Android-Apps können Fernsehprogramm ausspionieren

Fire TV
Fire TV (©YouTube/STEVEN 2017)
Andreas Müller Hat im vergangenen Jahr so viele Smartphones getestet, dass er einen Orden verdient hätte.

Über 250 Android-Apps überwachen die TV-Gewohnheiten US-amerikanischer Nutzer. Die Spiele-Apps verwenden das Mikrofon, um Audio-Signale in Fernsehwerbung und -programmen zu erkennen und verknüpfen diese Informationen mit weiteren Infos über Nutzergewohnheiten für Marktforschungszwecke.

Im Mobile-Game "Honey Quest" werfen die Spieler Früchte von einem Baum, damit ein hungriger Bär sie essen kann. Außerdem überwacht das Kinderspiel, was sich der Nutzer gerade im Fernsehen ansieht. Laut der New York Times nutzen bereits über 250 Spiele Software des Start-ups Alphonso, um mit dem Smartphone-Mikrofon die Fernsehgewohnheiten der Nutzer auszuspionieren. Die meisten sind für Android verfügbar, einige gibt es auch in Apples App Store. Der Zweck: Sie dienen zur Marktforschung.

Kinderspiele überwachen Fernsehgewohnheiten

Die Technologie kommt bislang allerdings nur in den USA zum Einsatz – in Deutschland werden die von der App benötigten Audiosignale nicht in der Fernsehwerbung ausgestrahlt. Die Games überwachen die TV-Gewohnheiten auch dann, wenn sie gerade nicht gespielt werden. Einige Apps gleichen die erhobenen Informationen mit den vom Nutzer besuchten Orten und Kinofilmen ab. Werbekunden schalten dann auf der Grundlage passende Werbeanzeigen für den Nutzer.

Sprachassistenten sind neugieriger

Die Anwender müssen zwar der App-Berechtigung für den Mikrofon-Zugriff erst zustimmen, allerdings richten sich einige Spiele angesichts ihrer Aufmachung offenbar an Kinder. Diese verstehen die Tragweite solcher Berechtigungen noch weniger als viele erwachsene Anwender. Menschliche Stimmen werden von den Apps allerdings nicht aufgezeichnet, sondern nur bestimmte Audiosignale in TV-Werbung und -Sendungen, die zu ihrer Identifizierung dienen.

In Deutschland werden solche Audiosignale nicht eingesetzt, aber Sprachassistenten wie Alexa hören mit dem Smartphone-Mikrofon immer zu und schicken nach der Aktivierung Spracheingaben an die Server der Anbieter.

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