Darum halte ich ein iPhone SE 2 im iPhone-X-Look für ausgeschlossen

So könnte das iPhone SE 2 im klassischen Formfaktor aussehen.
So könnte das iPhone SE 2 im klassischen Formfaktor aussehen. (©Martin Hajek / www.martinhajek.com / @deplaatjesmaker 2018)
Alexander Mundt Wartet weiterhin sehnsüchtig auf die ersten erschwinglichen OLED-TVs mit 65 Zoll aufwärts.

Fans kompakter Smartphones warten sehnsüchtig auf den Release des iPhone SE 2. Nur: Bislang ist kein neues Modell in Sicht. Ich glaube grundsätzlich an eine zweite Generation des Smartphones, jedoch nicht an eine iPhone-X-Kopie, wie sie derzeit diskutiert wird – und zwar aus den folgenden Gründen.

Als Apple das iPhone SE im Jahr 2016 vorstellte, freuten sich nicht nur Fans kompakter Smartphones, sondern vor allem auch Anhänger des alten Designs, wie es zuletzt beim iPhone 5s 2013 zum Einsatz kam. Da in all den Jahren die Displays der Geräte immer größer wurden, bietet Apple mit dem iPhone SE eine der wenigen Alternativen. Mit gerade einmal 4 Zoll wirkt das Mobiltelefon größentechnisch heute fast wie aus der Zeit gefallen, erfreut sich aber nach wie vor einer kleinen, aber feinen Fangemeinde – nicht zuletzt auch in der TURN ON-Redaktion.

Case-Hersteller wettet auf iPhone SE 2 im iPhone-X-Gewand

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Zumindest Case-Hersteller Olixar glaubt (angeblich) an ein solches iPhone SE 2.

Mehr als zwei Jahre nach dem eigentlichen Release wäre es da doch sicher an der Zeit für einen Nachfolger? Handfeste Leaks gibt es bislang kaum, dafür aber frische Render-Bilder eines Designs, auf das etwa der Case-Hersteller Olixar wettet. Eine Wette, die augenscheinlich eher ein Marketing-Gag ist, als fundiertes Hintergrundwissen über noch geheime Produkte.

Beim Blick auf die Front kommt man nicht drum herum, einen Vergleich zum iPhone X zu ziehen. Das nahezu randlose Design, die Aussparung für Sensoren im oberen Bildschirmbereich (Notch), die fehlende Home-Taste. Ein Konzept aus dem Bilderbuch, das mit der Realität wenig gemein haben dürfte.

Darum widerspricht ein iPhone SE 2018 mit iPhone-X-Features Apples Strategie

Werfen wir einen Blick auf das Offensichtliche: Das nahezu randlose Design, wie Apple es im vergangenen Herbst mit dem iPhone X einführte. Warum sollten die Kalifornier einer Produktreihe, die derzeit für rund 400 Euro verkauft wird, ein Feature spendieren, das bislang dem absoluten Flaggschiff vorbehalten war? Das ergibt aus heutiger Sicht absolut keinen Sinn, wenn Apple sein Produkt-Line-up nicht gerade gegenseitig kannibalisieren will.

Denn: Die randlose Bauweise, ganz gleich, ob LCD oder OLED, ist natürlich teurer – was im Widerspruch zur eigentlichen Positionierung im Markt stünde. Sollte Apple seine bisherige Strategie fortsetzen, würde wohl auch die zweite Generation eher der Optik des Originals entsprechen, was etwas dünnere Bildschirmränder natürlich nicht gänzlich ausschließt.

Die Notch im iPhone SE 2? Darum ergibt das keinen Sinn

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Für das iPhone X mag die Notch Sinn ergeben, für ein neues iPhone SE eher nicht.

Nicht weniger zweifelhaft ist die angebliche Integration einer Notch, die es mittlerweile zu eher zweifelhaftem Ruhm gebracht hat. Fast jedes aktuelle Flaggschiff hat eine Kerbe im Display, die wenigstens Nutzer dürften sich danach wirklich gesehnt haben. Eine Notch im iPhone SE 2 würde ja überhaupt nur sinnvoll sein, wenn das Randlos-Design käme – und die Gesichtserkennung Face ID. Daran dürfte aber wohl niemand ernsthaft glauben, schließlich handelt es sich bei der TrueDepth-Kamera um ein Feature, das nicht gerade günstig ist (laut Digitimes kosten die 3D-Sensoren 60 US-Dollar in der Herstellung).

Kaum vorstellbar, dass Apple diese Technologie für das iPhone SE 2 plant, ohne den Preis signifikant zu erhöhen. Das wiederum würde den Abstand zum günstigen LCD-iPhone wohl deutlich verringern, das Apple in diesem Herbst neben den neuen iPhone-X-Modellen für preissensiblere Kunden vorstellen dürfte. Und: Das Fehlen eines Home-Buttons ließe im Grunde ja nur Face ID als einzig realistische Alternative zurück, da Apple kaum erstmalig einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite platzieren dürfte. Auch eine Fingerabdruckerkennung direkt unter dem Display ist wenig realistisch. Somit war wohl bei dem Render-Konzept eher der Wunsch Vater des Gedankens.

