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Huawei-Boykott durch ARM lähmt die Chip-Produktion von HiSilicon

Huaweis Prozessor-Sparte steht vor einer unsicheren Zukunft.

Nach Intel und Qualcomm schließt sich auch ARM dem Huawei-Boykott an. Da alle in Smartphones verwendeten Prozessoren auf ARM-Technologie basieren, könnte dies das Aus für die Chip-Produktion der Chinesen bedeuten.

Wenn Huawei gedacht hatte, es würde bei den von den USA verhängten Technologie-Sanktionen mit einem blauen Auge davon kommen, könnte sich das seit heute schlagartig geändert haben. Nachdem Chip-Hersteller wie Intel, Broadcom oder Qualcomm bereits am Montag ihre Geschäftsbeziehungen mit dem chinesischen Konzern aufgekündigt hatten, folgte heute auch der britische Konzern ARM, wie BBC News berichtet.

Huawei ist bislang auf die ARM-Technologie angewiesen

Der Boykott durch ARM ist dabei noch deutlich schwerwiegender als jener von Intel, Qualcomm und Co. – jedenfalls, wenn es um die Smartphone-Sparte von Huawei geht. Die Prozessor-Architektur von ARM ist es nämlich, auf der alle Android (und iOS)-Prozessoren und -Anwendungen basieren. Ohne den Zugang zu den Technologien von ARM wäre es für Huaweis Chip-Sparte HiSilicon nicht mehr möglich, eigene Prozessor-Chips wie den Kirin 980 zu fertigen. Auch diese basieren nämlich auf den Technologien des britischen Konzerns.

Natürlich wissen wir nicht, welche Hard- und Software-Innovationen Huawei noch in der Hinterhand hat, um den Technologie-Boykott der US-Regierung möglicherweise zu umgehen. Ohne Zugriff auf die ARM-Architektur dürfte es aber schwierig bis unmöglich sein, zeitnah ein Android-kompatibles System auf die Beine zu stellen. Möglicherweise ist es für das Unternehmen sogar unmöglich, in Zukunft überhaupt neue Smartphone-Prozessoren entwickeln.

ARM geht (vorerst) auf Nummer Sicher

Dabei ist offenbar selbst den Verantwortlichen im Unternehmen noch nicht so recht klar, ob ARM als britisches Tochterunternehmen des japanischen Konzerns Softbank von den Sanktionen gegen Huawei überhaupt betroffen ist. Wie aus einem internen Memo an die Mitarbeiter hervorgeht, befürchtet man aber genau das, da einige der Entwicklungsabteilungen von ARM in den USA ansässig sind. Gut möglich, dass der Konzern vorerst auf Nummer sicher gehen will, bis sich die Situation etwas mehr aufgeklärt hat.

So oder so soll die Entscheidung, zumindest auf die Entwicklung aktueller Huawei-Prozessoren, keinen Einfluss haben. Welche Auswirkungen langfristig entstehen, wird sich vermutlich zeigen, sollten Huawei und die US-Regierung zu keiner Einigung finden.

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