Face ID vs. Fingerabdrucksensor: Apple und Android gehen eigene Wege

Vivo ist der erste Hersteller mit Fingerabdrucksensor unter dem Display.
Vivo ist der erste Hersteller mit Fingerabdrucksensor unter dem Display. (©Vivo 2018)
Patrick Schulze Fragt sich, wann VR-Brillen endlich so massentauglich werden wie in "Ready Player One".

Bei der Frage, wie sich unsere Smartphones in Zukunft entsperren lassen, könnten die Android-Hersteller einen anderen Weg einschlagen als Apple mit Face ID. Noch im Laufe des Jahres könnten mehrere Smartphones mit einem Fingerabdrucksensor unter dem Display erscheinen. Welche Technik dem Kunden mehr bringt, muss sich erst noch zeigen.

In den letzten zwei bis drei Jahren gab es beim Thema "Entsperren eines Smartphones" kaum Unterschiede zwischen Apple, Samsung, Huawei und zahlreichen anderen Herstellern. Mittlerweile haben sich Fingerabdrucksensoren bei allen Herstellern und in sämtlichen Geräteklassen als Standard durchgesetzt. Doch mit diesem Konsens könnte es dank neuer technischer Verfahren bald vorbei sein, denn zumindest zwischen Apple und zahlreichen Android-Herstellern zeichnen sich unterschiedliche Wege bezüglich neuer Entsperrmechanismen ab, wie iPhoneHacks berichtet.

Die ersten Fingerabdrucksensoren landen unter dem Display

Während Apple mit Face ID, erstmals auf dem iPhone X, bereits seinen Weg für die Zukunft gewählt hat, könnten sich Android-Hersteller in diesem Jahr verstärkt auf eine andere Technologie stürzen: Den Fingerabdrucksensor direkt unter dem Display. Erste Smartphones mit der Technologie hat der chinesische Hersteller Vivo bereits auf den Markt gebracht, auch wenn diese offiziell nicht in Deutschland angeboten werden. Ein weiterer chinesischer Hersteller, der Interesse an der Technik hat, ist allerdings Huawei, und dessen Geräte erscheinen bekanntlich auch hierzulande.

Die 3D-Sensoren für Face ID sind (noch) zu teuer

Der Grund, warum Apple und die meisten Android-Hersteller bei diesem Thema in verschiedene Richtungen gehen, könnte dabei das Geld sein. Einen 3D-Sensor, wie er für die Gesichtserkennung Face ID zum Einsatz kommt, könnten unter rein technischen Gesichtspunkten vermutlich auch andere Hersteller längst verbauen. Doch laut dem koreanischen Magazin Digitimes sind es vor allem die Kosten für die Sensoren, die andere Hersteller vor der Technologie zurückschrecken lassen. Nicht umsonst ist das iPhone X mit einem Grundpreis von 1149 Euro eines der mit Abstand teuersten Smartphones auf dem Markt.

Fingerabdrucksensoren, die durch Glas funktionieren, dürften ebenfalls nicht günstig sein. Preislich scheinen die Sensoren allerdings wesentlich günstiger zu haben sein als die 3D-Scanner. Neben dem Fingerabdruckscanner von Synaptics, der im Vivo X20 Plus UD zum Einsatz kommt, bietet auch Qualcomm mittlerweile eigene Sensoren an, die durch Glas und sogar durch Aluminium funktionieren sollen.

Welche Technik besser ist, wird erst die Zukunft zeigen

So schnell wie klassische Fingerabdrucksensoren arbeiten bislang übrigens weder Face ID noch die ersten Fingerabdrucksensoren unter Glas. Der Scanner unter dem Display im Vivo X20 DU soll allerdings minimal schneller sein als die Gesichtserkennung von Apple. Welche Entsperrtechnik sich langfristig durchsetzt, wird sicherlich nicht nur über den Preis, sondern auch anhand ihrer Alltagstauglichkeit entschieden. Im Moment ist das Rennen noch absolut offen.

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