menu

Das kann passieren, wenn Apple Deine Firma kaufen will

apple-event-september-2019
Ist es ein Segen, wenn ein Übernahmeangebot von Apple ins Haus flattert? Nicht unbedingt.

Eine Firma, die ein Kaufangebot von Apple erhält, darf sich glücklich schätzen. Richtig? Falsch, sagt David Hodge. Seine Firma wurde vor einigen Jahren von Apple übernommen. Der Weg dahin habe sein Unternehmen jedoch viel Geld gekostet und ihn krankgemacht.

"Das ist ein höllischer Prozess, der möglicherweise dein Unternehmen bankrottgehen lässt, wenn die Verhandlungen scheitern." So beschreibt David Hodge auf Twitter seine Erfahrungen mit Apple (via AppleInsider). Sechs Jahre nach der Übernahme schildert der ehemalige CEO von Embark, einer App für den örtlichen Nahverkehr, was ihn der Deal finanziell und persönlich gekostet habe.

Bereits der Beginn der Verhandlungen sei verwirrend gewesen. Hodge und sein Team hätten geplant, Apple in einem Meeting für eine neue Entwicklerschnittstelle zu begeistern. Stattdessen habe das Unternehmen aus Cupertino ein Übernahmeangebot unterbreitet. Die Folge: Bereits am ersten Verhandlungstag hätten sich auf dem heimischen Esstisch von Hodge die Formulare getürmt.

Firmenrücklagen schrumpfen

Die folgenden Monate seien von zahlreichen Meetings und hohen Anwaltskosten geprägt gewesen. 195.000 US-Dollar (etwa 178.000 Euro) habe Hodge aus der Firmenkasse aufbringen müssen – zu einem Zeitpunkt, an dem noch lange nicht klar gewesen sei, ob die Übernahme gelingt. Der Verkaufsprozess habe psychisch an dem CEO genagt, mit der Zeit habe Hodge starke Kieferschmerzen entwickelt. Die Ursache: durch den Stress bedingtes nächtliches Zähneknirschen. Zur Belastung habe beigetragen, dass alle Details des Verfahrens der Geheimhaltung unterlagen. Selbst gegenüber der eigenen Familie habe Hodge nichts sagen dürfen, was zu weiteren Problemen zu Hause führte.

Außerdem hätten Hodge und sein Team noch während der Verhandlungen die Nachricht erhalten, dass ein direkter Konkurrent ihres Unternehmens von Apple übernommen worden sei. Dadurch sei die Unsicherheit bezüglich des Deals noch einmal angestiegen. AppleInsider zufolge ist Apple bekannt dafür, mit mehreren ähnlichen Firmen gleichzeitig zu verhandeln, um sich dann für nur ein Unternehmen zu entscheiden. In der Vergangenheit hätten zudem einige Firmen Apple vorgeworfen, Übernahmeverhandlungen nur zur Marktforschung zu nutzen, ohne ernsthafte Kaufintension.

David Hodge und Embark hatten jedoch Glück. Die Firma wurde 2013 von Apple übernommen. Die Verkaufssumme hat der ehemalige CEO nicht verraten.

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Apple

close
Bitte Suchbegriff eingeben