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Meteorologe für zu Hause: Netatmo Wetterstation im Test

Netatmo Wetterstation
Der Wetterstation von Netatmo besteht in der Basisausstattung aus zwei Messeinheiten: eine für draußen und eine für drinnen.

Die Wetterstation von Netatmo sieht mit ihren zwei silbernen Zylindern ungewöhnlich aus. In den beiden Säulen stecken diverse Sensoren, um meteorologische Werte wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, aber auch den Geräuschpegel der Umgebung und den CO2-Gehalt der Luft zu erfassen. In meinem zweiwöchigen Test kann die Station nur in einem Punkt nicht ganz überzeugen.

3, 2, 1 – fertig!

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Eine leichte Berührung der Basisstation reicht aus, um den Kopplungsprozess mit dem Smartphone zu starten.

Mit Wetterstationen assoziiere ich langwieriges Einrichten und nervige Kalibrierungen, beim Modell von Netatmo ist das glücklicherweise nicht der Fall: Den größeren der beiden Zylinder – die Basiseinheit – schließe ich zu Hause ans Stromnetz an, lade mir die zugehörige App aufs Smartphone und folge anschließend den Anweisungen auf dem Display. Nach wenigen Schritten bin ich fertig. Nun füge ich zwei AAA-Batterien in die kleinere Outdoor-Station ein und platziere sie auf meinem Balkon. Das war's! Keine fünf Minuten später habe ich auf meinem Smartphone Zugriff auf die Messdaten, via mobilem Internet auch von unterwegs aus. So weiß ich auf dem Weg zur Arbeit, wie warm es in meiner Wohnung und der Umgebung ist – schön!

Zugegeben, mein Balkon ist nur halbwegs für die Outdoor-Station geeignet. Die sollte weder direkter Sonneneinstrahlung noch Regen ausgesetzt sein, mein Balkon ist jedoch nicht überdacht. Da für die nächsten Tage trockenes Wetter angesagt ist, platziere ich den Zylinder trotzdem in einer schattigen Ecke. Das Basispaket der Wetterstation kann ich bei Bedarf um drei weitere Indoor-Einheiten sowie einen Regen- und Windmesser ergänzen. Die Module muss ich jedoch separat erwerben. Meine zwei Zylinder zu Hause sind durch mehrere Wände und Türen voneinander getrennt, und der Router befindet sich ebenfalls in einem anderen Raum. Die kabellose Verbindung machte während meines zweiwöchigen Tests jedoch keine Probleme.

Es wird gemessen

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Die Wetterstation misst die Luftqualität im Innenraum und draußen.

Momentan sind es in meinem Schlafzimmer 18 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 59 Prozent, und die Umgebungsgeräusche gibt die Station mit ruhigen 34 Dezibel ein. Gerade fährt unten auf der Straße nur gelegentlich ein Auto vorbei. Ansonsten ist das Haus ruhig. Auch die angezeigte Temperatur erscheint mir realistisch. Meine Heizung – eine Gastherme mit zentraler Steuerung – habe ich auf 20 Grad eingestellt. Im Schlafzimmer ist es jedoch merklich kälter als im Wohnzimmer. Der Heizkörper dort wird nicht so warm wie die anderen, 18 Grad dürfte also ungefähr stimmen.

Die Messstation auf meinem Balkon zeigt mir parallel eine Außentemperatur von sechs Grad an. Das deckt sich mit dem aktuellen Wetterbericht für Hamburg. Netatmo bietet auch eine Wettervorhersage für die nächsten sieben Tage in der App an. Die Daten stammen von MeteoGroup, einem Dienstleister für Wettervorhersagen.

Ein paar Tage nach der Einrichtung gefällt mir das Design der Wetterstation richtig gut. Die silberfarbenen Röhren wirken schlicht und elegant, sodass ich sie im heimischen Wohnambiente nicht als störend empfinde. Einen eigenen Bildschirm bietet das Netatmo-Modell im Gegensatz zu vielen anderen Stationen nicht, aber ich vermisse ihn nicht: Schließlich kann ich zum Aufrufen der Daten Smartphone, Tablet oder Computer nutzen. Alles was ich brauche, sind ein Browser und meine Log-in-Daten, und schon kann ich mir die gemessenen Werte für einzelne Tage, Wochen und Monate in übersichtlichen Graphen anzeigen lassen und den aktuellen Stand kontrollieren.

Sensoren bei der Arbeit

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Die App von Netatmo ist übersichtlich gestaltet und gibt einen guten Überblick über die gesammelten Daten.

In der Basisstation für drinnen befinden sich Thermometer, Barometer, ein Hygrometer zur Ermittlung der Luftfeuchtigkeit, Schallpegelmesser und ein Infrarot-CO2-Sensor. In der Outdoor-Station sitzen neben dem Thermometer ein weiteres Hygrometer und ein zusätzlicher CO2-Sensor.

