 2018)
Andreas Müller Hat im vergangenen Jahr so viele Smartphones getestet, dass er einen Orden verdient hätte.

Ich habe mir einen Lichtwecker von Philips gekauft. Mit meinem alten Wecker fühlte sich Aufwachen nämlich so an, als würde mir eines der Schäfchen, das ich vorm Einschlafen noch friedlich zählte, ins Gesicht treten. Im Test finde ich heraus, ob mich das Wake-up Light sanfter aus den Federn holt.

Ein Wecker für über 150 Euro? Aber klar doch! Das Ding mit der obskuren Bezeichnung Philips HF3520 Wake-up Light musste ich haben. Der alte Wecker schrillte stets zu früh für meinen Geschmack und auf eine so nervige Art, dass ich mir dachte: "Na, wenn Du mir so kommst, bleibe ich lieber im Bett!". Um ihn noch ein paar Minuten auf "Schlummern" zu stellen, tappte ich wild mit der Hand umher, bis ich es aufgab, den Button zu finden.

Das Ziel: Nie mehr brutal geweckt werden

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Der Lichtwecker von Philips lässt sich durch Touch-Eingaben auf der Vorderseite einrichten.

Mürrisch und schlaftrunken rollte ich einst aus den Federn und torkelte in die Küche, wo ich mir schnell ein Brötchen schmierte und einen Kaffee kochte oder umgekehrt. So lief das monatelang. Endlich bin ich das Problem mit dem brutalen Gewecktwerden doch einmal angegangen und habe den neuen Lichtwecker so eingestellt, dass er mich in Zukunft mit einem immer heller werdenden Licht sanft aus den Federn geleitet, begleitet von abgespieltem Vogelzwitschern – wenn schon nicht von Engelsgesang.

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Der Lautsprecher auf der Rückseite wird recht laut und liefert eine gute Soundqualität.

Dabei stellte ich ihn zuerst falsch ein, denn das Licht wird bereits eine halbe Stunde vor der angezeigten Weckzeit aktiviert, wenn schließlich der Ton angeht. So schreckte mich ein grelles Licht zu früh auf und dann nervte mich das viel zu laute Vogelgezwitscher. Zum Glück bietet der Philips-Lichtwecker viele selbsterklärende Einstellungsmöglichkeiten. So gelang es mir, die maximale Helligkeit runterzudrehen und das Vogelgezwitscher ersetzte ich durch Klassik-Radio bei angenehmer Lautstärke. Ich weiß: Ein Mann beim Lösen von Erstweltproblemen. Nun, es hat geklappt.

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Auch Radio kann man mit dem Lichtwecker hören.

Der Weg: Der Lichtwecker und die Werbeversprechen

"Ganz sanft" soll mich das Wake-up Light aus den Federn holen, schreibt Philips. Dabei steigt die Lichtintensität, wobei das Licht seine Farbe von Rot zu Gelb verändert, woraufhin das Radio angeht und immer lauter wird. Ein "Aufwacherlebnis", das "klinisch erwiesen" sein soll. Meine Esoterik-Alarmglocken bimmelten schon leise bei solchen Behauptungen.

Zum Glück erwiesen sich diese Versprechungen beim Lichtwecker jedoch als weitestgehend zutreffend. Nach der richtigen Einstellung des Weckers verrichtet er nun seinen Dienst wie gewünscht. Dabei werde ich stets bereits vom Licht aus dem Schlaf geholt, ähnlich, wie Landwirte vom Sonnenaufgang geweckt werden – nur später am Morgen. Beim Radiohören gewinne ich die Konzentration zurück, damit ich in der Küche keinen Unsinn anstelle. Wenn ich am Wochenende doch einmal länger im Bett bleiben möchte, muss ich nur die große Touch-Oberfläche des Weckers an irgendeiner Stelle berühren und er "schlummert" für ein paar Minuten.

Die Sonnenaufgang-Simulation beginnt mit einem schwachen rötlichen Licht... fullscreen
Die Sonnenaufgang-Simulation beginnt mit einem schwachen rötlichen Licht... (©TURN ON 2018)
...das in ein warmes, orangefarbenes Licht übergeht... fullscreen
...das in ein warmes, orangefarbenes Licht übergeht... (©TURN ON 2018)
...und schließlich so gelblich-weiß leuchtet wie die Mittagssonne. fullscreen
...und schließlich so gelblich-weiß leuchtet wie die Mittagssonne. (©TURN ON 2018)
Die Sonnenaufgang-Simulation beginnt mit einem schwachen rötlichen Licht...
...das in ein warmes, orangefarbenes Licht übergeht...
...und schließlich so gelblich-weiß leuchtet wie die Mittagssonne.

Die Ankunft: Endlich sanft aufwachen

Der Preis des Philips HF3520 ist inzwischen auf rund 130 Euro gesunken. Meiner Ansicht nach ist der Preis gerechtfertigt, denn der Wecker ist sehr gut verarbeitet. Das heller werdende Licht ersetzt den Sonnenaufgang und eignet sich auch zum Lesen und die Tonqualität ist gar nicht übel. Nur mit den voreingestellten Geräuschen, die sich schnell wiederholen, kann ich nicht viel anfangen. Insgesamt löst der Lichtwecker jedoch sein Versprechen ein und sorgt für ein sanftes Aufwachen – mir zumindest ist das viel wert.

Ich würde keine zu billige Alternative riskieren, denn die günstigen Lichtwecker werden nicht hell genug oder verzichten auf die entscheidende Sonnenaufgangs-Simulation. Inzwischen gibt es aber neuere Philips-Modelle und zum Beispiel Beurer bietet auch Lichtwecker an. Smart-Lichtsysteme wie Philips Hue und Ikea Tradfri lassen sich übrigens ähnlich einsetzen wie ein Lichtwecker. Wer obendrein noch Musik hören möchte, kann vielleicht seine Stereoanlage passend dazu programmieren.

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