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"Echtzeit-Greenscreen": Apple kauft dänisches Startup

Greenscreen in Echtzeit? Das können bald auch iPhones können.
Greenscreen in Echtzeit? Das können bald auch iPhones können. (©Spektral 2018)

Apple soll das dänische Startup Spektral gekauft haben: Das Unternehmen bietet eine Technologie an, die es in Echtzeit erlaubt, Personen und andere Objekte vom Hintergrund zu trennen und durch einen neuen zu ersetzen. Das Ganze ist in Fachkreisen auch als Greenscreen-Effekt bekannt.

Der Kauf von Spektral durch Apple soll schon im vergangenen Jahr erfolgreich über die Bühne gegangen sein, schreibt AppleInsider unter Berufung auf das dänische Medium Borsen. Den beiden Mitbegründern, Henrik Paltoft and Toke Jansen, soll die Übernahme durch den iPhone-Hersteller rund 30 Millionen US-Dollar eingebracht haben. Jansen sei mittlerweile für Apple als Manager im Bereich Computational Imaging tätig – einer neuartigen Methode zur Bildgewinnung. Die Technik basiert auf maschinellem Lernen und Computer Vision. Damit können Hintergründe auch bei Videos mit 60 Bildern pro Sekunde mühelos vom Vordergrund separiert werden. Laut Spektral sei die Technik besonders sinnvollen für das Erstellen von Mixed-Reality-Material.

Technologie von Spektral könnte Kamera-App verbessern

Ursprünglich firmierte das Startup aus Dänemark unter der Bezeichnung CloudCutout und bot unter diesem Namen unter anderem das Freistellen für Produktbilder an. Vor der Übernahme durch Apple habe die Firma intensiv daran gearbeitet, das unkomplizierte Freistellen in Echtzeit auch auf das Smartphone zu bringen. Welche Pläne Apple mit Spektral verfolgt, ist derzeit nicht bekannt. Möglich ist etwa ein Einsatz innerhalb der Kamera-App, auch Anwendungen wie Animojis oder Memojis kämen dafür infrage. Auf Nachfrage erklärte Apple gegenüber AppleInsider wie gewohnt, dass man von Zeit zu Zeit kleinere Firmen übernehme, künftige Pläne aber nicht kommentiere.

Apple treibt seit längerer Zeit die Entwicklung von Augmented Reality intensiv voran. Eigens dafür wurde die Schnittstelle ARKit ins Leben gerufen, zudem wurden die Kameras für AR optimiert. Für die weitere Entwicklung greift Apple vermehrt auch auf das Know-how von spezialisierten Firmen zurück. Zuletzt übernahm der US-Hersteller den AR-Brillen-Produzenten Akonia Holographics. Schon seit Jahren wird auch über ein AR-Headset von Apple spekuliert, das mit einem speziellen Betriebssystem namens rOS daherkommen soll. Vor 2020 ist mit einem Release laut Experten jedoch nicht zu rechnen.

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