Bose entwickelt eine Augmented-Reality-Brille, die alles ändern könnte

Die Bose AR unterscheidet sich grundlegend von jeder anderen Augmented-Reality-Brille.
Die Bose AR unterscheidet sich grundlegend von jeder anderen Augmented-Reality-Brille. (©Bose 2018)
Patrick Schulze Fragt sich, wann VR-Brillen endlich so massentauglich werden wie in "Ready Player One".

Der Audio-Spezialist Bose könnte Microsoft, Apple und Co. im Bereich Augmented Reality ein echtes Schnippchen schlagen. Mit seiner Brille Bose AR will der Hersteller noch in diesem Jahr ein erstes derartiges Produkt anbieten – und damit auch unsere Sichtweise auf das Thema Augmented Reality grundlegend verändern.

Wenn das Thema Augmented Reality zur Sprache kommt, dann denken viele sofort an Microsoft und die HoloLens, an Apple und seine Entwicklerschnittstelle ARkit für das iPhone oder an Apps wie Snapchat und Pokémon Go. Doch nun steigt ein Unternehmen in das Augmented-Reality-Rennen ein, das bislang wohl noch Niemand auf dem Schirm hatte: Die Rede ist von Bose.

Ein Audio-Hersteller entdeckt das Thema Augmented Reality

Ja, ganz richtig: Ausgerechnet die Audio-Spezialisten von Bose haben am Freitag mit einer Pressemitteilung für einen echten Paukenschlag gesorgt und eine eigens entwickelte Augmented-Reality-Brille namens Bose AR vorgestellt. Bose AR sieht dabei tatsächlich aus wie eine recht normale Sonnenbrille und ist damit wesentlich schlanker und stylischer als beispielsweise die Microsoft HoloLens. Der Formfaktor erinnert eher an jenen der Intel-Brille Vaunt, die im Februar erstmals als Prototyp vorgestellt wurde.

Bose AR arbeitet nicht mit Bildern, sondern mit Tönen

Doch Bose AR soll vollkommen anders funktionieren als die HoloLens, die Vaunt und so ziemlich jedes andere Augmented-Reality-Produkt das bislang vorgestellt wurde. Tatsächlich steckt hinter dem recht unspektakulären Brillengestell eine der wohl innovativsten Produktideen der letzten Zeit. Bose AR sieht nämlich nur aus, wie eine Brille, ist aber in Wahrheit eigentlich ein AR-Kopfhörer. Informationen werden demnach nicht grafisch auf einem Display im Brillenglas angezeigt, sondern akustisch als Audio-File abgespielt, das nur der Träger der Brille hören kann.

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Bose AR sieht aus wie eine Brille, ist aber eher ein Kopfhörer.

Befindet sich der Träger der Brille etwa gerade in einem Museum und betrachtet ein Ausstellungsstück, könnte der integrierte Kopfhörer beispielsweise eine passende Audio-Datei abspielen, in der Hintergründe zum Exponat erklärt werden. In öffentlichen Gebäuden wie Flughäfen könnte die Bose AR als Navigationshilfe dienen, indem sie ihrem Träger über akustische Signale sagt, in welche Richtung er gehen muss, um zu seinem Ziel zu gelangen.

Die AR-Brille wird mit einem Smartphone gekoppelt

Damit dieses neuartige Augmented-Reality-System funktioniert, muss die Bose AR mit einem Smartphone gekoppelt werden. Das Mobiltelefon dient dabei als Datenverbindung mit dem Internet und stellt den GPS-Sensor zur Verfügung, den die Brille für die Navigation benötigt. Durch die Verbindung mit dem Smartphone könnten die Funktionen von Bose AR sogar in bereits bestehende Apps integriert werden. Denkbar wäre es zum Beispiel, das ein Nutzer auf seinem Smartphone bei Google Maps eine Route eingibt und dann über Audio-Befehle auf den richtigen Weg gelenkt wird. Weitere Sensoren, welche etwa die Bewegung des Kopfes erfassen sollen, sind direkt in die Brille selbst integriert.

Die Technik hinter Bose AR soll sich laut Hersteller in Zukunft in eine ganze Reihe von Produkten integrieren lassen. Neben Brillen kommen dabei vor allem echte Kopfhörer oder Kopfbedeckungen in Frage. Aktuell arbeitet Bose mit Firmen wie TripAdvisor oder Yelp an ersten Anwendungsszenarien. Eine erste Version der Brille soll noch im Sommer 2018 erscheinen. Sie wird sich allerdings zunächst nur an Entwickler richten.

Ein neuer Ansatz, der die Sichtweise auf Augmented Reality ändert

Interessant ist aber nicht nur das eigentliche Produkt sondern tatsächlich der gesamte Ansatz, den Bose hier verfolgt. Bislang dachten Unternehmen beim Thema Augmented Reality vor allem an Video-Content, an Texteinblendungen und an Animationen auf Mini-Displays. Bose beweist jedoch, dass das Thema AR auch ganz anders funktionieren kann – nämlich akustisch. Und wer weiß: Vielleicht entpuppt sich dieser Ansatz am Ende ja sogar als der bessere.

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