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Alles notiert: 7 Notizen-Apps für Apple, Android und Windows im Check

Notizen-Apps Titel
Welche Notizen-App bietet welche Features? Ich hatte sieben Anwendungen im Test. Bild: © TURN ON 2020

Meine Notizen halte ich am liebsten in einer App fest. Auf den meisten Geräten sind Notizen-Apps in rudimentärer Form vorinstalliert, für ausschweifende Projekte genügt das jedoch nicht. Auf der Suche nach einer passenden App habe ich sieben Anwendungen mit zahlreichen Features ausprobiert. Was sie können und welche ich tatsächlich im Alltag benutze, liest Du hier.

Vor gut zwei Monaten habe ich ein Fernstudium angefangen. Dafür wollte ich ein neues digitales Notizbuch anlegen, und so begann die Suche nach einer geeigneten App. Die vorinstallierten Klassiker wie Apple Notizen und Google Notizen sind mir für diesen Anwendungsfall zu puristisch. Ich möchte strukturierte Notizen anfertigen – am besten mit der Möglichkeit, Unterordner im gleichen Notizbuch zu erstellen.

Dabei würde ich gern sowohl auf meinem MacBook arbeiten als auch handschriftliche Notizen auf meinem iPad anfertigen – zum Beispiel für Mindmaps. Die Anwendung sollte außerdem die Möglichkeiten bieten, Bilder einzubinden, das Layout zu bearbeiten und die Notizen in der Cloud zu synchronisieren. Außerdem möchte ich in meinen Aufzeichnungen nach bestimmten Begriffen suchen können.

In meinem Test habe ich sieben Notizen-Apps unter die Lupe genommen, die oft genutzt und gut bewertet werden. Sie sind meist sowohl für Apple-Geräte als auch für Windows- und Android-Devices verfügbar.

OneNote 2016 – die beste kostenlose Notizen-App

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OneNote steht auf allen möglichen Geräten bereit. Bild: © Microsoft 2019

Der Klassiker und Alleskönner unter den Notizen-Apps kommt von Microsoft. Seit der Veröffentlichung von OneNote 2016 gehört das Programm nicht mehr zum Office-Paket von Microsoft und steht kostenlos für jeden zum Download bereit. Tatsächlich nutze ich die Anwendung sehr oft, zum Beispiel für Videoskripte, Rezepte, Artikel, Ideen und Interviews. In OneNote kannst Du verschiedene Notizbücher anlegen, die sich wiederum in Abschnitte und Seiten untergliedern lassen: eine klassische Baumstruktur für eine schöne visuelle Darstellung.

Egal ob mit der Tastatur oder einem digitalen Stift, Notizen lassen sich auf vielerlei Arten anlegen. Elemente wie Bilder, PDFs, Tabellen oder Listen können frei an jede Stelle des Dokuments platziert und verschoben werden. Mit Kollegen oder Freunden lässt sich ebenfalls wunderbar zusammen an einem Dokument arbeiten, dafür müsst Ihr nicht einmal im gleichen Büro sitzen. Durch die Nutzung der OneDrive-Cloud kannst Du all Deine Notizbücher auf allen Geräten abrufen – sogar von verschiedenen Plattformen wie Windows und MacOS.

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OneNote nutze ich seit Jahren privat und bin sehr zufrieden mit der App. Bild: © TURN ON 2020

OneNote ist aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken. Seit Jahren trage ich meine Notizbücher in der App mit mir herum und liebe es, dass ich von überall darauf zugreifen kann – auch in der Web-Anwendung. Wenn Du auf der Suche nach einer tollen Anwendung für Notizen bist, ist OneNote auf jeden Fall einen Blick wert. Für mein Fernstudium wollte ich trotzdem etwas Neues ausprobieren, das ich noch nicht kenne.

Herausgeber: Microsoft
Verfügbar füriOS, iPadOS, MacOS, Windows, Android und Web
Preis: Kostenlos

Evernote – Notizen im Team bearbeiten

Genau wie Microsofts OneNote sticht das Programm Evernote durch eine große Betriebssystem-Kompatibilität und Funktionsvielfalt hervor. Die Anwendung wird oft genannt und weiterempfohlen, wenn Notizen-Apps zur Sprache kommen. Angelegte Einträge liegen in der Cloud und lassen sich so von überall aus aufrufen. Notizen können in verschiedenen Notizbüchern verwaltet werden, leider ohne eine Struktur von Unterordnern.

Außerdem steht hier ganz klar die Vergabe von Schlagwörtern im Vordergrund, sodass sich jede Notiz mit passenden Tags versehen lässt. Sinnvoll ist dieser Ansatz gerade bei größeren Notizensammlungen – für visuelle Menschen eignet sich das Konzept von OneNote besser.

