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Beagle 2: Verschollene Mars-Sonde taucht nach 12 Jahren auf

So wie in diesem Konzeptbild hätte Beagle 2 auf dem Mars arbeiten sollen.
So wie in diesem Konzeptbild hätte Beagle 2 auf dem Mars arbeiten sollen. (©picture-alliance / dpa 2015)

Im Jahr 2003 sollte Beagle 2 eigentlich Signale vom Mars funken, aber wir hörten nur Stille. Wissenschaftler vermuteten, dass er bei der Landung auf der Oberfläche zerschellte. Zwölf Jahre lang galt die Sonde als verschollen. Bis jetzt.

Die Bilder, die der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) der NASA jetzt zur Erde funkte, geben endlich Gewissheit: Der kleine Beagle 2 hat es am 25. Dezember 2003 tatsächlich auf den Mars geschafft, wie die BBC berichtet. Zuletzt funkte er an die Wissenschaftler auf der Erde, dass er von der Raumsonde Mars Express abgedockt habe und auf dem Weg zum Roten Planeten sei. Nach der Landung sollte er eigentlich eine kurze Notenfolge senden, die von der englischen Band Blur komponiert wurde. Doch es kam nur: Stille. Anscheinend hatte Beagle 2 schlichtweg einen Defekt.

Offenbar waren "Blütenblätter" defekt

Beagle 2 sollte auf dem Mars eigentlich seine fünf Solarmodule öffnen, ähnlich einer Blüte. Die Module brauchte die Sonde zur Energiegewinnung. Doch der Mechanismus funktionierte offenbar nicht richtig, nicht alle Module klappten sich aus. Und dummerweise ist die Radioantenne zur Kommunikation unter einem der "Blütenblätter" montiert – der Beagle 2 hat sich also quasi selber blockiert.

Wie Professor Mark Sims, der Leiter der Mission, erklärte, könnte das viele Ursachen haben: Eine heftige Erschütterung beim Aufprall könnte die Mechanik verzogen haben. Vielleicht hat sich auch einer der Airbags nicht richtig vom Gehäuse getrennt und in der Motorik verfangen. Wir werden es wohl nie erfahren.

Landung auf dem Mars ist immerhin ein Teilerfolg

Hätte Beagle 2 korrekt funktioniert, hätten wir vielleicht wertvolle Information über mögliches Leben auf dem Mars erhalten. Insofern ist es schon frustrierend, dass die Weltraummission keinen Erfolg hatte.

Aber immerhin steht jetzt fest: Die kleine Sonde hat es tatsächlich auf den Mars geschafft und ist sogar nur fünf Kilometer neben der angepeilten Landezone aufgeschlagen. Und außerdem gibt es ja immer noch den NASA-Rover Curiosity, der regelmäßig Bilder vom Mars schickt.

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Foto von Beagle 2 auf der Marsoberfläche. (©picture alliance / AP Photo 2015)

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