Google Chrome hat jetzt einen eingebauten Adblocker

Chrome filtert in Zukunft nervige Werbung aus dem Internet.
Chrome filtert in Zukunft nervige Werbung aus dem Internet. (©TURN ON 2017)
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Der Browser Google Chrome verfügt ab sofort über einen eingebauten Adblocker, der nervige Werbung ein für alle Mal aus dem Internet verbannen soll. Der Adblocker ist dabei Teil einer Strategie, mit der die Akzeptanz von Online-Werbung insgesamt gesteigert werden soll.

Schon lange plant Google einen eingebauten Werbeblocker für seinen Webbrowser Chrome. Nun ist es endlich so weit: Am Mittwoch gab der Internetriese im Chromium-Blog den Launch des offiziellen Chrome-Adblockers bekannt. Dieser soll allerdings nicht die komplette Werbung filtern, sondern lediglich die Werbeformate, die für Nutzer besonders nervig sind.

Der Adblocker soll nervige Werbung aus dem Netz verbannen

Vor allem Werbeanzeigen, die den gesamten Screen oder große Teile davon bedecken, sowie Autoplay-Videos sollen in Zukunft automatisch von Chrome blockiert werden. Diese Formen der Online-Werbung verstoßen laut Google gegen die Vorgaben der Coalition for Better Ads, zu der neben dem Suchmaschinen-Konzern unter anderem auch Facebook und Microsoft gehören. Nutzer, die den Chrome-Browser verwenden, sollen also in Zukunft von solch nervigen Formen der Online-Werbung verschont bleiben.

Google möchte anderen Adblockern das Wasser abgraben

Mit dem Vorgehen möchte Google die Betreiber von Internetseiten dazu erziehen, in Zukunft nur noch solche Werbebanner einzusetzen, von denen sich die Nutzer nicht gestört fühlen. Dabei spielt es eine große Rolle, dass Google selbst der größte Anbieter von Online-Anzeigen ist. Als solcher hat der Konzern ein Interesse daran, dass Nutzer Internetwerbung grundsätzlich akzeptieren und keine zusätzlichen Werbeblocker nutzen. Das Hauptziel des eingebauten Adblockers von Chrome dürfte also darin bestehen, die Nutzer davon abzubringen, andere Werbeblocker zu installieren.

Die Betreiber von Websites, auf denen Chrome nervige Werbung ausfindig macht, sollen übrigens automatisch eine Mitteilung erhalten, dass ihre Werbebanner störend für die Nutzer sind. Sollten diese die Warnungen mehrfach ignorieren, würde Chrome damit anfangen, sämtliche Werbeanzeigen von den jeweiligen Websites zu filtern.

Nutzt Google seine Macht aus?

Dieses Vorgehen von Google ist alles andere als unproblematisch, denn es könnte auch als eine Art der Erpressung interpretiert werden. Chrome ist mittlerweile der mit Abstand beliebteste Webbrowser auf Desktop- und Mobilgeräten und hat eine entsprechende Marktmacht. Das vollständige Blockieren von Website-Werbung durch den Browser könnte für Website-Betreiber deshalb erhebliche finanzielle Folgen haben.

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