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Milchaufschäumer im Test: Welcher macht den besten Milchschaum?

Mein Milchschaum ist mir heilig. Welcher elektrische Milchaufschäumer im Test wohl am meisten überzeugen konnte?
Mein Milchschaum ist mir heilig. Welcher elektrische Milchaufschäumer im Test wohl am meisten überzeugen konnte?

Angesichts der schier grenzenlosen Auswahl an elektrischen Milchaufschäumern fällt die Wahl nicht leicht. Von günstig bis teuer und Single- bis Familienformat ist alles vertreten. Weshalb ich mir drei Geräte aus drei verschiedenen Preisklassen und in drei Größen im Test genauer angesehen habe.

Ich bin ein absoluter Milchschaumliebhaber. Zu einem guten Cappuccino oder einem meiner heiß geliebten Latte Macchiatos gehört die schaumige Pracht für mich untrennbar dazu. Bisher habe ich mir zu Hause mit einem kleinen Hand-Milchaufschäumer beholfen. Doch spätestens, seit meine Söhne "Babyccinos" für sich entdeckt haben, muss was "Vernünftiges" ins Haus!

Getestet wurden (alle Preise Stand Oktober 2019)
  • Sage SMF600BSS4EEU1: Das teuerste Modell unter den getesteten Milchaufschäumern schlägt aktuell mit um die 113 Euro zu Buche.
  • Nespresso Aeroccino4: Im mittleren Preissegment rangiert der Milchaufschäumer von Nespresso, der sich derzeit rund 80 Euro kosten lässt.
  • Koenic KMF 5212: Mit rund 45 Euro ist der Milchaufschäumer von Koenic das günstigste Gerät in meinem Test.
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Im Test habe ich elektrische Milchaufschäumer von Sage, Nespresso und Koenic (von links nach rechts) auf ihre schaumigen Qualitäten geprüft.

Sage SMF600BSS4EEU1

Der größte elektrische Milchaufschäumer in meinem Test stammt von Sage. "Groß" bezieht sich hier nicht nur auf das Fassungsvermögen des Milchbehälters, das sich für Milchschaum auf maximal 500 Milliliter beläuft. Vor allem der Fuß des Geräts fällt im Vergleich riesig aus.

Mit dieser Milch wurde getestet

Für meinen Milchaufschäumer-Test habe ich zur Sicherheit gleich mehrere Milchsorten verwendet. Zum Einsatz kam kühlschrankkalte 1,5-prozentige Halbfettmilch und 3,5-prozentige Vollmilch, jeweils in der haltbaren sowie Frischmilchvariante.

Das könnte daran liegen, dass sich besonders viel Technik in ihm versteckt. Immerhin ist der Sage SMF600BSS4EEU1 der einzige der drei elektrischen Milchaufschäumer, bei dem sich die Temperatur per Drehregler individuell einstellen lässt. Neben einer Kaltrührstufe gibt es Einteilungen bei 50, 60 und 70 Grad Celsius, doch auch dazwischen ist Feintuning möglich.

Was mir vor dem eigentlichen Test positiv auffällt: Im Deckel des Milchbehälters gibt es einen Messbecher. Während Milchschaum oder warme Milch zubereitet wird, lassen sich hierüber weitere Zutaten wie Kakaopulver zufügen. Zum Lieferumfang gehören ein Cappuccino-Aufsatz, der laut Hersteller dicken, cremigen Milchschaum produzieren soll. Und ein Latte-Aufsatz, der für weichen und "seidigen" Schaum gedacht ist.

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Auf den ersten Blick hat der Milchaufschäumer von Sage mich sehr angesprochen.

Das große "Aber"

Das große "Aber" folgt allerdings auf dem Fuße. Meine Versuche auf niedrigerer Temperatur – bei etwa 50 und 60 Grad Celsius – sind weder mit dem Cappuccino-, noch mit dem Latte-Aufsatz von Erfolg gekrönt. Auch ein Wechsel zwischen den Milchsorten und in der Befüllmenge bringt hier keine Besserung: Der Milchschaum will einfach keine schöne Konsistenz annehmen und fällt innerhalb kürzester Zeit in sich zusammen.

Zudem stellt sich der Milchaufschäumer von Sage im Test als relativ laut heraus. Für sich genommen mag das brummende Geräusch des Geräts als annehmbar durchgehen. Im direkten Vergleich mit den Modellen von Nespresso und Koenic fällt der Sage aber unangenehm auf.

In Sachen Füllmenge ist der Milchaufschäumer von Sage das mit Abstand größte Gerät in meinem Test. fullscreen
In Sachen Füllmenge ist der Milchaufschäumer von Sage das mit Abstand größte Gerät in meinem Test.
Nach mehreren Versuchen hat der elektrische Milchaufschäumer dann doch geliefert. fullscreen
Nach mehreren Versuchen hat der elektrische Milchaufschäumer dann doch geliefert.
Am Ende kann ich doch noch meinen Macchiato genießen. fullscreen
Am Ende kann ich doch noch meinen Macchiato genießen.
In Sachen Füllmenge ist der Milchaufschäumer von Sage das mit Abstand größte Gerät in meinem Test.
Nach mehreren Versuchen hat der elektrische Milchaufschäumer dann doch geliefert.
Am Ende kann ich doch noch meinen Macchiato genießen.

