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Apple: Auch Siri-Sprachbefehle werden offenbar von Dritten mitgehört

Auch Siri-Anfragen werden zum Teil durch echte Menschen ausgewertet.
Auch Siri-Anfragen werden zum Teil durch echte Menschen ausgewertet.

Nicht nur Amazon und Google: Auch Apple lässt offenbar Sprachaufnahmen seiner Nutzer von echten Menschen auswerten. Der einzige Weg, dies zu unterbinden, ist die Nichtbenutzung von Siri.

In den vergangenen Wochen mussten unter anderem Amazon und Google Kritik dafür einstecken, dass Mitarbeiter anonymisierte Nutzer-Gespräche mit Alexa und dem Google Assistant anhören und auswerten. Nun steht dieser Vorwurf auch gegenüber Apple im Raum. Denn wie der britische Guardian berichtet, werden Konversationen, die Nutzer mit der Sprachassistentin Siri führen, teilweise zur Auswertung an Drittunternehmen weitergegeben.

Alle Anbieter von Sprachdiensten lassen Daten auswerten

Die Auswertung dient dabei dem Zweck, Spracherkennung und Reaktionen von Siri zu verbessern. In einem Statement gegenüber der Zeitung teilte Apple mit, dass nur etwa ein Prozent der Datensätze zur Auswertung weitergegeben würde. Zudem würden die Dateien dabei anonymisiert, sodass diese sich nicht mehr einem bestimmten Nutzer zuordnen lassen.

Einer der Mitarbeiter, der in einem Drittunternehmen an der Auswertung der Siri-Daten arbeitet, wirft Apple jedoch vor, dass die Anonymisierung teilweise unsauber erfolge. So würden die übermittelten Datensätze zum Teil auch GPS-Daten und Kontaktinformationen beinhalten.

Zudem würden die Drittunternehmen auch Audio-Aufnahmen von Nutzern erhalten, die offenbar unabsichtlich gemacht wurden. So soll es regelmäßig vorkommen, dass Siri durch ein falsch verstandenes Kommando versehentlich aktiviert wird. Besonders bei neueren Apple-Watch-Modellen soll es öfter zu unbeabsichtigten Aufzeichnungen kommen, weil der Sprachassistent durch die Bewegungen des Handgelenks aktiv wird.

Kunden haben nur die Möglichkeit, komplett auf Siri zu verzichten

Besonders kritisch bewertet der Mitarbeiter, dass die Siri-Nutzer seiner Meinung nach nicht ausreichend darüber informiert würden, dass ihre Daten von Menschen ausgewertet werden könnten – ein Vorwurf, dem sich auch Amazon und Google ausgesetzt sehen. Auch würde es für die Nutzer keine Möglichkeit geben, eine Speicherung und Auswertung ihrer Daten grundsätzlich zu verhindern. Die einzige Möglichkeit dafür wäre, den Sprachassistenten gar nicht erst zu nutzen.

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