Facebook legt Smart-Speaker-Pläne nach Datenskandal vorerst auf Eis

Ein Echo-Show-ähnliches Gerät wird es erst einmal nicht von Facebook geben.
Ein Echo-Show-ähnliches Gerät wird es erst einmal nicht von Facebook geben. (©Amazon 2017)
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Im Verlauf des Cambridge-Analytica-Skandals hat Facebook seine geplanten Smart-Speaker zunächst verschoben. Sie sollten eigentlich auf Facebooks Entwicklerkonferenz im Mai vorgestellt werden. Nun möchte Facebook bei den Smart-Speakern noch stärker auf den Datenschutz achten, bevor sie auf den Markt kommen.

Mitten im Skandal rund um geklaute Nutzerdaten möchte Facebook lieber keine Smart-Speaker vorstellen. Das schreibt Bloomberg mit Bezug auf anonyme Insider. Die Geräte sollen zu Facebooks Plan gehören, mit dem "täglichen Sozialleben der Nutzer intimer vertraut zu werden". Facebook wollte eigentlich auf seiner Entwicklerkonferenz im Mai seine eigenen Smart-Speaker präsentieren, wobei einer davon neben einem digitalen Assistenten auch Videochat-Features mithilfe eines 15-Zoll-Touchscreens bieten soll.

Smart-Speaker von Facebook kommen später

Bei Tests mit Fokusgruppen hat Facebook Bloomberg zufolge festgestellt, dass sich Nutzer über ein Facebook-Gerät im Wohnzimmer Sorgen machen würden, weil das soziale Netzwerk viele persönliche Daten sammelt. Allerdings möchte Facebook die Geräte später im Jahr 2018 noch immer auf den Markt bringen. Auf der Entwicklerkonferenz am 1. Mai wird Facebook voraussichtlich zunächst die neuen, strengeren Regeln für App-Entwickler erläutern, die ihren Zugriff auf Nutzerdaten via Facebook einschränken.

Facebook zieht Konsequenzen aus Datenleak-Skandal

Aktuell steht der Datenschutz auf Facebook unter besonders kritischer Beobachtung. Grund ist der Datenleak-Skandal rund um die Firma Cambridge Analytica, die 50 Millionen Nutzerdaten ohne Berechtigung gespeichert und ausgewertet haben soll. Facebook-CEO Mark Zuckerberg wird sich nun gegenüber dem US-Kongress bezüglich der Datenverwendung von Facebook rechtfertigen müssen. Zuckerberg räumte bereits auf ganzseitigen Zeitungsanzeigen ein, dass weitere Firmen Nutzerdaten missbraucht haben könnten, so Gizmodo. Seit Beginn des Skandals hat Facebook 80 Milliarden US-Dollar an Marktwert verloren.

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