Aus für Intel: Apple will ab 2020 iPhone-Prozessoren in Macs einsetzen

In Zukunft könnten Macs mit Prozessoren der A-Serie laufen.
In Zukunft könnten Macs mit Prozessoren der A-Serie laufen. (©Pixabay 2016)
Patrick Schulze Fragt sich, wann VR-Brillen endlich so massentauglich werden wie in "Ready Player One".

Apple plant intern offenbar schon das Aus für Intel-Prozessoren in Macs und dem Umstieg auf ARM-Prozessoren der A-Serie aus eigener Produktion. Damit könnte der Mac noch näher an das iPhone rücken, jedoch gleichzeitig auch seine Eigenschaften als Alternative zum Windows-PC einbüßen.

Für das Lineup an Mac-Computern von Apple könnte ab 2020 die wohl größte Änderung seit Jahren anstehen. Der Hersteller könnte nämlich schon in rund zwei Jahren damit beginnen, sich von der bewährten Intel-Prozessor-Architektur der Macs zu verabschieden und stattdessen auf Prozessoren aus eigener Produktion umsteigen. Die berichtet das Wirtschaftsmagazin Bloomberg unter Berufung auf Insider-Quellen.

Ein schrittweiser Umstieg ist geplant

Intern soll das Projekt seit einiger Zeit unter dem Codenamen Kalamata verfolgt werden, sich jedoch noch in einem sehr frühen Stadium befinden. Geplant ist laut Bloomberg kein abrupter Umstieg, sondern eine mehrstufige Übergangsphase. Starten könnte Apple den Prozessorwechsel in seinen MacBooks, während Desktop-Computer wie der iMac noch länger mit Intel-Chips ausgestattet werden könnten.

iPhone-Chips der A-Serie sollen in Zukunft auch Macs befeuern

Grundsätzlich kann der geplante Abschied von Intel eigentlich nur bedeuten, dass Apple sich bei der Entwicklung seiner eigenen Prozessoren der A-Serie mittlerweile sicher genug fühlt, um diese in absehbarer Zeit auch in Computern einzusetzen. Bislang kommen A-Serie-Chips wie der A11 Bionic oder der A10 Fusion in iPhones und iPads zum Einsatz. Der Wechsel auf diese Prozessoren soll ein nahtloses Zusammenarbeiten von Computern, Tablets und Smartphones gewährleisten und dem Hersteller noch mehr Kontrolle über die Hardware verschaffen. Sogar Hybrid-Geräte aus Tablet und Laptop wie sie Microsoft und Google schon anbieten, wären dann denkbar.

Ein Abschied von Intel birgt durchaus Risiken

Ein solcher Umstieg birgt jedoch auch zahlreiche Unwägbarkeiten und Risiken. Mit einem Wechsel von Intel-Prozessoren auf A-Serie-Chips würde Apple auch die komplette Prozessor-Architektur von X86 auf ARM verändern. Sämtliche bislang für MacOS geschriebenen Programme wären damit auf einen Schlag nicht mehr kompatibel zu neuen Macs und müssten entweder von Grund auf neu geschrieben werden oder innerhalb von leistungsfähigen Emulatoren laufen. Hier stellt sich die Frage, wie viele Drittentwickler bereit wären, den Schritt mitzugehen und wie gut die Emulatoren wären, die Apple zweifellos entwickelt.

Dicke Fragezeichen würden allerdings auch hinter der Nutzung von Windows und Linux auf dem Mac stehen oder hinter der Frage, ob sich ein ARM-getriebener Mac beispielsweise noch für Programmierer eignen würde. Im Endeffekt dürfte Apple nämlich das Ziel verfolgen, den Mac zu einer ähnlich geschlossenen Plattform zu machen wie iOS. Intel selbst würde ein solcher Schritt von Apple natürlich ebenfalls hart treffen. Die Prozessor-Lieferungen an Apple tragen immerhin rund fünf Prozent zum jährlichen Umsatz des Unternehmens bei.

Noch soll der Wechsel laut Bloomberg allerdings wegen der zahlreichen Unwägbarkeiten noch nicht in Stein gemeißelt sein. Theoretisch könnte der Schritt also auch noch verschoben oder sogar ganz abgesagt werden.

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