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Apple speichert alle iMessage-Kontakte für 30 Tage

Ja, auch iMessage sammelt fleißig Daten.
Ja, auch iMessage sammelt fleißig Daten. (©Youtube / MacRumors 2016)

Laut einer neuen Enthüllung speichert Apple sämtliche Kontaktinformationen über iMessage für 30 Tage und teilt diese auch mit Behörden. Damit ist der Messenger in dieser Hinsicht nicht privater als die gute alte SMS.

Wenn es um die Verteidigung der Datensicherheit von Kunden geht, steht Apple normalerweise lautstark in der ersten Reihe. Bei seinem Messenger-Dienst iMessage scheint sich das Unternehmen jedoch heimlich, still und leise ein paar Freiheiten herauszunehmen, die nicht jedem User schmecken dürften. Denn während zwar die Nachrichteninhalte über iMessage vor dem Zugriff dritter Parteien sicher sind, trifft das offenbar nicht auf die Kontakte zu, wie The Intercept nach eigenen Recherchen herausgefunden hat.

Apple speichert die Kontaktdaten für 30 Tage

Demnach werden sämtliche Kontakte, mit denen User über iMessage kommunizieren, für 30 Tage von Apple gespeichert, gemeinsam mit Tag und Uhrzeit, wann die Nachricht gesendet wurde und einer IP-Adresse des Senders. Über die IP-Adresse lassen sich dabei natürlich auch Rückschlüsse auf Standort und sogar Identität des Senders ziehen. Gespeichert werden die Daten von Apple offenbar für einen Zeitraum von 30 Tagen. Die so erhobenen Informationen teilt das Unternehmen auf Anfrage offenbar auch mit Polizeiermittlern und anderen Behörden.

Apple selbst hat die Recherchen gegenüber The Intercept bestätigt und gleichzeitig darauf verwiesen, dass entsprechende Daten nur auf richterliche Anordnung mit den Behörden geteilt werden. Zudem räumte das Unternehmen ein, in Einzelfällen auch Daten aus Serverlogs ausgehändigt zu haben, die besagen, wann ein User eine bestimmte App auf seinem iOS-Gerät verwendet hat.

Apple ist nicht schlimmer als andere – aber auch nicht besser

In der Vergangenheit hatte der Konzern stets bestritten, personenbezogene Daten weiterzugeben. Gerade diese bislang von Apple zur Schau gestellte Haltung ist es auch, die der neuen Enthüllung ihre Brisanz verleiht. Denn abseits aller medienwirksamen Bekundungen erscheint es nicht ungewöhnlich, dass ein Unternehmen wie Apple auch Daten über Telefonkontakte für Ermittlungsbehörden bereitstellt. Als Fazit ließe sich feststellen, dass sich Apple in Sachen Datenschutz nicht schlimmer als andere Hersteller und Telefonanbieter verhält – allerdings auch nicht besser.

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