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Google plant wohl eingebauten Adblocker für Chrome

Google soll an einem Adblocker für Chrome arbeiten.
Google soll an einem Adblocker für Chrome arbeiten. (©TURN ON 2017)

Ausgerechnet Google, der größte Anbieter von Online-Werbung, arbeitet offenbar an einem eingebauten Adblocker für Chrome. Mit diesem könnte das Unternehmen vor allem nervige Werbeformen wie Popups und Autoplay-Videos aus dem Netz verbannen.

Der Chrome-Browser von Google ist der meistgenutzte Webbrowser der Welt und auf Smartphones und Desktop-Rechnern gleichermaßen beliebt. Zusätzlich ist Google auch der weltweit größte Anbieter von Internetwerbung vor Facebook und diversen anderen Vermarktern. Wenn nun dieses Unternehmen an einem eigenen Adblocker für Chrome arbeitet, wie das Wall Street Journal am Mittwoch berichtet, dann ist das nichts anderes als eine Sensation.

Laut dem Bericht der Zeitung könnte der Werbeblocker für Chrome bereits in wenigen Wochen fertiggestellt sein und sowohl in die Desktop-Variante als auch für die mobile Version des Browsers Einzug halten. Google selbst hat bislang aber weder einen Zeitplan noch die Entwicklung des Adblockers insgesamt bestätigt.

Warum ein Werbeanbieter einen Adblocker entwickelt

Das ausgerechnet Google als größter Anbieter von Online-Werbung einen Adblocker für Chrome entwickelt, erscheint zunächst widersprüchlich. Doch tatsächlich hat das Unternehmen ein großes Interesse daran, nervige Werbung im Netz zu unterbinden, um so die Akzeptanz der Nutzer für Internetwerbung insgesamt zu verbessern. Bereits 2016 hatten sich Google, Facebook und einige andere Werbeanbieter zur sogenannten Coalition for Better Ads zusammengeschlossen. Diese Vereinigung hat das Ziel, die Qualität der Online-Werbung zu erhöhen, um dadurch insgesamt die Adblocker-Rate zu senken.

Erst im März dieses Jahres hatte die Vereinigung vier Werbeformen genannt, die in Zukunft als unzulässig eingestuft werden soll. Dazu zählen Pop-Ups, Vorschaltseiten mit Countdown, Autoplay-Videos mit Ton und übergroße Werbebanner. Es wäre also möglich, dass der eingebaute Adblocker in Chrome genau diese Werbeformen in Zukunft automatisch herausfiltern könnte. Andere Werbeformen dürfte der Werbeblocker jedoch trotzdem durchlassen.

Chrome-Adblocker könnte Internetwerbung dauerhaft verändern

Konkurrenten könnten Google bei diesem Plan allerdings vorwerfen, dass der Konzern versuchen würde, diese aus dem Geschäft zu drängen und nur noch die eigene Online-Werbung anzuzeigen. Diesen Vorwurf muss der Entwickler natürlich entkräften.

Für andere Anbieter von Adblockern wie etwa Adblock Plus könnte ein eingebauter Werbeblocker in Chrome hingegen der Todesstoß sein. Sollte es Google und anderen Browser-Anbietern gelingen, nervige Werbung schon von Haus aus herauszufiltern, dann werden sicherlich weniger Nutzer überhaupt darüber nachdenken, sich noch einen zusätzlichen Werbeblocker zu installieren. Gleichzeitig würde damit der Druck auf andere Werbeanbieter erhöht, auf nervige Werbung wie Autoplay-Videos oder Popups zu verzichten.

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