Story

Game of Drones: Wenn Drohnen um die Wette sausen

Mit Drohnen werden mittlerweile richtige Rennen ausgetragen.
Mit Drohnen werden mittlerweile richtige Rennen ausgetragen. (©Mathias Glätzle 2017)

Sie sind klein, superschnell und stecken voller Hightech: Beim Drone Racing zeigen die fliegenden Quadrocopter, welche Power sie haben. Seit Kurzem treten Teams in der "Drone Champions League" gegeneinander an, wo auch Zuschauer den Rausch der Geschwindigkeit erleben können.

Tusch und Vorhang auf für die rasanten Racing-Drohnen, die sich aktuell einer gigantischen Popularität erfreuen. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometer pro Stunde flitzen die DIN-A4-Blatt kleinen Quadrocopter durch die Lüfte. Sie besitzen vier Motoren und vier Propeller und unterscheiden sich damit grundsätzlich von gewöhnlichen Kamera-Drohnen, die im gemächlichen SlowMo-Tempo für ruckelfreie 4K-Videos sorgen sollen.

Drohnenwettkampf: "First Person View"-Prinzip sorgt für extra Adrenalinkick

Den besonderen Adrenalinkick bringt beim Rennen das "First Person View"-Prinzip: Die Piloten am Boden steuern den Flieger über einen Controller und sind per Videobrille mit der Kamera verbunden. Zur Einordnung: Das fühlt sich in etwa so an, als würde man im Flugsimulator eines Tornado Kampfflugjets sitzen. Geboren wurde die Idee Ende 2014 auf einer Farm im australischen Bundesstaat New South Wales, wo sich ein paar Bastler spontan zum Rennen trafen. Als Hindernisse dienten dabei Heuballen und einige alte Scheunen.

Mittlerweile ist daraus ein globaler Trend und Motorsport geworden. In den USA gibt es eine eigene "Drone Racing League", in Europa treffen sich Teams wie "Rotorama" aus Tschechien oder "NEXXBlades" aus Großbritannien in der "Drone Champions League". Amtierende Champions sind die deutschen Piloten von "Flyduino KISS Racing", die im Juni beim finalen Rennen in Paris alle anderen Teams abhängten. Kaum zu glauben: Das Event fand vor 180.000 Zuschauern auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées statt, wo die Quadrocopter nicht nur entlang der berühmten Avenue, sondern auch mehrere Hundert Meter durch einen Tunnel flogen.

 Die Piloten sind per Videobrille mit ihren Quadrocoptern verbunden, die sie per Controller steuern. fullscreen
Die Piloten sind per Videobrille mit ihren Quadrocoptern verbunden, die sie per Controller steuern. (©Mathias Glätzle 2017)

Drohnen sind nicht nur tödliche Militärwaffen ...

Den Siegerpokal in die Höhe recken durfte auch der 17-jährige Niklas Solle (Pilotenname "Upsidedown FPV") aus Bayern, der bereits deutscher Meister und WM-Siebter wurde: "Die Szene wächst in ganz Europa – und solche Events helfen dabei, dass die Menschen beim Begriff 'Drohne' nicht automatisch an tödliche Militärwaffen denken."

Die Drohnen-Racer (meist Jungen und Männer zwischen 15 und 45) treten in drei Disziplinen gegeneinander an: Beim "Time-Trial" wird allein ein Parcours geflogen, vergleichbar mit dem Zeitfahren beim Straßenradrennen. "Drag Race" bezeichnet das 100-Meter-Rennen zwischen zwei oder mehreren Drohnen. Königsdisziplin ist "Rotocross", wo mehrere Teilnehmer (wie beim Motocross oder Autorennen) einen Parcours mit Top-Speed bewältigen müssen.

 Per Langzeitbelichtung und LED-Beleuchtung wird der Drohnen-Parcours optisch festgehalten. fullscreen
Per Langzeitbelichtung und LED-Beleuchtung wird der Drohnen-Parcours optisch festgehalten. (©Mathias Glätzle 2017)

Drone Racing als Sport der Zukunft?

Weltweit organisieren sich die Drohnen-Fans über die "International Drone Racing Association" und verabreden sich zu Events an unterschiedlichen Orten, etwa 2015 in einem stillgelegten Kraftwerk in New York oder in verlassenen Lagerhallen, wo der Parcours mit Hunderten LEDs markiert wird. Hierzulande haben das Brause-Imperium von Red Bull und die Allianz-Gruppe das Adrenalinpotenzial längst erkannt und fördern Events mit hohen Summen.

In den USA treibt der Trend bereits ganz andere Blüten, wo Liberty Media (auch in Besitz der Formel-1-Wettbewerbe), jüngst 20 Millionen US-Dollar in die landeseigene "Drone Racing League" (DRL) investierte. DRL-Geschäftsführer Nicholas Horbaczewski: "Drone Racing ist eindeutig der Sport der Zukunft, mit dem wir Millionen Menschen begeistern werden. Das Erfolgsgeheimnis? Viele Leute fühlen sich an frühe Erlebnisse mit der Playstation erinnert, allerdings werden hier sehr viel mehr Emotionen freigesetzt als beim Videospielen."

Diese und weitere Geschichten findest Du auch in der aktuellen Ausgabe des TURN ON Magazins 05/17, das in allen SATURN Märkten kostenlos ausliegt.

Neueste Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben