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TK-Safe: Warum ich die digitale Patientenakte für die Zukunft halte

TK-Safe dokumentiert unter anderem Impfungen.
TK-Safe dokumentiert unter anderem Impfungen.

Vor rund einem Jahr stellte die Techniker Krankenkasse die elektronischen Patientenakte TK-Safe vor. Nach einem ausgiebigen Test kann ich sagen: Die digitale Krankenakte ist eindeutig die Zukunft und sollte von allen Krankenkassen angeboten werden!

Wie bei vielen anderen Dingen (Stichwort: Mobile Payment) war Deutschland auch in Sachen elektronische Patientenakte lange Entwicklungsland. Medizinische Daten lagen dezentral bei Ärzten, Krankenhäusern, Therapeuten und Krankenkassen. Patienten hatten keinen direkten Zugriff auf ihre eigenen medizinischen Informationen und mussten Röntgenbilder und Labordaten mühsam bei verschiedenen Ärzten anfragen und zusammentragen.

Im April 2018 startete die Techniker Krankenkasse als eine der ersten Kassen einen "erweiterten Anwendertest" (also eine Beta) für eine digitale Patientenakte. Der Name: TK-Safe. Entwickelt wurde das System in Zusammenarbeit mit IBM. Als langjähriger Kunde der TK und Fan zukunftsweisender Technologien war ich sofort neugierig, als ich damals zur Beta eingeladen wurde.

Ein Jahr später nach Abschluss der Testphase kann ich nur bestätigen: Die elektronische Patientenakte vereinfacht den Alltag enorm und ist trotz mancher Kritiker die Zukunft des Gesundheitswesens. Doch der Reihe nach ...

Was ist dieses TK-Safe überhaupt?

Die elektronische Patientenakte TK-Safe ist keine separate App, sondern als Feature in die mobile Anwendung der Techniker Krankenkasse für iOS und Android integriert. Neben bekannten Funktionen wie der Teilnahme am Bonus-Programm der TK und dem elektronischen Einreichen einer Krankmeldung findet sich nach Ende der einjährigen Beta-Phase in der TK-App auch der Punkt "TK-Safe". Die TK setzt also auf eine andere Lösung als andere Krankenkassen, die die digitale Gesundheitsakte in die Drittanbieter-App Vivy auslagern.

TK-Safe elektronische Patientenakte fullscreen
Die digitale Patientenakte TK-Safe ist in die normale TK-App integriert.

Die Features von TK-Safe in der Übersicht

Jeder Nutzer von TK-Safe kann in seiner elektronischen Gesundheitsakte alle Daten einsehen, die der Krankenkasse über den Versicherten vorliegen. Allerdings stehen manche Daten wie etwa Arztbesuche aus abrechnungstechnischen Gründen der Kassenärztlichen Vereinigung nur nach einiger Verzögerung zur Verfügung und können erst dann in TK-Safe übertragen werden.

Folgende Infos zeigt TK-Safe an:

  • Meine Arztbesuche: Arzttermine, Diagnosen und Kosten auf einen Blick. Übertragung der Daten mit einer Verzögerung von sechs bis neun Monaten.
  • Meine Ärzte: Informationen zu besuchten Ärzten übersichtlich an einer Stelle.
  • Meine Dokumente: Fotos und PDF-Dateien zur Dokumentation.
  • Meine Impfungen: Übersicht über Grundimmunisierungen, Auffrischungen und Reiseschutzimpfungen. Übertragung der Daten mit einer Verzögerung von sechs bis neun Monaten. TK-Safe gibt auch Empfehlungen für Impfungen auf Basis von Angaben der Ständigen Impfkommission (STIKO).
  • Meine Krankenhausaufenthalte: Diagnosen, Behandlungen und Kosten im Überblick. Daten zu Krankenhausbesuchen liegen meist einige Tage nach der Behandlung vor.
  • Meine Medikamente: Arzneimittel, Wirkstoffe und Kosten. Übertragung der Daten mit einer Verzögerung von 16 Wochen.
  • Meine Vorsorge: Früherkennungsuntersuchungen und persönliche Vorsorgeempfehlungen wie Zahnprophylaxe und Hautkrebs-Screening.
  • Meine Zahngesundheit: Zahnarzttermine und Zahnbehandlungen im Überblick. Übertragung der Daten mit einer Verzögerung von fünf Monaten.
Meine Impfungen fullscreen
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Vorsorge
Meine Impfungen
Vorsorge

Alle von der TK bereitgestellten Daten lassen sich vom Nutzer manuell mit eigenen Daten und gescannten Dokumenten ergänzen. So können etwa frei verkäufliche Medikamente per Barcodescanner hinzugefügt sowie Arztbriefe und Röntgenbilder hochgeladen werden.

Noch im 1. Halbjahr 2019 sollen laut Techniker Krankenkasse 12.000 Arztpraxen an TK-Safe angeschlossen sein. Die teilnehmenden Mediziner können direkt aus ihrer Praxissoftware Laborbefunde und Röntgenbilder in die digitalen Patientenakten übertragen. Patienten haben die Möglichkeit, behandelnden Ärzten die Befunde von früheren Arztbesuchen digital zur Verfügung zu stellen.

