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Blueborne: Bluetooth-Sicherheitslücke bedroht 5 Milliarden Geräte

Blueborne gefährdet fast alle Bluetooth-Geräte.
Blueborne gefährdet fast alle Bluetooth-Geräte. (©YouTube/ Armis 2017)

Eine besonders krasse Bluetooth-Sicherheitslücke namens Blueborne bedroht derzeit bis zu fünf Milliarden Android-, iOS- und Windows-Geräte. Grundsätzlich ist beinahe jedes technische Gerät mit Bluetooth-Schnittstelle angreifbar.

Eine besonders kritische Sicherheitslücke bedroht derzeit mehr als fünf Milliarden Bluetooth-Geräte weltweit. Entdeckt wurde die Schwachstelle namens Blueborne vom Sicherheitsunternehmen Armis, das in einem Video vor den Gefahren warnt. Offenbar können beinahe alle Geräte mit aktivierter Bluetooth-Schnittstelle von der Software infiziert werden.

Bluetooth ist generell angreifbar

Betroffen sind Windows, Linux (und damit Android), iOS und auch so gut wie alle anderen Bluetooth-fähigen Geräte, wie Navigationssysteme, Mäuse, Tastaturen oder Fitness-Wearables. Laut den Forschern sind theoretisch zwei Milliarden Android-Geräte, eine Milliarde iOS-Devices, eine Milliarde Windows-Rechner und eine weitere Milliarde andere Geräte durch die Schwachstelle im Bluetooth-Protokoll angreifbar.

Über jedes dieser Geräte können Angreifer theoretisch Malware schleusen, die sich dann eigenständig auf andere Bluetooth-Geräte ausbreitet. Sollten diese Geräte zusätzlich Internet-fähig sein, kann die Malware anschließend auch andere Viren über WLAN oder Mobilfunk herunterladen. Das ist vor allem für PCs und Smartphone gefährlich.

Vor allem Android-Geräte sind gefärdet

Microsoft hat die Sicherheitslücke inzwischen mit den Sicherheitspatches von Juli und September für alle noch unterstützen Windows-Versionen geschlossen. Wer die automatischen Updates an seinem PC oder Laptop abgeschaltet hat, sollte den Patch also manuell einspielen.

Google hat die Lücke für Android 6, 7 und 8 mit dem Sicherheitspatch vom 4. September gefixt und seine Hardware-Partner ebenfalls angewiesen, den Patch an ihre Geräte zu verteilen. Android-User müssen nun also warten und hoffen, dass bald ein Patch kommt. Mit Hilfe einer speziellen App lässt sich überprüfen, ob das eigene Gerät die Schwachstelle noch besitzt. iOS ist hingegen laut Armis nur bis iOS 9 anfällig. Nutzer, die bereits iOS 10 verwenden, sollten also auf der sicheren Seite sein.

Kein Grund zur Panik

Ein Grund zur unmittelbaren Panik besteht allerdings nicht. Immerhin soll es für potentielle Angreifer relativ schwierig sein, eine Malware zu entwickeln, die sich wirklich schnell von einem Gerät auf das andere übertragen kann. Diese müsste nämlich für jedes Gerät extra angepasst werden, was eine Menge Arbeit bedeutet. Grundsätzlich sollten dennoch alle Smartphone-Nutzer die Bluetooth-Schnittstelle an ihrem Gerät am besten nur dann aktivieren, wenn diese wirklich benötigt wird. Das schont zudem den Akku ein wenig.

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