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FaceApp ohne Datenschutz? Experten warnen vor Nutzung

FaceApp kann Dich jünger oder älter aussehen lassen.
FaceApp kann Dich jünger oder älter aussehen lassen.

FaceApp ist derzeit in aller Munde. Die App, mit der sich Nutzer unter anderem jünger oder älter machen können, steht jedoch wegen ihrer laschen Datenschutzregeln auch zunehmend in der Kritik.

FaceApp ist die App die Stunde. Seit Tagen steht das Programm auf Platz eins der Download-Charts im Apple App Store und Google Play Store. Mithilfe der App und cleverer Algorithmen können Nutzer ihre Gesichter entweder jünger oder älter wirken lassen, sich ein neues Make-up verpassen oder sogar das Geschlecht wechseln. Das Ganze sieht dabei erstaunlich gut und realistisch aus. Allerdings hat die Nutzung der App auch ihren Preis. Experten kritisieren vor allem den Umgang des App-Entwicklers mit den Nutzerdaten, wie unter anderem die New York Post berichtet.

FaceApp speichert die Nutzer-Fotos dauerhaft in der Cloud

Demnach fordert FaceApp von den Smartphone-Nutzern nicht nur Zugriff auf Kamera und Speicher, sondern lagert die Bilder der Nutzer auch auf einen Cloud-Server aus. Dort findet die eigentliche Bearbeitung der Fotos statt. Noch schlimmer ist allerdings, dass FaceApp gemäß seiner Nutzungsbedingungen sämtliche Rechte an der Weiternutzung und Weiterverarbeitung der Bilder erhält. Der Anbieter hat somit theoretisch die Möglichkeit, die Fotos der Nutzer selbst kommerziell zu nutzen, ohne das die User ein Mitspracherecht hätten.

Einige Nutzer berichten sogar, dass die App auch ungefragt andere Bilder aus ihrer Smartphone-Galerie auf die Server hochgeladen haben soll. Das wäre besonders kritisch, da sich in den Smartphone-Galerien oft auch Bilder und Screenshots befinden, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind oder sogar sensible Daten beinhalten können.

FaceApp verspricht, die Nutzerdaten auf Anfrage zu löschen

Bislang konnten solche Aktionen jedoch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. In einem Statement gegenüber dem Mashable widerspricht FaceApp-Chef Yaroslav Goncharov den Berichten, dass die App auch ungefragt Bilder aus den Nutzergalerien hochladen würde. Auf den Servern des Anbieters bleiben demnach nur die Bilder gespeichert, die für die Anwendung der Filter und Algorithmen benötigt würden.

Zudem erklärt Goncharov, dass die Nutzer sich jederzeit an den Entwickler wenden könnten, wenn sie wünschen, dass ihre hochgeladenen und bearbeiteten Bildern von den Servern gelöscht werden. Sie könnten dafür in der App die Funktion "Bug-Report" nutzen, um eine Nachricht mit dem Betreff "Privacy" zu schreiben. In Zukunft wollen die Entwickler den Usern jedoch einen leichteren und direkteren Weg anbieten, ihre Fotos zu löschen.

Grundsätzlich beweist die Diskussion um FaceApp einmal mehr, dass sich User durchaus ins Bewusstsein rufen sollten, welche Tools und Programme sie nutzen und welche Rechte sie den Anbietern verschiedener Dienste gewähren.

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