Glasrückseite für Wireless Charging wäre nur konsequent

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Eine Rückseite aus Glas ist durchaus denkbar und würde Apples derzeitige Strategie unterstreichen.

Nur wenig später tauchten weitere Case-Bilder von Olixar auf, die diesmal auch einen Blick auf die Rückseite des iPhone SE 2018 gewähren. Hier kommt demnach eine Rückseite aus Glas zum Einsatz, womit das Mobiltelefon auch kabellos aufgeladen werden könnte – vielleicht fallen Release des iPhone SE 2 und des schon lange vorgestellten Ladepads AirPower ja in demselben Zeitraum.

Eine Glasrückseite wäre nur konsequent, nicht sonderlich teuer und würde dennoch ein praktisches, neues Feature für die zweite Generation des iPhone SE bedeuten. Wirkliche Gründe gegen eine Rückseite aus Glas anstelle von Aluminium gibt es jedenfalls nicht, allenfalls eine höhere Zerbrechlichkeit.

Die Verbesserungen dürften sich eher im Inneren abspielen

Wer Apples Weg seit längerer Zeit verfolgt, der weiß: Für radikale Design-Wechsel, noch dazu beim ersten Nachfolger eines neuen Modells, ist der US-Konzern nicht gerade bekannt. Dass die Verantwortlichen in Cupertino ausgerechnet mit dem iPhone SE 2 an dieser Schraube drehen werden, ist daher kaum anzunehmen. Viel wahrscheinlicher sind die üblichen Verbesserungen unter der Haube. Sprich: Ein leistungsstärkerer Prozessor, vermutlich der A10 aus dem iPhone 7, eine Kamera, die qualitativ bessere Bilder knipst, und eventuell hier und da noch kleinere Gimmicks.

Ohnehin ist die entscheidende Frage vor allem: Kommt es überhaupt und wenn es kommt, wann wird es soweit sein? Handfeste Anhaltspunkte gibt es dazu kaum. Während einige Beobachter auf eine Veröffentlichung in diesem Frühjahr tippten, legten sich bekannte Analysten fest, dass es in absehbarer Zeit überhaupt keinen Nachfolger für den 4-Zoller geben wird. Die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen.

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Die Verbesserungen dürften sich eher im Inneren abspielen, während die Optik größtenteils beibehalten werden dürfte.

iPhone SE 2 wird auf der WWDC 2018 keine Rolle spielen

Stand jetzt erscheint eine Präsentation im Rahmen der WWDC 2018 in der ersten Junihälfte eher ausgeschlossen, dafür brodelte die eigentlich vergleichsweise zielsichere Apple-Gerüchteküche im Vorfeld zu wenig, zu unkonkret, zu geräuschlos. Wenn überhaupt, dürfte das iPhone SE 2 wohl frühestens im Herbst 2018 Premiere feiern, dann vermutlich neben drei anderen Apple-Smartphones (LCD-iPhone, iPhone X 2018 und iPhone X Plus 2018). Das wären ganz schön viele neue Smartphones an nur einem einzigen Tag.

Nicht ganz auszuschließen, dass Apple eine mögliche neue Generation gänzlich unglamourös einfach per Pressemitteilung vorstellt. Bis dahin könnte es aber noch dauern: Laut Meldungen aus China habe sich Apple bislang noch nicht mal für ein finales Design entschieden. Stattdessen teste man noch unterschiedliche Modelle und Designs. Der Start der Massenproduktion ist somit nicht in Sicht.

Warum wir auf das iPhone SE 2 hoffen
Trotz gewisser Skepsis gibt es einige gute Gründe, warum wir auf das iPhone SE 2 hoffen.

Nein, an ein iPhone SE im iPhone-X-Look glaube ich nicht

Wie erfolgreich das iPhone SE tatsächlich ist, darüber kann nur spekuliert werden. Apple selbst liefert bekanntlich keine konkreten Verkaufszahlen, sondern fasst alle verkauften Smartphones in nur einem Posten zusammen – was nur wenig Rückschlüsse auf die Beliebtheit einzelner Modelle zulässt. Zumindest die Gewinnmarge stimmte zum damaligen Release sicher für Apple: So kostete das Gerät in der Produktion Schätzungen zufolge rund 160 US-Dollar (IHS), verkauft wurde es schließlich für 400 Dollar. Allein von dieser Perspektive aus dürfte sich das Modell für Apple gerechnet haben. Zeit für einen Nachfolger also.

Ich lege mich aber fest: Ein iPhone SE 2 mit iPhone-X-Design kann ich mir nicht vorstellen und halte es für ziemlich ausgeschlossen. Ein neues iPhone SE kann ich mir aber grundsätzlich vorstellen, allerdings mit den für Apple typischen Verbesserungen unter der Haube des Geräts. Dass wir aber den Launch tatsächlich noch in 2018 erleben werden, dafür würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.

Dagegen spricht auch, dass die sonst typischen Komponenten-Leaks bislang Fehlanzeige sind. Dass Apple plötzlich zu einer Bastion des Stillschweigens mutierte, ist kaum wahrscheinlich. Eher scheint es so, dass die Entwicklung einfach noch nicht sehr weit fortgeschritten ist – oder die Prioritäten Apples derzeit einfach beim Nachfolger des iPhone X liegen.

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