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[Update] Libra: Politik kritisiert Facebook-Kryptowährung

Mit "Libra" lassen sich Transaktionen in Facebook, aber auch außerhalb des Netzwerks tätigen.

Facebook wird 2020 eine eigene Währung namens "Libra" auf den Markt bringen. Das digitale Geld soll für Transaktionen im sozialen Netzwerk, aber auch außerhalb davon zur Verfügung stehen.

Update

Facebooks Kryptowährungspläne stoßen auf Widerstand aus der Politik. Wie Bloomberg berichtet, spricht sich der französische Finanzminister Bruno Le Maire gegen "Libra" aus und fordert stärkere Kontrollmaßnahmen für IT-Firmen.

Der Politiker sieht zum einen die Privatsphäre der Nutzer bedroht, zum anderen die Möglichkeit gegeben, Libra könne für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung genutzt werden. Der deutsche CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber befürchtet hingegen, Facebook könne sich zu einer Schattenbank entwickeln.

In einer Pressemitteilung hat Facebook die Entwicklung von Libra bekannt gegeben. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine neue Tochtergesellschaft "Calibra" vorgestellt, die die Finanzdienstleistungen bereitstellt. Calibra ist dabei Teil der sogenannten "Libra Association". Zu dieser Dachorganisation gehören unter anderem auch MasterCard, PayPal, Visa, eBay, Spotify und Uber.

Libra wird ab 2020 in Form einer digitalen Geldbörse im Facebook Messenger, WhatsApp und als separate App zur Verfügung stehen. Mit dieser können Nutzer das digitale Geld verschicken, sparen oder ausgeben. Wie die britische Tageszeitung The Guardian schreibt, handelt es sich bei der Währung um eine Facebook-eigene Entwicklung, die auf dem kryptographischen Verfahren der Blockchain basiert. Geld verdient das Unternehmen, indem es Gebühren auf Transaktionen erhebt.

Mit Libra Spotify bezahlen

In der Zukunft will Facebook Nutzern von Libra anbieten, Rechnungen per Knopfdruck zu erstellen, einen Kaffee durch das Einscannen eines Codes zu bezahlen oder ticket- und bargeldlos öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Da Spotify und Uber zu den Gründungsmitgliedern von Libra gehören, ist anzunehmen, dass Libra auch zur Zahlung dieser Dienste verwendet werden kann.

Sicherheit wird Facebook zufolge durch Verifizierungs- und Anti-Betrugsmechanismen gewährleistet, die auch bei Banken und Kreditkarten zum Einsatz kommen würden. "Zusätzlich beobachten automatisierte Systeme proaktiv Aktivitäten, um betrügerisches Verhalten zu erkennen und zu verhindern", heißt es in der Pressemitteilung. Sollten sich Dritte dennoch einen illegalen Zugang zum Konto verschaffen und der Nutzer Libra verlieren, bietet Calibra eine Rückerstattung an.

Unabhängig von Facebook?

Calibras Geschäfte laufen angeblich unabhängig von Facebook. Kontoinformationen und Finanzdaten sollen nicht für "Verbesserung der Zielgruppenansprache bei der Produktfamilie von Facebook" verwendet werden, heißt es. Mit Libra zielt Facebook vor allem auf Menschen ab, die keinen Zugang zu einem Konto oder Finanzdienstleistungen im Allgemeinen haben. Fast die Hälfte aller Erwachsener weltweit besitzt dem Unternehmen zufolge kein Bankkonto.

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