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Codename "Jungfrau": Samsung testet bereits Galaxy S7

Samsung könnte schon mit dem Arbeiten an einem neuen Galaxy S7 begonnen haben.
Samsung könnte schon mit dem Arbeiten an einem neuen Galaxy S7 begonnen haben. (©Samsung Mobile 2015)

Das Galaxy S6 und S6 Edge sind noch nicht lange auf dem Markt, da testet Samsung bereits das Galaxy S7. Das nächste Top-Modell läuft intern unter dem Codenamen "Jungfrau". Der Release wird aber erst Anfang 2016 erwartet.

Mit dem Galaxy S6 Edge Plus und dem Galaxy Note 5 befinden sich bereits die nächsten Top-Smartphones von Samsung in der Pipeline. Kürzlich wurde bekannt, dass der südkoreanische Hersteller offenbar aber bereits kräftig an seinem nächsten Flaggschiff arbeitet. Intern läuft das Projekt Galaxy S7 nur unter dem – etwas ungewöhnlichen – deutschen Codenamen "Jungfrau". Zwar stehen aktuell die Smartphones Galaxy S6 Edge Plus und Galaxy Note 5 an erster Stelle für Samsung, da diese Geräte als Nächstes veröffentlicht werden. Daher kann man nicht sicher sein, ob die Spekulationen wirklich zu 100 Prozent den Tatsachen entsprechen. SamMobile hat jedoch einige gute Gründe aufgelistet, die dafür sprechen.

Vorstellung des Galaxy S7 wahrscheinlich auf dem Mobile World Congress

Das Galaxy Note 5 wird dieses Jahr aller Voraussicht nach schon am 12. August enthüllt werden – für ein Note-Phablet ein relativ früher Termin. Hingegen werden Galaxy S-Smartphones von Samsung immer auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona präsentiert. Bis zu dem Termin verbleiben nur noch gut sieben Monate – die Entwicklung dürfte deswegen schon auf Hochtouren laufen. Schließlich müssen bereits im Vorfeld unzählige Komponenten bei den Zulieferern in Auftrag gegeben werden.  Um die zu erwarteten hohen Stückzahlen rechtzeitig produzieren zu können, ist eine Menge Vorlaufzeit nötig, die man sich als Außenstehender kaum vorstellen kann.

Samsung muss permanent neue Ideen und Innovationen entwickeln

Sollte Samsung ein mögliches Galaxy S7 bereits testen, spricht einiges dafür, dass das Galaxy Note 5 bereits im August in den Handel kommen wird. Das würde einem Zeitraum von sechs Monaten entsprechen – von der wahrscheinlichen Enthüllung des Galaxy Note 5 im August bis zur vermeintlichen Vorstellung des Galaxy S7 im Februar 2016 mit anschließendem Release. Viele Kunden sind der festen Überzeugung, ein neues Smartphone alle zwei Jahre würde völlig reichen. Deswegen müssen Unternehmen wie Samsung permanent neue Innovationen erarbeiten und neue Produkte auf den Markt bringen. Einerseits möchte der Kunde bei Bedarf immer auf topaktuelle Smartphones zugreifen können. Andererseits muss ein riesiges Unternehmen auch seine Angestellten bezahlen und sich sprichwörtlich über Wasser halten. Ein börsennotiertes Unternehmen wie Samsung steht noch einmal unter besonderem Druck.

Galaxy S7 wird derzeit wohl mit zwei unterschiedlichen Prozessoren getestet

Samsung testet sein Galaxy S7 aktuell mit zwei unterschiedlichen Prozessoren. Zum einen wird das neue Highend-Smartphone ausführlich mit dem hauseigenen Exynos-Prozessor ausprobiert. Einige Einheiten werden jedoch auch mit Qualcomms Konkurrenzchip Snapdragon ausgestattet und diversen Tests unterzogen. Eine wahrscheinliche Alternative zum Exynos dürfte der neue Snapdragon 820-Chip sein – welcher sehr wahrscheinlich in vielen kommenden Top-Smartphones zum Einsatz kommen wird. Der Samsung-Chip Exynos 7420 ist aktuell Stand der Technik, sodass für die Verwendung eines Konkurrenz-Chips im Grunde kein Anlass besteht. Da Samsung – wie jedes Wirtschaftsunternehmen – aber rein profitorientiert denkt, wird der Hersteller die Komponenten verbauen, die den Erfolg des Galaxy S7 sicherstellen. Und sollte der Snapdragon 820 (oder ein anderer Chip) besser und schneller sein als die Eigenproduktion sein, dann wird Samsungs mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf diese Lösung vertrauen. Die Devise gilt: Nichts darf den Erfolg des finalen Produktes gefährden.

