Apple verlangsamt alte iPhones: Erste Nutzer klagen

In den USA klagen erste Nutzer gegen Apples iPhone-Drosselung.
In den USA klagen erste Nutzer gegen Apples iPhone-Drosselung. (©thinkstock/milindri 2017)
Gregor Rumpf Würde sich auch in 10 Jahren noch das iPhone SE kaufen, weil große Smartphones nerven.

Das ging schnell: Nur einen Tag, nachdem Apple zugegeben hatte, iPhones mit altem Akku gezielt auszubremsen, haben in den USA erste Nutzer bereits Klage eingereicht. Die Sache hat allerdings einen Haken.

In den USA haben mehrere iPhone-Nutzer in unterschiedlichen Bundesstaaten Klage gegen Apple eingereicht, weil das Unternehmen die Performance alter Smartphone-Modelle absichtlich verschlechtern soll. Das berichten die Chicago Sun-Times und TMZ. Die Kläger werfen Apple ein "irreführendes, unmoralisches und unethisches" Vorgehen vor, das den Wert alter iPhones senke.

Apple nennt iPhone-Drosselung ein Feature

Apple hatte nach diversen Berichten über langsame iPhones mit alten Akkus am Donnerstag eingestanden, dass die Smartphone-Performance unter bestimmten Umständen von iOS automatisch gesenkt wird. Der Hersteller sieht dies allerdings nicht als Fehler oder Bug an, sondern eher als Feature. Kälte, ein niedriger Akkustand oder eben ein alter Energiespeicher würden laut Apple dazu führen, dass ein iPhone kurzzeitige Spitzenbelastungen nicht mehr aushalte. Dies könne zu unerwarteten Abschaltungen führen, um die Geräte zu schützen.

Um diese "temporären Bedarfsspitzen" abfedern zu können, habe man im vergangenen Jahr "ein Feature" für das iPhone 6, das iPhone 6s und das iPhone SE eingeführt. Nur wenn die Leistung wirklich benötigt wird, soll sie auch zur Verfügung gestellt werden, um unerwartete Shutdowns zu unterbinden. Mit iOS 11.2 wurde dies auch auf das iPhone 7 ausgeweitet.

Klagen lassen normale Akku-Abnutzung außer Acht

Die Kläger in den USA werfen Apple nun vor, diese Verlangsamung gegen ihren Willen eingeführt zu haben. Zudem glauben sie, dass der Hersteller mit diesem Vorgehen User zum Umstieg auf neuere iPhones bewegen wolle. Die Sammelklagen haben allerdings einen Haken: Wie 9to5Mac richtig anmerkt, vernachlässigen die Kläger nämlich den unvermeidlichen Fakt, dass Lithium-Ionen-Akkus immer einer Abnutzung unterliegen – und dass Apple mit dem Power-Management in iOS dieses Problem bei älteren iPhones abfedern will. Dass der Konzern dabei etwas transparenter hätte vorgehen können, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt.

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