Darum arbeitet Huawei wohl an einer Android-Alternative

Würde Huawei die Android-Lizenz verlieren, stünde wohl eine Alternative parat.
Würde Huawei die Android-Lizenz verlieren, stünde wohl eine Alternative parat. (©TURN ON 2018)
Alexander Mundt Wartet weiterhin sehnsüchtig auf die ersten erschwinglichen OLED-TVs mit 65 Zoll aufwärts.

Chinesische Hersteller wie Huawei oder ZTE haben es derzeit schwer in den USA, erste Sanktionen wurden seitens der US-Regierung bereits verhängt. Für den Fall der Fälle soll zumindest Huawei schon eine Android-Alternative entwickelt haben.

Das berichtet Engadget unter Berufung auf die South China Morning Post. Nachdem jüngst ZTE aus China gegen Gesetze in den USA verstoßen haben soll, indem Smartphones mit US-Technologie etwa in den Iran verkauft wurden, droht dem chinesischen Hersteller womöglich sogar der Entzug der Android-Lizenz – was das Aus für ZTE im Smartphone-Bereich bedeuten dürfte. Theoretisch könnte auch Huawei ein ähnliches Schicksal drohen. Allerdings hat Huawei offenbar vorgesorgt, nachdem man 2012 zusammen mit ZTE schon Gegenstand einer US-amerikanischen Ermittlung gewesen war.

Huawei dementiert Pläne für eigenes Betriebssystem nicht

Zu diesem Zeitpunkt habe Huawei damit begonnen, ein eigenes Betriebssystem als Android-Alternative zu entwickeln. Aus gut informierten Kreisen heißt es, die Entwicklung sei eine Investition in ein Worst-Case-Szenario, bei dem Huawei die Lizenz für die Nutzung von Android entzogen werden könnte. Bis heute hat der Hersteller seine Software aber nicht veröffentlicht, da sie Android wohl nicht das Wasser reichen könne – weder was die Qualität des Betriebssystems angeht, noch was die Unterstützung durch Entwickler von Drittanbieter-Apps anbelangt.

Huawei selbst hat ein eigenes Betriebssystem weder dementiert noch bestätigt und erklärte nur, dass man "in absehbarer Zeit" keinerlei Pläne verfolge, ein hauseigenes Betriebssystem zu veröffentlichen.

Hintergrund
Im Grundsatz geht es um Verstöße gegen Handelssanktionen, die ZTE von den USA vorgeworfen werden. US-Unternehmen wurde aus diesem Grund der Export an ZTE untersagt, was etwa die Chipsätze in den Smartphones betrifft, die bislang vielfach vom US-Unternehmen Qualcomm stammten. Noch viel schwerwiegender trifft ZTE jedoch der Entzug der Android-Lizenz, der kaum kompensierbar sein dürfte. Ob auch Huawei demnächst mit Sanktionen belegt wird, bleibt noch abzuwarten.

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