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Facebook hat angeblich Zensur-Tool für China entwickelt

Mit einer Zensursoftware für Facebook könnte China gegen politisch ungewollte Beiträge vorgehen.
Mit einer Zensursoftware für Facebook könnte China gegen politisch ungewollte Beiträge vorgehen. (©TURN ON/Facebook 2016)

Facebook soll für China ein Zensur-Tool entwickelt haben. Das Unternehmen ist bestrebt, Zugriff auf den chinesischen Markt zu erhalten. Das Internet wird in China jedoch vom Staat zensiert. Aus diesem Grund müsste Facebook für einen Marktzugriff nach den Regeln der Kommunistischen Partei spielen.

Facebook hat angeblich ein Zensur-Tool für die Regierung der Volksrepublik China entwickelt, wie die New York Times mit Bezug auf anonyme Facebook-Mitarbeiter schreibt. Es gebe aber keine Anzeichen dafür, dass die Software der chinesischen Regierung bereits angeboten wurde oder dass sie bereits im Einsatz sei. Facebook blockt heute schon nachträglich politisch ungewollte Inhalte in Ländern wie Pakistan, Türkei und Russland. Zwischen Juli 2015 und Dezember 2015 waren laut der New York Times 55.000 Beiträge in 20 Ländern betroffen. Ein Tool für die Vorab-Zensur wird aber noch nicht eingesetzt.

Soziale Netzwerke uneins über China-Zensur

Während sich Facebook um Zugang zum chinesischen Markt bemüht, werden Google und Twitter dort von der Regierung geblockt, da sie sich weigern, Inhalte für die Regierung zu kontrollieren. Andere Unternehmen wie LinkedIn zensieren hingegen für die kommunistische Einheitspartei bestimmte Inhalte, um ihre Dienstleistungen im Reich der Mitte anbieten zu können.

Facebook-Zensur auch im Westen ein Thema

Die Zensur von Facebook ist auch im Westen ein Thema. Der deutsche Bundesjustizminister Heiko Maas traf sich zum Beispiel seit Herbst 2015 vier Mal mit Vertretern von Google, Facebook und Twitter, damit die sozialen Netzwerke mehr sogenannte "Hassrede"-Kommentare löschen. Politische Aktivisten, die mit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten nicht einverstanden sind, fordern Facebook zur Zensur sogenannter "Fake-Posts" auf, die die Wahl beeinflusst haben sollen. Laut New York Times nutzen bereits mehrere Länder das "Fake-Post"-Problem als Ausrede, um politische Gegner zu zensieren oder soziale Netzwerke ganz abzuschalten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg schrieb hingegen in einer Stellungnahme, dass die Leser zwar gefälschte Meldungen markieren können, aber man müsse sich davor hüten, sich zum "Schiedsrichter der Wahrheit" aufzuspielen.

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