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Android-Updates: Google macht Druck auf Smartphone-Hersteller

Noch kein Marshmallow? Google will den Druck auf Hersteller erhöhen.
Noch kein Marshmallow? Google will den Druck auf Hersteller erhöhen. (©CC: Flickr/Takahiro Yamagiwa 2015)

Google könnte Smartphone-Hersteller künftig an den Pranger stellen, wenn diese sich zu viel Zeit bei den Android-Updates lassen. Eine Liste mit den größten Update-Sündern soll intern bereits existieren und könnte bei einer Veröffentlichung für einigen Wirbel sorgen.

Die Update-Politik einiger Smartphone-Hersteller ist seit Jahren ein großes Ärgernis und stößt bei vielen Kunden regelmäßig auf Unverständnis. Der Grund dafür sind fehlende Android-Updates, die von den Smartphone-Herstellern und Mobilfunkbetreibern oft nicht an ihre Kunden weitergegeben werden. Hier müssen sich einige Hersteller sogar von Microsoft vorführen lassen. Das hat auch Android-Entwickler Google erkannt und möchte laut einem Bericht von Bloomberg nun offenbar den Druck auf die Hersteller erhöhen, damit diese schneller Updates für ihre Smartphones bereitstellen.

Google könnte Hersteller beim Kunden verpetzen

Wer nun allerdings glaubt, Google plant die Updates mit einem komplizierten technischen Projekt zu beschleunigen, irrt. Stattdessen könnte der Konzern auf ein viel einfacheres Mittel zurückgreifen, um Hersteller und Netzbetreiber zu schnelleren Updates zu bewegen: öffentliches Anprangern. So sollen bereits seit Anfang des Jahres interne Listen existieren, auf denen dokumentiert ist, welche Smartphone-Hersteller und Mobilfunkbetreiber besonders vorbildlich mit Updates umgehen – und welche nicht. Eine Veröffentlichung dieser Liste könnte für einige Unternehmen ziemlich peinlich und obendrein geschäftsschädigend sein.

Google selbst wollte sich laut Bloomberg allerdings nicht zu den Plänen äußern. Vielleicht reicht aber auch die Androhung einer Veröffentlichung aus, um einige Hersteller zu schnelleren Updates zu bewegen.

Updates bedeuten mehr Sicherheit und besseren Service

Google hat dabei zwei Hauptgründe, den Druck zu erhöhen. Der erste Grund ist natürlich die Sicherheit, denn obwohl die meisten sicherheitsrelevanten Android-Updates mittlerweile in separate Patches ausgegliedert werden, kommen diese doch oft zu spät oder gar nicht bei den Kunden an. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass Google seine neuen Dienste schneller zu möglichst vielen Kunden bringen möchte. Oft scheitert das aber an fehlenden Android-Updates seiner Hardware-Partner.

Dabei hat der Software-Entwickler in den vergangenen Jahren bereits einige Schritte unternommen, um die Update-Problematik in den Griff zu bekommen. So ist Android heute anders als iOS und Windows 10 Mobile in viele kleinere Sektionen zerlegt, die sich unabhängig voneinander aktualisieren lassen. Sämtliche System-Apps werden auf diesem Wege schon lange von Google direkt und unabhängig von allen Herstellern und Netzbetreibern aktualisiert.

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