In Evernote kannst Du Dokumente, Bilder, Checklisten, Sprachmemos und Links einfügen. Es gibt übersichtlich angeordnete Werkzeuge zur Schriftformatierung und auch das handschriftliche Verfassen von Notizen ist möglich. Besonders cool ist der integrierte Dokumentenscanner, der sogar die Handschrift der abfotografierten Notiz erkennt und bei der Suche berücksichtigt.

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Evernote hat viele starke Features und ein tolles Design. Bild: © TURN ON 2020

Ich bin kein Fan von Abo-Modellen, doch Evernote setzt darauf. Der Preis variiert je nach Abonnement: Erst in der Premium-Version kannst Du beispielsweise mit Deinem Team zusammen an Notizen arbeiten – das lohnt sich mehr für Unternehmen. Ich bin vom Abo-Modell nicht begeistert und nutze Evernote daher nicht mehr.

Herausgeber: Evernote
Verfügbar füriOS, iPadOS, MacOS, Windows und Android
Preis: Abo zwischen monatlich 6,99 € und 13,99 €

Notability – eine verzichtbare Notizen-App

Mit Notability kannst Du Notizen anfertigen, PDFs bearbeiten, Ideen festhalten, Bilder einfügen und Audio-Aufnahmen anlegen. Die App ist sehr einfach gehalten – in einer Menüleiste befinden sich verschiedene Werkzeuge wie Stifte, Radierer und Marker. Schriftart und Farbe kannst Du ebenfalls festlegen. Es lassen sich sowohl handschriftliche Notizen sowie Texte mit der Tastatur verfassen. Eine richtige Ordnerstruktur gibt es allerdings nicht – unter einem neuen Thema liegen die Notizblätter wahllos herum. Die Synchronisation zwischen den Apple-Geräten klappt problemlos, sodass Du gleichzeitig am Mac und iPad arbeiten kannst.

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Mit Notability konnte ich mich nicht anfreunden. Bild: © TURN ON 2020

Für mich persönlich ist Notability zu rudimentär: Die App ist vor allem für die Nutzung mit dem Apple Pencil ausgelegt und am Computer wirkt sie weniger ausgereift. So ist die Bedienung stellenweise etwas hakelig, beispielsweise beim Einfügen von Bildern, dem Verschieben von Informationskästen und der Positionierung des Cursors im Text. Am Mac ist es sehr anstrengend, mit der App zu arbeiten, für das iPad eignet sie sich eher – ich suche jedoch eine Möglichkeit, beides zu verbinden.

Herausgeber: Ginger Labs
Verfügbar für: iOSiPadOS und MacOS
Preis: einmalig für alle Geräte 9,99 €

GoodNotes – für alle, die gerne auf dem iPad arbeiten

Neben OneNote und Evernote dürfte GoodNotes ebenfalls sehr bekannt sein. Gerade bei Studenten ist die App beliebt, da sie die Eingabe mit einem digitalen Stift großartig unterstützt. Die Anwendung ist puristisch und übersichtlich aufgeteilt. Über eine Menüleiste lassen sich verschiedene Werkzeuge auswählen, Bilder und PDFs einbetten. Du kannst Notizbücher anlegen und Seiten hinzufügen, eine nochmalige Unterteilung in Unterordner ist nicht integriert. Notizen lassen sich aber über die iCloud mit anderen Apple-Geräten synchronisieren.

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Extra Textfelder anzulegen, finde ich bei GoodNotes nicht gut gelöst. Bild: © TURN ON 2020

Genau wie die App Notability ist GoodNotes vorwiegend für das Arbeiten mit dem iPad ausgelegt. Es gibt zwar eine Version für den Mac, das Schreiben darin stellt sich jedoch als unfassbar umständlich heraus. Anders als bei anderen Notizen-Apps musst Du hier Textfelder anlegen und kannst nicht einfach auf einem weißen Blatt drauflosschreiben. Das verkompliziert das Erstellen von Einträgen unnötig und ist für mich daher ungeeignet. Arbeitest Du jedoch gerne mit dem iPad, schaue Dir GoodNotes ruhig einmal genauer an.

Herausgeber: Time Base Technology Limited
Verfügbar füriOS, iPadOS und MacOS
Preis: einmalig für alle Geräte 8,99 €

Notebook – die schönste Art, Notizen anzulegen

Notebook wirkt zunächst wie eine unscheinbare Notizen-App, hat aber tatsächlich unglaublich viel Potenzial und ist sogar kostenlos. In der App lassen sich verschiedene Notizbücher anlegen und jede neue Seite heißt hier „Notizkarte“ – Unterordner sind nicht vorhanden. Du kannst Bilder, Videos, Links, Skizzen, Checklisten, PDFs und Tabellen einfügen sowie handschriftliche Notizen mit dem Finger oder dem digitalen Stift anfertigen. Es lassen sich sogar Audio-Aufnahmen abspeichern, beispielsweise über die Apple Watch.