Der Lichtblick

Aber zurück zum Milchschaum. Nachdem meinen Versuchen auf niedrigerer Temperatur kein Erfolg beschieden war, liefert der Sage bei 70 Grad Celsius dann doch noch: Sowohl mit dem Cappuccino- als auch dem Latte-Aufsatz produziert das Gerät mit einem Mal wunderschönen Milchschaum, der auch nach Minuten noch tapfer die Form hält!

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gut gefallen
Durch den Deckel können Zutaten zu Schaum oder Milch hinzugegeben werden Auf niedrigeren Temperaturen kommt kein brauchbarer Milchschaum zustande
Auf 70 Grad Celsius liefert die Maschine schönen, haltbaren Milchschaum Sehr kurzes Stromkabel
Spülmaschinenfest Hoher Preis
Einfache Handhabung Schaumzubereitung dauert relativ lang (ca. 2:40 Minuten auf 70  Grad Celsius mit min. Milchmenge)

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Nespresso Aeroccino4

Der Milchschaufschäumer Nespresso Aeroccino4 überrascht im Vergleich zum Gerät von Sage mit einem kompakten Formfaktor. Trotzdem kann sich das Fassungsvermögen mit rund 237 Millilitern sehen lassen. Der Trick an der Sache: Bei dem Gerät von Nespresso besteht der Fuß nur aus einer flachen Platte, dafür ist das Milchkännchen relativ groß gehalten.

Manuelle Einstellungsmöglichkeiten für die Temperatur gibt es hier nicht, über vier im Fuß integrierte Knöpfe stehen allerdings vier unterschiedliche Zubereitungsmodi zur Wahl: kalter Milchschaum, heiße Milch, heißer Cappuccino-Schaum sowie heißer Latte-Schaum. Anders als bei Sage kommt bei Nespresso nur ein Aufsatz für alle Schaumarten zum Einsatz. Eine Zugabe von Zutaten zum Schaum ist nicht möglich.

Da es sich beim Nespresso Aeroccino4 um den aktuellen Testsieger von Stiftung Warentest handelt, sind meine Erwartungen vor dem ersten Probelauf hoch. Direkt nach dem Anschalten überrascht der Milchaufschäumer durch Lautlosigkeit. Nur ein minimales Summen ist bei genauem Hinhören zu vernehmen, für mich ein großer Pluspunkt.

Der elektrische Milchaufschäumer von Nespresso fällt schlank aus. fullscreen
Der elektrische Milchaufschäumer von Nespresso fällt schlank aus.
In Sachen Füllmenge bewältigt das Gerät ein bis zwei Tassen. fullscreen
In Sachen Füllmenge bewältigt das Gerät ein bis zwei Tassen.
Der Milchschaum wird im Test mit keinem anderen Gerät so schön. fullscreen
Der Milchschaum wird im Test mit keinem anderen Gerät so schön.
Der elektrische Milchaufschäumer von Nespresso fällt schlank aus.
In Sachen Füllmenge bewältigt das Gerät ein bis zwei Tassen.
Der Milchschaum wird im Test mit keinem anderen Gerät so schön.

Im Milchschaum liegt die Wahrheit – oder so

Ok, die Lautstärke passt schon mal, aber wie sieht es mit der Schaumqualität aus? Um es kurz zu machen: Warme Milch, warmen Cappuccino- und Latte-Schaum liefert der Nespresso Aeroccino4 in astreiner Qualität. Für Cappuccino bekomme ich schönen luftigen Milchschaum, die Latte-Version überzeugt mich mit einer kompakten, cremigen Konsistenz. Außerdem hält der Schaum auch nach Minuten unverändert die Form.

Zusätzlich geht die Zubereitung superschnell. Auf meiner Stoppuhr sind gerade mal 73 Sekunden verstrichen, da ist der Cappuccino-Milchschaum bei mittlerer Befüllhöhe bereits fertig. Angesichts meiner ungeduldig auf ihre Babyccinos wartenden Söhne richtig gut!

Einen Haken gibt es aber auch hier. Im Kaltschaum-Modus gelingt nämlich auch dem Milchaufschäumer von Nespresso in meinem Test kein überzeugendes Ergebnis. Eine niedrige Zubereitungstemperatur scheint insgesamt, eine schwierige Sache zu sein.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gut gefallen
Sehr leise Im Kaltzubereitungsmodus kein schöner Milchschaum
Schöne Milchschaumkonsistenz bei Warmzubereitung Keine Möglichkeit, Zusatzzutaten zuzugeben
Spülmaschinenfest
Einfache Handhabung
Ausreichende Kabellänge
Gute Füllmenge
Sehr schnelle Zubereitung

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Koenic KMF 5212

Mit einer maximalen Milchschaumkapazität von 190 Millilitern ist der Milchaufschäumer von Koenic das kleinste Gerät in meinem Test. In Sachen Zubereitungsmodi bietet der KMF 5212 nur zwei Optionen: kalter oder warmer Milchschaum. Dank zweier Einsätze kann aber auch dieses Gerät sowohl Cappuccino- als auch Latte-Schaum. Als einzigem Gerät in meinem Test liegt dem Milchaufschäumer von Koenic ein Silikonuntersetzer bei, auf den ich den heißen Milchbehälter nach der Schaumzubereitung abstellen kann. Das finde ich persönlich praktisch, da ich so nicht auf den Fuß des Geräts oder einen anderen Untersetzer als "Ablage" angewiesen bin.

