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Huawei Mate 10: So stark wird der neue Kirin-970-Chip

Der Kirin 970 soll der erste KI-Chip für Smartphones sein.
Der Kirin 970 soll der erste KI-Chip für Smartphones sein. (©YouTube/ Huawei Mobile 2017)

Im Huawei Mate 10 soll erstmals der Kirin-970-Prozessor eingesetzt werden. Als erster Chip seiner Art verfügt dieser über eine separate Recheneinheit für Künstliche Intelligenz. Damit möchte Huawei die Prozessoren von Apple, Qualcomm und Samsung schlagen.

Wenn es um die Entwicklung von Prozessor-Chips von Smartphones geht, dann waren bislang vor allem Apple, Qualcomm und Samsung die ersten Adressen, die sich jedes Jahr gegenseitig mit neuen Höchstleistungen übertrumpften. Doch im Schatten dieser drei hat sich mittlerweile auch Huawei mit seiner Prozessorschmiede HiSilicon zu einem ernst zu nehmenden Wettbewerber gemausert. Mit dem neuen Kirin 970, den Huawei-Chef Richard Yu im Rahmen der IFA erstmals offiziell vorgestellt hat, schicken sich die Chinesen nun sogar an, die Pole Position im Segment der Chipentwicklung für mobile Geräte zu übernehmen.

Der erste mobile KI-Chip der Welt

Im Vergleich zu den Prozessoren der Konkurrenz handelt es sich beim Kirin 970 um einen Chip, der speziell für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz entwickelt wurde. Zusätzlich zur Kernrecheneinheit, der sogenannten CPU (Computer Processing Unit) und der Grafikeinheit GPU (Graphic Processing Unit), verfügt der Kirin 970 auch über eine sogenannte NPU (Neural Processing Unit) für die Berechnung von KI-Aufgaben. Der High-End-Chip wurde nach dem 10-Nanometer-Verfahren gefertigt und bietet Platz für 5,5 Milliarden Transistoren.

Komplexe KI-Berechnungen sollen direkt im Smartphone stattfinden

Die NPU kann im Kirin 970 Aufgaben wie das Analysieren und Optimieren von Fotos, Gesichts- und Spracherkennung sowie viele weitere Prozesse übernehmen, für die in anderen Prozessoren die herkömmlichen Prozessorkerne belastet werden. Die NPU soll diese Aufgaben sogar schneller erledigen können als die CPU-Kerne anderer Prozessoren. Auch die Energieeffizienz soll bei derartigen Rechenoperationen deutlich über der von anderer Prozessoren liegen.

Rechenaufgaben, die bislang entweder in der Cloud oder unter hoher Last in der CPU durchgeführt wurden, sollen demnach mit dem Kirin 970 in Zukunft bequem auf dem Smartphone oder Tablet selbst möglich sein. Apple und Qualcomm arbeiten seit Längerem an ähnlichen Verfahren, haben diese jedoch bislang nicht zur Serienreife gebracht.

Das schnellste LTE-Modem der Welt

Zusätzlich ist der Kirin als All-in-One-Chip mit dem schnellsten LTE-Modem ausgestattet, das bislang verfügbar ist. Im Download sollen so bis zu 1,2 Gbit/s möglich sein und im Upload 150 Mbit/s. Damit ist der Huawei-Chip sogar schneller als das X16-Modem im Qualcomm Snapdragon 835.

Zum Einsatz kommen soll der Kirin 970 erstmals beim Huawei Mate 10, das am 16. Oktober vorgestellt wird. Auch andere Huawei-Smartphones und Honor-Geräte sollen in naher Zukunft den neuen KI-Chip bekommen. Was der Prozessor wirklich kann und ob er die Chips der Konkurrenz wirklich schlägt, wird sich erst zeigen, wenn die Endgeräte verfügbar sind.

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