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Mit ihrem zeitlosen Look und vielen nützlichen Features hat mich die App Notebook überzeugt. Bild: © TURN ON 2020

Besonders schön finde ich die Möglichkeiten zur Gestaltung der Seiten. Sie sehen im Handumdrehen strukturiert und übersichtlich aus, sodass eine einfache Gliederung gelingt. Zitate lassen sich hervorheben. Du kannst auch Revisionen einsehen und die Notizen mit anderen teilen, um zusammenzuarbeiten. Die Synchronisation zwischen dem Mac und iPad funktioniert außerdem großartig. Von mir gibt es für Notebook eine dicke Empfehlung – sie bedient fast alles, was ich suche.

Herausgeber: Zoho Corporation
Verfügbar füriOS, iPadOS, MacOS, Windows und Android
Preis: Kostenlos

Simplenote – in ablenkungsfreier Umgebung Notizen machen

Bei Simplenote ist der Name Programm. Die App braucht nicht viel Schnickschnack und lädt durch eine schlichte Oberfläche zum Drauflosschreiben ein. Auch hier werden die Notizen vor allem mit Tags versehen. Eine Gliederung von Projekten oder gar Unterordnern existiert nicht – es gibt lediglich eine Unterteilung in „Alle Notizen“ und „Papierkorb“.

Gut gefallen hat mir der Versionsverlauf, womit ich frühere versehentlich gelöschte Einträge schnell wiederherstellen kann. Außerdem kann ich mit anderen Simplenote-Nutzern an Notizen arbeiten oder sie diese nur lesen lassen.

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Simplenote ist sehr einfach gehalten und eignet sich eher für schlichte Notizen. Bild: © TURN ON 2020

Für meine Anforderungen ist Simplenote tatsächlich zu simpel. Mir fehlt eine richtige Struktur von Unterkapiteln und die Möglichkeit, mich kreativ auszutoben. Die App bietet keine Zeichen-Werkzeuge, geschweige denn eine Farbauswahl für die Schrift an. Gut zu wissen: Eine Nutzung auf dem iPad ist ebenfalls nicht möglich und die Anwendung ist nur in englischer Sprache verfügbar.

Herausgeber: Automattic
Verfügbar füriOS, iPadOS, MacOs, Windows, Android, Linux und Web
Preis: kostenlos

MyScript Nebo – die beste Allround-Notizen-App mit einer Einschränkung

MyScript Nebo ist eine starke App mit vielen nützlichen Features. Beinahe wäre sie mein neuer Begleiter im Alltag geworden. Aber von Anfang an: Du kannst in Nebo Notizbücher mit Unterordnern anlegen, in denen Du Deine Notizseiten sammelst. Per digitalem Stift oder der Tastatur fertigst Du dann Einträge an und kannst diese nach Belieben gestalten. Die Handschrifterkennung der App ist großartig, sodass handschriftlich geschriebene Texte schnell konvertiert werden können – auch Gleichungen oder Diagramme. Es lassen sich Bilder einfügen, jedoch keine PDF-Seiten.

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Besonders die Handschrifterkennung hat es mir bei MyScript Nebo angetan. Bild: © TURN ON 2020

Auf meinem iPad habe ich die App sehr gerne benutzt, jedoch gibt es sie nicht als Version für den Mac. Es lassen sich zwar Notizen mit der Tastatur anfertigen, doch dafür brauche ich eine andockbare Tastatur für das iPad oder das Surface von Microsoft. Damit eignet sich die App für meinen Anwendungsfall nicht.

Herausgeber: MyScript
Verfügbar füriPadOS, Windows und Android
Preis: 9,99 €

Fazit: Ich bleibe bei OneNote

Notizen-Apps gibt es wie Sand am Meer und das ist gut so. So werden alle möglichen Bedürfnisse abgedeckt. Brauchst Du nur eine Oberfläche, auf der Du Deine Gedanken niederschreibst, eignet sich vielleicht Simplenote für Dich.

Willst Du Dich kreativ auf dem iPad ausleben, ist GoodNotes die richtige Wahl. Ich persönlich habe in Notebook eine tolle App für das Anlegen meiner Studiums-Notizen gefunden und auch OneNote wird mich weiterhin für andere Aufgaben begleiten.

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