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Gerüchte um langweiliges iPhone 7 schuld an Note 7-Krise?

Angeblich brachte Samsung das Galaxy Note 7 überhastet auf den Markt, um Apples iPhone 7 zu schlagen.
Angeblich brachte Samsung das Galaxy Note 7 überhastet auf den Markt, um Apples iPhone 7 zu schlagen. (©YouTube/Samsung Mobile 2016)

Angeblich brachte Samsung das Galaxy Note 7 übereilt auf den Markt. Das Unternehmen soll durch Gerüchte über ein langweiliges iPhone 7 angespornt worden sein, mit dem Note 7 die Kunden zu gewinnen, die vom neuen iPhone enttäuscht sind. Ergebnis war demnach die Krise rund um explodierende Note 7-Akkus.

Laut einem Bericht von Bloomberg, der sich auf anonyme Samsung-Insider bezieht, soll Samsung das Galaxy Note 7 überhastet auf den Markt gebracht haben. Demnach hörte Samsung entzückt die Gerüchte über ein einfallsloses Apple iPhone 7 mit nur wenigen neuen Features. "Falls Samsung den Kunden nichts Aufregendes anbieten würde, so könnte Samsung die Gelegenheit ergreifen", wie Bloomberg das damalige Denken der Top-Manager von Samsung umschreibt.

Auf Kundenfang bei enttäuschten Apple-Jüngern

Würde man Apple die Kunden wegnehmen können? Mit 2,5 Millionen verkauften Galaxy Note 7-Phablets sah es zunächst gut aus für die Südkoreaner. Doch dann fingen die Berichte an über brennende Phablets und explodierende Akkus. Samsung wollte von nun einen guten Eindruck machen und entschlossen handeln.

So rief das Unternehmen das Note 7 in einer Pressekonferenz zurück. Dann riet Samsung den Kunden, ihre Phablets nicht unbeaufsichtigt aufzuladen, dann sie nicht mehr zu verwenden, dann ein Software-Update zu installieren, das die Akkus vom Überhitzen abhalten sollte und nebenbei richtete Samsung eine Telefonnummer und ein Webformular für die Rücknahme ein. In den USA führte das Unternehmen den Rückruf selbst durch, obwohl dies normalerweise über die Behörde Consumer Product Safety Commission (CPSC) erledigt wird, was einen CPSC-Mitarbeiter dazu bewegte, Samsung zu empfehlen, der Hersteller möge einmal sein Gehirn untersuchen lassen.

Zulieferer und Akkus unter großem Druck

Wie es im Bloomberg-Bericht heißt, setzte Samsung seine Zulieferer angeblich unter großen Druck, um das Note 7 möglichst schnell veröffentlichen zu können. Laut einer CPSC-Untersuchung war der Akku des Note 7 etwas zu groß für das Gehäuse, was bei manchen Geräten zu einem Kurzschluss führte. Insgesamt könnte der Rückruf Samsung rund zwei Milliarden US-Dollar kosten. "Der potenzielle Schaden für den Ruf Samsungs ist viel größer als die vorübergehenden finanziellen Verluste", sagte der Business-Administration-Professor Chang Sea Jin von der National University of Singapur zum Fall.

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