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Huaweis Android-Ersatz ist wohl Ende 2019 fertig

Das Honor 20 Pro könnte das erste Smartphone mit Huaweis Ark OS werden.
Das Honor 20 Pro könnte das erste Smartphone mit Huaweis Ark OS werden.

Huawei wird sein eigenes mobiles Betriebssystem voraussichtlich Ende 2019 in China und im Jahr 2020 international veröffentlichen. Dem Unternehmen zufolge soll es mit Android-Apps voll kompatibel sein. Die Chips von Qualcomm und Intel möchte Huawei durch hauseigene Varianten ersetzen.

Alaa Elshimy, Managing Director und Vice President der Huawei Enterprise Business Group Middle East, hat nun gegenüber Tech Radar die nächsten Schritte von Huawei verraten. Demnach hat das chinesische Unternehmen bereits mit dem US-Handelsverbot gerechnet. "Huawei wusste, dass das kommt und hat sich vorbereitet", so Elshimy. Laut einer offiziellen Huawei-Stellungnahme gegenüber Tech Radar ist Huaweis mobiles Betriebssystem mit dem Codenamen HongMeng für Ende 2019 in China geplant und 2020 soll die internationale Version fertig sein.

Inzwischen hat Huawei das Betriebssystem als "Ark OS" beim Deutschen Patent- und Markenamt eingereicht, wie Caschy schreibt.  Der Tech-Blogger hat auch einige erste Screenshots von Ark OS veröffentlicht, das Apples iOS ähnelt.

Hauseigene Chips und eigenes Betriebssystem

Das Betriebssystem soll nicht nur Android ersetzen, sondern wird voraussichtlich mit Smartphones, PCs, Tablets, TVs, Smart Cars, Smartwatches, Wearables und anderen Geräten kompatibel sein. Dabei sollen alle Android-Apps laut Elshimy ohne Anpassung auf dem Huawei-System laufen, aber ob es alle Apps aus dem Play Store in Huaweis App-Store schaffen, bleibt abzuwarten.

Vielleicht noch überraschender ist Huaweis Versicherung, alle für Smartphones benötigte Chips, die bislang etwa von Qualcomm und Intel stammten, durch eigene Chips ersetzen zu können. "Wir haben alle Chips bis auf die Intel-Chips für PC und Server", meinte Elshimy. Und selbst die Intel-Chips möchte Huawei zukünftig mit seinem eigenen Prozessor auf ARM-Basis ersetzen. Eigentlich hatte auch ARM die Zusammenarbeit mit Huawei eingestellt, was Elshimy nicht kommentierte. Auch ein Oracle-ähnliches Datenbanksystem möchte Huawei veröffentlichen.

Huawei darf weiterhin Geräte mit Wi-Fi, Bluetooth und SD-Kartenslots bauen

Aber was ist mit Wi-Fi, Bluetooth und SD-Kartenslots? Schließlich wurde Huawei aus den Industriezusammenschlüssen hinausbefördert, die Standards für diese Systeme festlegen. Das bedeutet laut Elshimy nicht, dass Huawei keine Geräte mit Wi-Fi, Bluetooth und SD-Kartenslots mehr bauen dürfte, sondern sie dürften nur nicht mehr mitreden und "der größte Verlierer wird die (Wi-Fi) Alliance sein, wenn sie uns weiterhin ausschließen."

Auch Unternehmensgründer Ren Zhengfei hatte sich in einem Bloomberg-Interview überaus selbstsicher zum Huawei-Bann durch die USA und zur Zukunft des Unternehmens geäußert"Ich habe die amerikanischen Technologien von morgen gestohlen. