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Facebook übernimmt Teenie-App tbh

Facebook schnappt sich die Komplimente-App tbh.
Facebook schnappt sich die Komplimente-App tbh. (©Facebook/ tbh 2017)

Nach WhatsApp und Instagram hat Facebook möglicherweise einen weiteren dicken Fisch an Land gezogen. Die Teenie-App tbh soll Nutzer dazu ermutigen, nett zueinander zu sein. In den USA ist die Anwendung bereits ein Hit.

Facebook möchte offenbar für einen netteren Umgang von jungen Menschen im Netz sorgen. Deshalb hat der Social-Media-Riese nun die beliebte Teeny-App tbh (Abkürzung für "to be honest") gekauft und möchte diese unter dem eigenen Dach weiterführen, wie das Unternehmen am Montag bekannt gab. Ähnlich wie WhatsApp oder Instagram soll tbh als eigenständige Plattform fortgeführt werden.

Die Komplimente-App ist bei Teenies der Hit

Bislang ist tbh vor allem bei High-School-Schülern in den USA beliebt. Die App wählt zufällig vier Menschen aus der Kontaktliste des Nutzers aus und stellt diesem Fragen zu den Personen. Alle Fragen haben dabei einen positiven Grundton, wie "Wer ist am nettesten?", "Wer ist am ehrlichsten?" oder "Wer hat das hübscheste Lächeln". Die gewählten Personen bekommen das Ergebnis dann mitgeteilt, erfahren aber nicht, von wem das Kompliment stammt. Auf diese Weise nutzt tbh die Anonymität des Internets, um Menschen dazu zu bringen, nett zueinander zu sein.

Allerdings hat tbh auch Kritiker. So kritisieren einige Pädagogen beispielsweise die Anonymität der App, da diese die Jugendlichen davon abhalten würde, die Verantwortung für ihre Handlungen im Netz zu übernehmen. Auch der Effekt, wenn einzelne Nutzer nur sehr wenige oder gar keine Komplimente von anderen erhalten, könnte dazu führen, dass die Betroffenen sich ausgegrenzt und unsicher fühlen.

tbh ist bislang nur eingeschränkt nutzbar

Bislang scheinen die Bedenken den Erfolg der App allerdings nicht zu bremsen: tbh wurde bereits mehr als fünf Millionen Mal aus dem App Store heruntergeladen und soll über zweieinhalb Millionen aktive Nutzer haben. Das ist umso bemerkenswerter, weil die Zielgruppe relativ eng umrissen ist und die App bislang nur für iOS veröffentlicht wurde. Eine Android-Version haben die Entwickler jedoch bereits angekündigt. Sie könnte dank der Übernahme durch Facebook nun möglicherweise noch schneller kommen. Auch eine Ausweitung der App auf andere Länder könnte dank des neuen Mutterkonzerns nun schneller erfolgen.

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