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Das iPhone 7 wird vorgestellt und es ist eigentlich egal

Das iPhone 7 wird erst im September 2016 vorgestellt.
Das iPhone 7 wird erst im September 2016 vorgestellt. (©TURN ON 2015)

Nein, das iPhone 7 wird natürlich nicht vorgestellt – noch nicht. Wenn es jedoch im September 2016 so weit sein sollte, wird es vermutlich keine so große Überraschung mehr sein. Faktisch werden neue Smartphones heutzutage nämlich dann enthüllt, wann und wie es dem Internet beliebt.

Neuvorstellungen von Smartphones gehören mittlerweile mit zum Langweiligsten, was man als Technik-Redakteur durchleben kann. Sicher, im Idealfall hat man die Möglichkeit, im Nachgang erstmals Hand an das neue Gerät zu legen und wenn es ganz gut läuft, gibt es sogar schon ein Testgerät. Aber die eigentliche Präsentation, die vom jeweiligen Hersteller im Vorfeld zum Jahrhundert-Event aufgebauscht wird? Seien wir ehrlich, die ist mehr oder weniger überflüssig.

Leaks wohin man schaut

Als aktuelles Beispiel könnte jetzt die Vorstellung des HTC 10 vom Dienstag dienen, aber auch beim Huawei P9, beim Samsung Galaxy S7, beim LG G5 und beim iPhone SE war es nicht anders. Was auch immer ein neues Smartphone bieten wird, ist lange vor der offiziellen Präsentation bereits bekannt und wurde zum Zeitpunkt der Vorstellung gefühlte 100 Mal durchgekaut.

Schuld ist die schier unüberschaubare Anzahl an Leaks und Gerüchten, die schon Monate vor dem eigentlichen Release eines Smartphones die Runde macht und die medial nach allen Regeln der Kunst ausgeschlachtet wird. Für einige Twitter-User scheint es mittlerweile sogar ein regelrechter Sport zu sein, so viele Infos wie möglich so früh wie möglich zu bestimmten Smartphones zu teilen. Dabei möchte ich hier gar keine Medienkritik betreiben, denn diese müsste sich dann auch gegen mich selbst richten. Denn Fakt ist doch: Die Leaks und Gerüchte zu neuen Geräten sind heutzutage die eigentlichen Nachrichten. Meistens haben sie eine ziemlich hohe Trefferquote.

Die Präsentation als Gerüchte-Bestätigung

Ganz egal ob Design, Funktionen oder Spezifikationen – praktisch alles ist eine gefühlte Ewigkeit vor dem Launch eines neuen Smartphones bekannt. Einige Wochen – manchmal sogar schon Monate – vor dem eigentlichen Start zeichnet sich dann schon ein ziemlich genaues Bild davon ab, wie das nächste iPhone, Samsung Galaxy oder Sony Xperia aussehen wird und was es kann. Überraschungen sind die Ausnahme. Das, was letztlich im Rahmen von Präsentationen und Launch-Events erfolgt, ist dann im Prinzip nicht mehr als die offizielle Bestätigung der ganzen Gerüchte durch den jeweiligen Hersteller.

Ein Snapdragon 820 mit 4 GB RAM? Ach nee! Eine neue Kamera mit 12 Megapixeln? Wissen wir doch! Das Display löst in QHD auf? War auch längst klar! Naja, ich will mal nicht unfair sein. Das klingt schon nach einer guten Ausstattung beim HTC 10 – nur so richtig neu waren die Infos halt am Dienstag nicht mehr. Der Hersteller braucht sich daran aber nicht stören, denn durch die zahlreichen Leaks und Gerüchte im Vorfeld ist immerhin sichergestellt, dass der Hype-Train zum Zeitpunkt der Produktpräsentation bereits in voller Fahrt rast.

Das Kaninchen bleibt im Hut

Trotzdem würde ich mir wünschen, dass es irgendwann mal wieder einem Hersteller gelingt, bei der Vorstellung ganz zuletzt doch noch ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern. Ein bisschen geklappt hat das zuletzt bei Samsung, als unvermittelt Marc Zuckerberg auf dem Galaxy S7-Launch Event auftauchte. Mit dem Smartphone selbst hatte das allerdings gar nix zu tun. Das haben wir schon Wochen zuvor in den Händen gehalten.

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