Direkt nach dem Anschalten produziert der Koenic ein Geräusch, das mich an einen der bei Kindern so beliebten Handventilatoren aus Plastik erinnert, nur etwas lauter. Im Verlauf der Milchschaumzubereitung schwankt der Geräuschpegel, liegt aber dennoch konstant deutlich über der Lautstärke des Nespresso. Leiser als der Sage ist er aber allemal.

Der Milchaufschäumer von Koenic verfügt nur über zwei Knöpfe – und lässt bei der Bedienung somit nicht viel Auswahl. Macht aber nichts. fullscreen
Der Milchaufschäumer von Koenic verfügt nur über zwei Knöpfe – und lässt bei der Bedienung somit nicht viel Auswahl. Macht aber nichts.
Die Füllmenge des elektrischen Milchaufschäumers ist nicht gerade großzügig, aber ausreichend. fullscreen
Die Füllmenge des elektrischen Milchaufschäumers ist nicht gerade großzügig, aber ausreichend.
Warmen Milchschaum liefert der Milchaufschäumer von Koenic in überraschend guter Konsistenz. fullscreen
Warmen Milchschaum liefert der Milchaufschäumer von Koenic in überraschend guter Konsistenz.
Der Milchaufschäumer von Koenic verfügt nur über zwei Knöpfe – und lässt bei der Bedienung somit nicht viel Auswahl. Macht aber nichts.
Die Füllmenge des elektrischen Milchaufschäumers ist nicht gerade großzügig, aber ausreichend.
Warmen Milchschaum liefert der Milchaufschäumer von Koenic in überraschend guter Konsistenz.

Der Milchschaum: Eine (halbe) positive Überraschung

Doch wie sieht es mit dem Milchschaum aus? Zunächst muss ich auf meinen warmen Milchschaum eine gefühlte Ewigkeit warten. Fast 5 Minuten zeigt die Stoppuhr, bevor der Milchaufschäumer signalisiert, dass der von meinen Söhnen so heiß erwartete Nachschub fertig ist.

Positiv überrascht bin ich dafür von der Konsistenz des Schaums. Sowohl mit Latte- als auch mit Cappuccino-Einsatz liefert der Milchaufschäumer von Koenic einen schönen Milchschaum, der wahlweise luftig oder eher fest ausfällt und auch nach Minuten noch gut in Form ist. Mit dem Ergebnis des Nespresso kann sich der Schaum zwar nicht ganz messen, ist aber für meinen Privatbedarf auf jeden Fall in Ordnung.

Problematisch wird es dagegen – wieder mal – bei der Kaltschaumzubereitung. Die geht zwar mit rund 1:45 Minuten deutlich schneller vonstatten, dafür bitzelt es in der eingefüllten Milch aber auch nur leicht. Von Schaum keine Spur. Schade.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gut gefallen
Der Silikonmantel des Milchkännchens schützt vor heißen Fingern Zubereitung von warmem Milchschaum dauert sehr lange (4:52 Minuten bei warmem Schaum und max. Befüllmenge)
Spülmaschinenfest Bei kalter Zubereitung kommt kein Milchschaum zustande
Bei warmer Zubereitung schöner Milchschaum Brummendes Geräusch während Zubereitung
Langes Stromkabel
Günstiger Preis
Silikonuntersetzer liegt bei
Einfache Handhabung

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Fazit: Mein persönlicher Testsieger ist ...

Als mein persönlicher Favorit hat sich im Test der elektrische Milchaufschäumer von Nespresso herausgestellt. Das Gerät liefert schnelle Ergebnisse, die sich sehen lassen können, und ist dabei erfreulich leise. Auch die Füllmenge ist für meinen Bedarf absolut ausreichend.

Der Milchaufschäumer von Koenic hat mich ebenfalls positiv überrascht. Aufgrund des lauten Betriebsgeräusches ist er aber nicht mein Testsieger. Etwas enttäuscht war ich dagegen vom Sage-Milchaufschäumer. Zwar liefert das Gerät bei 70 Grad Celsius schönen Milchschaum, angesichts des hohen Preises reicht das meiner Meinung nach aber nicht aus, zumal der Schäumer bei niedrigeren Temperaturen den Dienst versagt.

Tipp
Eine kleine Anmerkung noch am Rande: Mit Vollmilch gelingt der Milchschaum in meinem Test mit jedem der drei Geräte besser, wobei es keinen Unterschied machte, ob ich haltbare- oder Frischmilch verwendete.

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