Apple wusste lange vor Release des iPhone 6 von Bendgate-Risiko

Dass sich das iPhone 6 leicht biegen lässt, wusste Apple offenbar schon Monate vor dem Release.
Dass sich das iPhone 6 leicht biegen lässt, wusste Apple offenbar schon Monate vor dem Release. (©YouTube/EverythingApplePro 2018)
Alexander Mundt Wartet weiterhin sehnsüchtig auf die ersten erschwinglichen OLED-TVs mit 65 Zoll aufwärts.

Im Zuge eines Gerichtsprozesses musste Apple interne Unterlagen vorlegen, aus denen hervorgeht, dass das US-Unternehmen schon weit vor dem Release des iPhone 6 und iPhone 6 Plus wusste, dass sich die Smartphones deutlich leichter verbiegen als die Vorgänger. Die als "Bendgate" bezeichnete Problematik zog unmittelbar weitere Probleme nach sich – Touch Disease.

Das berichtet Motherboard. Demnach habe Apple sich vor einem US-Gericht erklären müssen und dazu interne Unterlagen eingereicht, deren Inhalt durch das Gericht unter dem Vorsitz der Richterin Lucy Koh teilweise veröffentlicht wurde, während die eigentlichen Unterlagen aber unter Verschluss bleiben. Aus den Dokumenten gehe hervor, dass Apple schon lange vor dem Release des iPhone 6 von möglichen Problemen bezüglich der Widerstandsfähigkeit wusste.

iPhone 6 Plus lässt sich 7,2 mal leichter biegen als iPhone 5s

So habe Apple schon vor der Markteinführung des neuen Smartphones gewusst, dass das iPhone 6 3,3 mal leichter gebogen werden könne als das iPhone 5s, beim iPhone 6 Plus habe der Faktor sogar 7,2 betragen. Gleichwohl sprachen die Kalifornier öffentlich stets davon, das iPhone 6 "gründlich getestet" zu haben. Angepriesen wurden auch die "Stärke und Langlebigkeit" der Geräte. Gebogene iPhones seien für Kunden allenfalls ein "extrem rares" Problem.

Biegen des iPhones begünstigt "Touchscreen-Krankheit"

In der Praxis führte das Bendgate-Problem jedoch zu einem weiteren Phänomen, das als Touch Disease bezeichnet wird: Der iPhone-Touchscreen reagiert in diesem Fall nicht mehr auf Nutzereingaben, muss im schlimmsten Fall gar ausgetauscht werden. So kann sich durch das Biegen des iPhones der Chip, der die Toucheingaben erkennt und verarbeitet, von der Hauptplatine lösen. Durch Änderungen in der Entwicklung im Mai 2016 konnte dieses Verhalten zwar weitestgehend behoben werden. Ein vergünstigtes Reparaturprogramm wurde aber erst Monate später eingeführt, nachdem die Fehler bereits ausführlich in der Öffentlichkeit thematisiert wurden.

Unterdessen geht der Rechtsstreit rund um Touch Disease weiter, längst wurden noch nicht alle internen Apple-Dokumente eingesehen. Ob durch diesen Prozess noch weitere interessante Details ans Licht kommen, bleibt mit Spannung zu beobachten.

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Beliebteste Artikel bei Tech

  • Letzte 7 Tage
  • Letzte 30 Tage
  • Alle
close
Bitte Suchbegriff eingeben