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Apple Pay wird von Europäischer Kommission "überprüft"

Apple Pay kann als einziges Bezahlsystem die NFC-Schnittstelle des iPhones nutzen – wird das zum Problem für Apple?
Apple Pay kann als einziges Bezahlsystem die NFC-Schnittstelle des iPhones nutzen – wird das zum Problem für Apple?

Mit Apple Pay bietet der US-Hersteller iPhone-Nutzern ein einfacheres und sicheres Bezahlsystem per NFC an – andere Anbieter bleiben, anders als etwa bei Google, aber außen vor. Das könnte für Apple zu einem Problem werden, sollte die Europäische Kommission "wettbewerbsfeindliche Praktiken feststellen".

Derzeit schauen sich Wettbewerbshüter der EU-Kommission den Markt für Mobile-Payment-Systeme genauer an, schreibt Heise. Im Hinblick auf mögliche wettbewerbsfeindliche Praktiken, betonte ein Sprecher der Kommission gegenüber Mlex, beobachte man aktiv die derzeitige Entwicklung mobiler Bezahldienste – und somit auch das Verhalten der beteiligten Unternehmen. Genauere Details nannte der Sprecher zwar nicht, aber sowohl Banken, Bezahldienstleister als auch App-Entwickler seien zu Apple Pay und zum App Store befragt worden, heißt es. Die entsprechenden Fragebögen sind jedoch nicht öffentlich.

Muss Apple künftig die NFC-Schnittstelle freigeben?

Was die Arbeitsgruppe genau untersucht, ist daher nicht bekannt. Sehr wahrscheinlich werden die Aufseher aber ein Auge darauf werfen, wie Apple mit der NFC-Schnittstelle in seinen iPhones umgeht. Diese kann nämlich ausschließlich von Apple genutzt werden und kommt etwa für das Bezahlsystem Apple Pay zum Einsatz – die Konkurrenz kann auf den Funkchip nicht zugreifen. Mobile-Payment-Anbieter, die ihre Dienste auf dem iPhone anbieten wollen, müssen daher alternative Möglichkeiten nutzen, etwa durch Anzeige eines QR-Codes. Ob sich Apple damit wettbewerbsrechtlich konform verhält, könnte Gegenstand der Prüfung durch die Gruppe der EU-Kommission sein.

Sparkasse forderte 2018 Freigabe der NFC-Schnittstelle ... und gab dann nach

Die Forderungen nach einer Freigabe der NFC-Schnittstelle sind indes nicht neu. Banken wie die Sparkassen forderten Apple etwa zu diesem Schritt auf, um ihre eigene App auch auf iOS-Geräten anbieten zu können. Mittlerweile hat die Sparkasse die Hoffnung aber wohl aufgegeben, weswegen das Geldhaus Apple Pay ebenfalls noch in diesem Jahr unterstützen wird.

Zumindest die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sah 2018 noch keinen Anlass für eine genauere Überprüfung, da sie eine "marktbeherrschende Stellung" Apples nicht feststellen konnte. Ob die EU-Kommission künftig zu einem anderen Urteil kommen wird, bleibt mit Spannung abzuwarten.

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