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Ob das Galaxy S7 auch wieder eine Edge-Variante bekommt? (©Samsung 2015)

Sollte sich der Snapdragon-Chip durchsetzen, dürfte er im S7 eingesetzt werden

Doch für das Ausprobieren des Konkurrenz-Chips im kommenden Smartphone-Flaggschiff Galaxy S7 sprechen noch andere Punkte. So ist der Snapdragon 820 zwar eine Entwicklung von Qualcomm, die Herstellung des Chips allerdings könnte Samsung übernehmen – wohl dank seines Vorsprungs in puncto 14 nm-Herstellungsverfahren. So macht es Sinn, das Galaxy S7 mit dem Snapdragon zu testen, stecken doch eigene Optimierungen von Samsung in dem Chip. So könnte Samsung einen Teil der Geräte mit der hauseigenen Exynos-CPU ausstatten und den anderen Teil mit dem Snapdragon 820. Falls der Snapdragon 820 den Leistungswettbewerb für sich entscheiden würde, könnte der Chip als alleiniger Prozessor in einem möglichen Galaxy GS7 eingesetzt werden. Ähnlich ist Smartphone-Marktführer bei seinem Note 4 verfahren. So kamen in manchen Modellen Samsungs eigene ISOCELL-Sensoren für die Kamera zum Einsatz, in anderen Geräten wiederum zeichnete sich ein Sensor vom japanischen Konkurrenten Sony für die Cam verantwortlich. Gut möglich also, dass diese Methode beim Galaxy S7 wieder zum Einsatz kommt.

Eigenproduktion oder Herstellung für andere Unternehmen ertragreicher?

Doch warum sollte Samsung letztendlich wieder auf Qualcomm setzen, wenn man doch selber leistungsstarke Chips im Angebot hat? Sollte der Snapdragon besser performen als der Exynos, würde Samsung wohl kaum zwingend seine Eigenproduktion auf Biegen und Brechen durchsetzen. Denn damit würde womöglich riskiert werden, im Wettstreit um die leistungsstärksten Android-Modelle den Anschluss zu verlieren. Und das ist sicher das Letzte, was der Firma in den Sinn kommt. Zudem hat Samsung ein starkes Interesse daran, die Produktionsgeschwindigkeit zu verbessern. Bekanntermaßen hat das Unternehmen beim S6 und S6 Edge die Nachfrage der Kunden massiv falsch eingeschätzt. Offenbar kalkulierte man in Südkorea damit, für jedes Galaxy S6 Edge vier normale S6 zu verkaufen. Die Nachfrage allerdings hat sich völlig anders herausgestellt und so wurden beide Modelle annähernd im gleichen Umfang nachgefragt – was dazu führte, dass das S6 Edge oftmals nicht verfügbar war. Diese Fehleinschätzung soll Samsung nicht noch einmal passieren. Damit man schneller auf andere Marktbedürfnisse reagieren kann, könnte Samsung die Produktion des Prozessors auslagern.

Samsung auch mit der Display- und RAM-Herstellung für Apple beschäftigt

Sollte Samsung wirklich die Herstellung des neuen Snapdragon 820 übernehmen, hätte das südkoreanische Unternehmen alle Hände zu tun. Man wäre mit der Herstellung des Chips für viele neue Top-Modelle voll beschäftigt. Erschwerend hinzu kommt die Produktion von Displays und Arbeitsspeicher für die Apple-Produkte. All diese Punkte sprechen dafür, dass Samsung die Fertigung des Galaxy S7-Chips nicht selbst übernimmt, sondern auslagert. Natürlich könnte das anfangs die Investoren und Aktionäre verärgern. Doch letztendlich müssen sich alle nur die Frage stellen: Womit wird letztlich mehr Geld verdient? Wird mit der Verwendung und Produktion des eigenen Exynos-Prozessors mehr Geld eingenommen? Oder ist die Chip-Produktion für Qualcomm und die Herstellung von Displays und RAM für Apple ertragreicher? Jedes Android-Smartphone mit Snapdragon-CPU würde schließlich noch einmal zusätzliches Geld in die Kassen der Südkoreaner spülen. Bis zum Release des Galaxy S6 wird jedoch noch einige Zeit ins Land ziehen.

Zusammenfassung

  1. Das Galaxy S7 existiert wahrscheinlich bereits
  2. Samsung muss die Zeit nutzen, um ein Galaxy S7 rechtzeitig zur Markteinführung zu bringen
  3. Die Produktion für andere Unternehmen könnte sich letztlich mehr auszahlen, als nur auf Eigenproduktionen zu setzen
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