Vor meinem Test hatte ich mir nie Gedanken um den Kohlendioxidgehalt der Raumluft in meiner Wohnung gemacht. Seit die beiden Zylinder jedoch alle fünf Minuten einen neuen Messwert ausgeben, hat sich das geändert. Zumal der Wert in meinem Schlafzimmer stets mit einem drohenden Gelb anstatt mit Normalität suggerierendem Grün unterlegt ist. In einer Nacht weckt mich plötzlich ein blinkendes orangefarbenes Licht. Es kommt von der Wetterstation, die neben mir auf dem Nachttisch steht. Nach wenigen Sekunden ist es wieder dunkel, ich schlafe ein. Am nächsten Tag sehe ich, was das Blinken mir sagen sollte: CO2-Alarm!

Eskalierende CO2-Werte

In meinem Schlafzimmer hat die Konzentration von Kohlendioxid in der Luft über Nacht einen Wert von 3.661 ppm (parts per million) erreicht. Das klingt hoch. Im grünen Bereich ist der Wert in der App, wenn er unter 1.000 ppm liegt. Eine Internetrecherche verrät mir, dass auch das Umweltbundesamt Konzentrationen über 2.000 ppm als "inakzeptabel" einstuft. Ab 1.500 ppm seien Kopfschmerzen und Schwindel übliche Symptome. Ich fühle mich aber gut – trotz des CO2-Alarms.

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Jede Nacht scheint mein Schlafzimmer zum CO2-Brennpunkt zu werden.

Trotzdem entscheide ich mich zum Stoßlüften, lasse die winterliche Morgenluft durch die großen Fenster herein. Nach zehn Minuten ist der App zufolge der CO2-Gehalt im grünen Bereich. Die Freude währt jedoch nur kurz: Eine Viertelstunde später soll der Wert schon wieder über 1.000 sein – obwohl sich niemand im Zimmer aufgehalten hat. Ich beschließe, den CO2-Sensor manuell zu kalibrieren. Danach fallen die Werte etwas niedriger aus. Mein Schlafzimmer wird nur noch nachts zum Kohlendioxid-Brennpunkt, den ich nun morgens mit viel Frischluft entschärfe. Einen dauerhaft grünen Wert erreiche ich aber nicht.

Es fehlt an Information

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Zu manchen Werten wünschen ich mir zusätzliche Erklärungen in der App, um die Werte richtig einschätzen zu können.

Die CO2-Episode steht sinnbildlich für meinen zentralen Kritikpunkt an der Netatmo-App: Bei manchen Werten fehlt es an Hintergrundinformationen. Die App informiert mich zwar per Push-Benachrichtigung über einen zu hohen CO2-Gehalt in der Luft, sagt mir aber nicht, warum dieser Wert ein Problem darstellt. Das erfahre ich erst durch eigene Recherche.

Bei der Außenluft zeigt mir die App die Werte "352 und "pm 2.5" an. Die Werte sind grün, also offenbar gut. Wofür sie stehen, weiß ich nicht. Erst im Benutzerhandbuch finde ich Informationen dazu. Offenbar sind es Daten, die sich auf den europäischen Luftqualitätsindex beziehen. Solche Hinweise hätte ich gerne direkt in der Datenübersicht, um langwieriges Suchen zu vermeiden.

Fazit

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Die Wetterstation hat in den zwei Wochen einen guten Eindruck gemacht.

Netatmos Wetterstation ist unkompliziert einzurichten und leistet, was ich von ihr erwarte. Begründeten Zweifel an der Korrektheit der Messungen gab es für mich nur temporär beim CO2-Gehalt. Die nachträgliche Kalibrierung hat hier glücklicherweise Besserung gebracht. Ich würde es jedoch begrüßen, wenn die Netatmo-App mehr Hintergrundinformationen zu den Messwerten bieten würde. Dann müsste ich nicht für einige Werte erst das Internet bemühen.

Unterm Strich bekommen Käufer für rund 157 Euro jedoch eine gut funktionierende und optisch ansprechende Wetterstation – die es schafft, selbst Frostbeulen wie mich zum richtigen Lüften im Winter zu motivieren.

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Das sagt Annika:
Eine Wetterstation zu Hause zu haben, ist spannend! Schnell findet man sich dabei wieder, den letzten Wetterbericht aus dem Fernsehen mit den eigenen Messdaten abzugleichen. Aus mir wurde in den zwei Wochen eine echte Hobby-Meteorologin!
Netatmo Wetterstation
Netatmo Wetterstation
  • Datenblatt
  • Gerätetyp
    Wetterstation
  • Abmessungen
    Innenmodul 45 x 45 x 155 mm, Außenmodul 45 x 45 x 105 mm
  • Farben
    Silber
  • Lieferumfang
    1 Innenmodul, 1 Außenmodul, Stromkabel, Wandhalterungssatz für Außenmodul, 2 AAA-BatterienNetatmo
  • Preis (UVP)
    169,99 Euro
  • Sensoren
    Thermometer, Hygrometer, Barometer, Infrarot-CO2-Sensor
  • Kompatibel mit
    iOS und Android
  • Smart-Home-Steuerung
    IFTT, Amazon Alexa, Apple HomeKit
  • Konnektivität
    WLAN 802.11 b/g/n (2,4GHz), Bluetooth (zum Einrichten)
TURN ON Score:
4,2von 5
  • Design
    4,5
  • Handling
    4,5
  • Preis-Leistung
    4,0
  • Nutzerzufriedenheit
    3,8
  • Ausstattung
    4,2
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