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Apple soll FaceTime in iOS 6 absichtlich zerstört haben

Hat Apple FaceTime in iOS 6 absichtlich zerstört?
Hat Apple FaceTime in iOS 6 absichtlich zerstört? (©picture alliance / dpa 2017)

In den USA ziehen zahlreiche Nutzer gegen Apple vor Gericht. Sie werfen dem Unternehmen vor, die FaceTime-App für iOS 6 absichtlich zerstört zu haben, um iPhone-User zu einem Umstieg auf iOS 7 zu zwingen. Hintergrund soll ein Patentstreit aus dem Jahre 2012 sein.

In den USA sieht sich Apple derzeit mit einer neuen Klage konfrontiert. Darin werfen mehrere Nutzer dem Unternehmen vor, die Video-Chat-App FaceTime 2014 in iOS 6 durch einen künstlich erzeugten Bug unbenutzbar gemacht zu haben. Auf diese Weise hätte der Konzern zahlreiche iPhone-Besitzer zu einem Upgrade auf iOS 7 gezwungen, wie AppleInsider berichtet. Vor allem auf älteren iPhones wie den Modellen 4 und 4s sei es dadurch jedoch zu empfindlichen Performance-Einbußen gekommen.

Die Folgen eines alten Patentstreits

Hintergrund ist offenbar ein Patentstreit aus dem Jahre 2012. Im vergangenen Jahr wurde der iPhone-Hersteller zu einer Schadensersatz-Zahlung von 302 Millionen US-Dollar verurteilt, weil Apple für FaceTime offenbar ein Patent des Sicherheitsunternehmens VirnetX verletzt hatte. Um weitere Klagen zu umgehen, musste Apple die Datenübertragung von FaceTime-Chats auf externe Server des Anbieters Akamai auslagern, was jedoch die Kosten für den Dienst in ungeahnte Höhen getrieben hätte. Allein 2013 hätten die Serverkosten den Konzern rund 50 Millionen US-Dollar gekostet.

Ab 2014 entwickelte Apple deshalb eine neue FaceTime-App für iOS 7, bei welcher die Daten nicht mehr über externe Server übertragen werden mussten. Um die Serverkosten komplett zu umgehen, soll der Konzern laut Klageschrift anschließend die "alte" FaceTime-App für iOS 6 absichtlich mit einem künstlich eingeschleusten Bug lahmgelegt haben, um die Nutzer zum Umstieg auf iOS 7 und damit auch auf die neue FaceTime-App zu zwingen. Die Kläger haben zur Untermauerung ihres Vorwurfs mehrere E-Mails von Apple-Mitarbeitern vorgelegt, die beweisen sollen, dass FaceTime in iOS 6 absichtlich zerstört wurde. Wie der Prozess letztlich ausgehen könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch vollkommen unklar.

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