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Amazon Key lässt den Postboten in Dein Haus hinein

Was für Datenschützer nach dem puren Alptraum klingt, wird in den USA jetzt Realität: Mit Amazon Key führt der Versandriese einen Service ein, der Postboten in das Zuhause von Kunden lässt – natürlich nur, um das bestellte Paket abzuliefern. Dabei wird der Bote per Cloud Cam videoüberwacht.

Ab November kommt Amazon in das Zuhause seiner Kunden – und zwar wortwörtlich. Dann wird das Online-Shopping-Portal zunächst in den USA um eine Versandoption reicher: in-home delivery. Und das bedeutet genau das, wonach es klingt. Der Kunde erteilt einem Amazon-eigenen Lieferdienst per App für kurze Zeit Zutritt in sein Haus oder seine Wohnung, wenn er selber nicht zu Hause ist, um das Paket anzunehmen. Voraussetzung dafür sind eine neue Sicherheitskamera namens Amazon Cloud Cam, ein smartes Türschloss für die Haustür und die App Amazon Key.

Smartes Bundle aus Türschloss, Sicherheitskamera und Key App

Das Ganze soll folgendermaßen funktionieren: Für 249,99 US-Dollar kaufst Du ein Bundle bestehend aus Smart Lock, der Amazon Cloud Cam und einer Gratis-Installation. Ist alles eingerichtet, erscheint in-home delivery bei den meisten künftigen Amazon-Bestellungen (Ausnahme bilden große, sperrige Produkte) als Versandoption. Amazon schickt das Produkt dann mit seinem eigenen Lieferservice los, weshalb es den Dienst zunächst nur in 37 US-amerikanischen Städten geben wird.

Amazon dringt weiter in das Privatleben seiner Kunden ein

Am Tag der Zustellung bekommst Du morgens ein grobes Zeitfenster genannt und erhältst schließlich eine Benachrichtigung, wenn der Paketbote bei Dir zu Hause angekommen ist. Jetzt kannst Du die Lieferung über Deine Sicherheitskamera und die Amazon-Key-App im Livestream mitverfolgen. Zunächst wird der Bote klingeln, falls doch jemand zu Hause sein sollte. Anschließend scannt er einen Barcode und erhält – wenn via Amazon Cloud das Go kommt – die Zugangsmöglichkeit aufs Handy. Ein Swipe und er ist in Deinem Haus. Dieses soll er laut Amazon nach Möglichkeit nicht betreten und die Haustür nur so weit öffnen, dass das Paket hineinpasst. Am Ende erhältst Du eine Nachricht mit einem kurzen Video zur Kontrolle aufs Smartphone – so zumindest der Plan...

Wie groß das Interesse an einer Lieferung INS Zuhause wirklich ist, wird sich ab dem 8. November zeigen. Dann startet Amazon Key in 37 US-amerikanischen Städten. Sollten die Sicherheitsbedenken der Kunden nicht überwiegen und sich der Service etablieren, will Amazon auch mit anderen Diensten kooperieren und ihnen Zutritt zum Zuhause seiner Kunden gewähren.

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