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Facebook gab Spotify und Netflix Zugriff auf private Nachrichten

Mark Zuckerbergs Facebook hat Unternehmen umfassenden Zugriff auf persönliche Daten gewährt.
Mark Zuckerbergs Facebook hat Unternehmen umfassenden Zugriff auf persönliche Daten gewährt.

Facebook hat offenbar zahlreichen Unternehmen wie Spotify, Microsoft und Netflix Zugriff auf persönliche Nutzerdaten gewährt. Das besagen laut New York Times interne Dokumente. Die Unternehmen wurden demnach aus den üblichen Regeln zur Datensicherheit ausgenommen.

Ohne Zustimmung der Facebook-Nutzer gab Facebook persönliche Daten an andere Unternehmen weiter. Das geht laut der New York Times aus Hunderten Seiten interner Dokumente sowie aus Interviews mit ungefähr 50 ehemaligen Mitarbeitern von Facebook und dessen Businesspartnern hervor. Demnach hatte zum Beispiel Microsofts Suchmaschine Bing Zugriff auf die Namen praktisch aller Facebook-Freunde der Nutzer, ohne dass dies den Betroffenen bekannt war.

150 Unternehmen erhielten Zugriff auf Nutzerdaten

Netflix, Spotify und andere konnten sogar die privaten Facebook-Nachrichten der Nutzer lesen und hatten auch Schreibzugriff – offenbar damit die Nutzer ihren Freunden Filme und Songs empfehlen konnten. Derweil bekam Amazon die Namen und Kontaktinformationen von Nutzerfreunden und Yahoo konnte bis zum Sommer 2018 die Beiträge von Freunden lesen.

Insgesamt profitierten über 150 Unternehmen von den privaten Daten der Facebook-Nutzer, ohne dass diese darüber informiert wurden oder dem zugestimmt hätten. Dazu zählt auch Apple, das auf Telefonnummern und Kalendereinträge von Nutzern zugreifen konnte, ohne dass sie davon informiert wurden.

Facebook leugnet Fehler

Laut Steve Satterfield, der bei Facebook für den Datenschutz zuständig ist, habe keine der Partnerschaften mit Unternehmen die Privatsphäre der Nutzer verletzt oder die Vereinbarung mit der Federal Trade Commission (FTC), laut der Facebook keine Daten der Nutzer ohne ihre explizite Zustimmung teilen darf.

Satterfield zufolge habe Facebook in diesen Fällen nicht die Zustimmung der Nutzer einholen müssen, weil Facebook die Partnerunternehmen als Erweiterungen des eigenen Unternehmens ansieht. Die FTC, das US-Justizministerium und die US-Börsenaufsichtsbehörde untersuchen gerade Facebook mit Blick auf die Einhaltung des Datenschutzes.

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