Wie steht es um die Sicherheit der Daten?

Wer sich Sorgen um die Sicherheit seiner privaten Daten macht, kann beruhigt sein: Die elektronisch gespeicherten Versicherungsdaten werden von TK und IBM dreifach gesichert.

Zunächst einmal lässt sich die TK-App selbst per Fingerabdruck oder Face ID (Gesichtserkennung) sichern. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung sorgt zudem dafür, dass die Akte ausschließlich auf einem registrierten Smartphone mit einem persönlichen Passwort innerhalb der TK-App eingesehen werden kann. Darüber hinaus sind die Daten Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Das bedeutet, dass ausschließlich der Nutzer auf seinem Smartphone die entschlüsselten Informationen sehen kann.

Wer TK-Safe nicht mehr nutzen möchte, kann den Service laut Techniker Krankenkasse jederzeit beenden und die hinterlegten Daten löschen lassen. Auf die Daten sollen weder die TK noch IBM zugreifen können, sondern nur der Nutzer.

Und warum ist die elektronische Patientenakte nun so praktisch?

Die elektronische Patientenakte TK-Safe hat mich persönlich vor allem deswegen überzeugt, weil sie mir die Kontrolle über meine Gesundheitsdaten (zurück-)gibt. Während Infos über Arztbesuche und Medikamentenkäufe früher für mich unsichtbar irgendwo bei meiner Krankenkasse herumlagen, kann ich nun direkt auf meinem Smartphone (mit etwas zeitlicher Verzögerung) nachschauen, wie lange der letzte Besuch bei meinem Hausarzt zurückliegt und wann genau ich ein bestimmtes Arzneimittel gekauft habe.

Ebenfalls spannend sind die Infos zu den im Gesundheitswesen anfallenden Kosten: Ich kann in TK-Safe genau nachvollziehen, wie viel mein Zahnarzt für die letzte Behandlung bei meiner Krankenkasse abgerechnet hat und wie viel ein Medikament wirklich gekostet hat, bei dem ich nur fünf Euro zuzahlen musste.

TK-Safe elektronische Patientenakte fullscreen
TK-Safe gibt mir die Kontrolle über meine Gesundheitsdaten zurück.

Wer möchte, kann dank TK-Safe noch tiefer in seine Gesundheitsdaten vordringen und sich beispielsweise die einzelnen Behandlungsarten beim letzten Arztbesuch mitsamt Nummer in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) oder die Wirkstoffe im gekauften Medikament anzeigen lassen.

TK-Safe gibt mir damit auch Selbstbestimmung zurück. Ich kann jede Google-Suche und jeden Einkauf mit meiner Kreditkarte im Internet nachvollziehen – warum sollte das nicht auch für Arztbesuche und den Kauf von verschreibungspflichtigen Medikamente gelten? Zudem kann ich mit meiner digitalen Patientenakte bei einem Arztwechsel dem neuen Mediziner sofort und ganz einfach wichtige Informationen zu meiner Vorgeschichte liefern, ohne die Daten erst umständlich bei anderen Ärzten anfordern zu müssen.

So kannst Du Dich für TK-Safe registrieren

Die Registrierung für TK-Safe ist für Kunden der Techniker Krankenkasse recht einfach. So funktioniert's:

  1. Zunächst ist eine Registrierung des mobilen Geräts für die TK-App notwendig. Dafür wird ein achtstelliger Freischaltcode benötigt, den Du beim erstmaligen Start der TK-App anforderst. Den Freischaltcode erhältst Du innerhalb von wenigen Tagen per Post. Weitere Infos dazu finden sich auf der Webseite der Techniker Krankenkasse.
  2. Ist das Mobilgerät registriert, folgt die eigentliche Anmeldung in TK-Safe. Dafür musst Du die TK-App öffnen und im Menü "TK-Safe" auswählen. Dort erhältst Du erste wichtige Informationen und musst diverse Einwilligungen geben.
  3. Sicherheitsschlüssel erstellen und speichern: Dies ist einer der wichtigsten Schritte. Nur mit diesem Schlüssel ist die Entschlüsselung der Daten auf dem Mobilgerät möglich. Beim Wechsel auf ein anderes Gerät ist der Schlüssel zwingend notwendig – du solltest ihn daher außerhalb des Smartphones sicher speichern.

Gibt es das auch bei anderen Krankenkassen?

Wie bereits kurz erwähnt, gibt es die elektronische Patientenakte mittlerweile auch bei anderen Krankenkassen. Im September 2018 starteten 14 gesetzliche und zwei private Krankenkassen ein gemeinsames System über die kostenlose App Vivy, die von einem Berliner Start-up entwickelt wurde (via Spiegel Online). Mit Vivy können Nutzer ebenfalls Überweisungen und Laborwerte speichern sowie Dokumente von Ärzten, Laboren und Kliniken anfordern.

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