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Apple, es ist an der Zeit, offen über RAM zu reden!

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"Sesam, öffne dich!" Erst ein Teardown verriet, wie die Speicherstruktur der iPhones aussieht.

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Apple bringt neue iPhones heraus. Bewirbt noch die kleinste farbliche Facette, schweigt jedoch über den Arbeitsspeicher. Diese Kommunikationsstrategie ist überholt und kann dem iPhone 11 sogar schaden.

Das Aussparen des Arbeitsspeichers bei Apple-Keynotes hat Tradition. Schon beim ersten iPhone schwieg Steve Jobs darüber, wie viel RAM in dem neuen Telefon sitzt. Im Fokus stand und steht bei Apple der Mehrwert des Produkts für den Nutzer und nicht einzelne technische Details, wie der ehemalige Apple-Designer Robert Brunner verlauten ließ.

Damals war das eine sinnvolle Entscheidung. Schließlich waren Smartphones völlig neue Geräte. Und das Wissen um technische Einzelheiten, wie den Arbeitsspeicher, hatte für die meisten potenziellen Käufer keinen wirklichen Nutzen.

Verwirrung um den Arbeitsspeicher des iPhone 11 Pro (Max)

2019 allerdings – zwölf Jahre nach der Präsentation der ersten Generation –, ist es an der Zeit, diese Kommunikationsstrategie zu überdenken. Aktuell sorgt das Geheimnis um den RAM von iPhone 11 Pro und 11 Pro Max nämlich für reichlich Verwirrung.

Kurz nach der Keynote behauptete Brancheninsider OnLeaks, in den beiden Premium-Varianten des neuen iPhones seien 6 Gigabyte Arbeitsspeicher verbaut. Wenig später wurde dies jedoch vom Entwickler Steve Troughton-Smith infrage gestellt, der bei Tests in Apples Entwicklungsumgebung Xcode lediglich Hinweise auf 4 GB RAM fand.

Die 4 GB Arbeitsspeicher wurden inzwischen auch durch einen Teardown von iFixit bestätigt. Allerdings halten sich nach wie vor Gerüchte, dass Apple zusätzlich 2 GB im Kamera-Modul verbaut habe und dieser Geheim-RAM nur für die drei Objektive in den Pro-Modellen des iPhone 11 zur Verfügung stünden. Plausibel ist das nicht gerade, aber Apple könnte problemlos für Klarheit sorgen.

Es ist an der Zeit, umzudenken

Auf ein Machtwort von Apple dürften wir allerdings vergeblich warten. Dabei kann das viele Hin und Her um die technischen Spezifikationen der neuen iPhones nicht in Apples Interesse sein. Passt es doch so gar nicht zu dem üblichen Maßstab mit der klaren Designsprache und der Nutzerfreundlichkeit. Warum dann nicht auch eine klare Kommunikation?

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Apple ist auf der Keynote in großem Detail auf den Apple-A13-Chip eingegangen – warum dann nicht auf den RAM?

Die Zeit, in der Nutzer von Angaben zum Arbeitsspeicher überfordert waren, ist definitiv vorbei. Klar, nicht alle iPhone-Käufer interessieren sich für oder wissen um diese Einzelheiten, aber "Arbeitsspeicher bei Smartphones" ist schon ein in der Öffentlichkeit bekanntes Thema. Dafür sprechen die Fülle der Berichterstattung, die sich um Hardware-Specs dreht, und das Echo, das entsprechende Beiträge in den sozialen Medien erhalten.

Arbeitsspeicher sorgt für Diskussionen

Wo vor Jahren mitunter Desinteresse oder Fragezeichen die gängige Reaktion gewesen wären, fachsimpeln viele Kunden und Apple-Fans heute über Sinn und Unsinn großer RAM-Kapazitäten. Es geht etwa um die Unterschiede zwischen Android und iOS bei der effizienten Nutzung von Arbeitsspeicher oder grundsätzlich darum, wie viel RAM ein Smartphone braucht und wie viel nicht.

Vielen ist klar, dass Apple im iPhone 11 Pro (Max) zwar weniger RAM unterbringt als Samsung im Galaxy Note 10+ oder Huawei im Mate 30 Pro, aber auch, dass iOS besser auf die Hardware der Apple-Phones abgestimmt ist. Schließlich müssen Apple und die Entwickler ihre Software nicht für so viele unterschiedliche Geräte optimieren, wie es im Android-Lager nötig ist. Außerdem ist immer mehr Leuten bekannt, dass eine höhere Zahl in den technischen Daten nicht zwangsläufig bessere Performance bedeutet – wie es aktuelle Akku- und Speed-Tests mit den 2019er iPhones mal wieder unter Beweis stellen.

Inzwischen haben viele Nutzer ihr drittes oder viertes Smartphone in der Hand und mit der Erfahrung steigt auch das technische Wissen. Dass Apple nach wie vor so ein Geheimnis um die Arbeitsspeichergrößen der iPhones macht, ist vor diesem Hintergrund schwer nachvollziehbar. Eignet sich die Bühne der Keynote doch exzellent für eine Demonstration der technischen Leistung, die Apple selbst mit weniger RAM im Vergleich zu Android-Flaggschiffen erreicht. So ließe sich auch vermeiden, dass falsche Specs an die Öffentlichkeit gelangen. Und iPhone-11-Besitzer müssen nach dem Kauf keine Enttäuschung mehr hinnehmen, wenn sich die geleakten RAM-Angaben dann doch als falsch erweisen.

Es ist also Zeit für eine Innovation bei Apple: Eine offenere Kommunikation!

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