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Android kann bald mit Parkuhren und Bushaltestellen sprechen

Android-Smartphones sollen über Chrome mit sogenannten Beacons kommunizieren können.
Android-Smartphones sollen über Chrome mit sogenannten Beacons kommunizieren können. (©CC: Flickr/Rob Bulmahn 2014)

Der Chrome-Browser auf Android-Smartphones kann bald auch mit Objekten in Deiner Umgebung interagieren. Möglich machen soll dies ein neues Feature, das mit Mini-Sendern kommuniziert, die sich in nahezu allen Gegenständen unterbringen lassen.

Android-Smartphones könnten bald schon in der Lage sein, mit ganz alltäglichen Dingen wie Parkuhren, Bushaltestellen, Fahrrädern oder Haushaltsgeräten zu kommunizieren. Möglich machen soll dies ein neues Feature für den Chrome-Browser, das laut einem Blogeintrag aktuell von Google entwickelt wird. Wie Entwickler Scott Jenson erklärt, wird der Browser dadurch in die Lage versetzt, Signale von ganz alltäglichen Gegenständen in der Nähe des Nutzers zu empfangen und mit diesen über ein Standard-Webprotokoll zu interagieren.

Das Smartphone verbindet sich mit Beacons

Die Objekte selbst müssen dabei natürlich mit einem Bluetooth-fähigen Sender, einem sogenannten Beacon, ausgestattet sein. Dieser Sender macht im Prinzip nichts weiter, als einen ganz normalen URL-Link für eine Website an den Chrome-Browser auf dem Smartphone zu verschicken. Das kann bei einer Parkuhr zum Beispiel eine Website sein, über die der Nutzer am Smartphone selbst die Parkzeit einstellt und die Zahlung vornimmt. An einer Bushaltestelle könnte das eine Seite sein, die darüber informiert, wann der nächste Bus kommt. Im Prinzip könnte auf die Art so gut wie jeder Gegenstand im öffentlichen Raum seine eigene Website bekommen. Erreichbar wäre die dann immer per Direktlink vom Smartphone aus.

In einem Museum könnten derartige Beacons eingesetzt werden, um über das Smartphone Zugriff auf einen Audio-Guide zu erhalten und in Geschäften könnten so Informationen zu Produkten auf speziellen Homepages bereitzustellen.

Vorbild QR-Code

Dabei soll sich der Chrome-Browser aber nicht automatisch mit Objekten verbinden, sondern immer nur dann, wenn der Nutzer aktiv nach bestehenden Verbindungen scannt. Vom Grundprinzip erinnert das Ganze natürlich an QR-Codes. Auch diese lassen sich an praktisch jedem Objekt anbringen, mit dem Smartphone scannen und können anschließend einen Direktlink zu einer ganz bestimmten Website erzeugen. In der Praxis haben sich derartige Codes bislang jedoch eher schleppend durchgesetzt.

Gleichwohl ist das Potenzial, das in einer solchen Technologie steckt, natürlich gewaltig und ein Paradebeispiel für die Vision vom Internet der Dinge, in dem alle Objekte miteinander vernetzt sind. Verfügbar werden soll das neue Chrome-Feature bereits in der Browser-Version 49 für Android. Aktuell wird im Play Store noch der Browser mit der Versionsnummer 48 angeboten.

Navigation in geschlossenen Räumen

Theoretisch können die Beacons auch zur Navigation in geschlossenen Räumen verwendet werden. So ließe sich mit Hilfe von drei Sendern per Trilateration die Position des Smartphones in einem bestimmten Raum ermitteln. Bereits 2013 hatte Apple eine proprietäre Version der Technik mit dem Namen iBeacon vorgestellt. Diese hat bislang jedoch kaum Verbreitung gefunden.

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