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Corona-Warn-App: Update bringt Check-in per QR-Code aufs Smartphone

Mit Check-ins per QR-Code will die Corona-Warn-App Kontakte besser nachverfolgen können.
Mit Check-ins per QR-Code will die Corona-Warn-App Kontakte besser nachverfolgen können. Bild: © AA+W - stock.adobe.com 2021

Die Entwickler haben der Corona-Warn-App ein neues Update spendiert, das vor allem die Kontaktverfolgung verbessert. Die offizielle App der Bundesregierung im Kampf gegen die Pandemie unterstützt jetzt den schnellen Check-in per QR-Code – ähnlich wie die Luca-App, nur mit höherem Datenschutz.

Das Robert Koch-Institut hat Version 2 der Corona-Warn-App veröffentlicht, schreibt Chip. Neben Fehlerverbesserungen bringt das Software-Update vor allem eine wichtige Funktion, die schon vor einiger Zeit angekündigt wurde – und zwar den unkomplizierten Check-in für Events und Orte mittels QR-Code.

So funktioniert das neue Check-in-Feature

Wir erinnern uns: Die Luca-App hat dieses Feature bereits seit einiger Zeit an Bord, viele Bundesländer haben im Zuge einer effizienteren Kontaktnachverfolgung entsprechende Lizenzen beim Entwickler geordert. Jetzt bietet die Corona-Warn-App diese Option ebenfalls: Wer Events veranstaltet oder ein Geschäft besitzt, kann so einen QR-Code erstellen, den Besucher bei ihrer Ankunft mit ihrem Smartphone scannen und somit einchecken können. Das fehleranfällige Hinterlassen handschriftlicher Zettel entfällt somit. Wer will, kann sich innerhalb der Corona-Warn-App daraufhin automatisch einen Eintrag ins Tagebuch schreiben lassen.

Sollte dann eine Person positiv auf das Coronavirus getestet werden, informiert die App automatisch alle anderen Menschen, die zur selben Zeit eingecheckt waren. Bislang mussten die örtlichen Gesundheitsämter mühsam Zettel auswerten und Betroffene per Telefon oder auf dem Postweg informieren. Durch das neue Feature der Corona-Warn-App dürfte dieser Prozess deutlich vereinfacht und beschleunigt werden.

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Wer die App aktualisiert hat, bekommt das neue Feature direkt erklärt. Bild: © Screenshot TURN ON 2021

Persönlicher Risikostatus berücksichtigt jeden Check-in

Das neue "Check-in"-Feature nimmt einen prominenten Platz in der unteren Menüleiste ein. Wer den Tab antippt, erhält bei erstmaligem Aufruf eine kurze Erklärung über die Funktion. Dort heißt es etwa, dass der ermittelte Risikostatus jeden Check-in berücksichtige. Es sei daher wichtig, die Aufenthaltszeit so exakt wie möglich anzugeben, um im Falle eines Infektionsgeschehens Warnungen gezielt ausspielen zu können.

Wer das Check-in-Feature nutzen möchte, muss zuvor explizit sein Einverständnis mitteilen. So merkt sich die Corona-Warn-App 16 Tage lang, an welchen Orten jemand eingecheckt hat. Sollte dann jemand positiv getestet werden, der zeitgleich am gleichen Ort war, erfolgt die Warnung automatisch mittels Event-ID – auch dann, wenn das Smartphone selbst keine Zufalls-ID des positiv getesteten Nutzers erhalten hat. Es ist aber auch jederzeit möglich, seine Check-ins einzusehen und gegebenenfalls zu löschen. In diesem Fall erfolgt eine Warnung aber nur dann, wenn die App tatsächlich eine aktive Risiko-Begegnung erfasst hat.

Wer selbst eine Veranstaltung plant, kann einen QR-Code erstellen

Wer selbst eine Veranstaltung plant, kann ebenfalls unkompliziert über die App einen QR-Code erstellen, der dann von allen Besuchern eingescannt werden kann. In diesem Fall benötigt die Corona-Warn-App Angaben zum Ort oder Event, die wiederum in codierter Form in einem QR-Code abgelegt werden. Dabei ist es laut  App wichtig, Angaben möglichst detailliert zu tätigen, um eine sichere Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen. Der QR-Code selbst sollte anschließend in digitaler oder ausgedruckter Form den Gästen zum Scannen bereitgestellt werden. Natürlich gelten weiterhin sämtliche Abstands- und Hygieneregeln.

Unterschiede zur Luca-App

Im Vergleich zur Luca-App geht die Corona-Warn-App deutlich sparsamer mit den Daten um. Zwar wirkt das Feature auf den ersten Blick fast identisch, doch die Prozesse im Hintergrund unterscheiden sich gravierend voneinander. So müssen Nutzer in der Luca-App zwingend Name, Adresse und Telefonnummer hinterlegen, um via QR-Code an Orten und in Geschäften einchecken zu können.

Das hat den Nachteil, dass die Daten entweder direkt im Geschäft oder auf einem Server hinterlegt werden und im Falle eines Infektionsgeschehens an die Gesundheitsbehörden weitergegeben werden. Seit einiger Zeit steht die Luca-App auch stark in der Kritik, so fordert der Chaos Computer Club etwa eine Bundesnotbremse für die Luca-App.

Bei der Corona-Warn-App müssen keine persönlichen Daten eingegeben werden, womit die Privatsphäre besser geschützt ist. Das hat den Nachteil, dass es sich bei der Funktion um ein geschlossenes Feature handelt, das nur Nutzer warnt, die ebenfalls die App nutzen. Somit können keine Warnungen von positiv getesteten Personen erhalten werden, die vor Ort handschriftlich einen Zettel ausgefüllt haben.

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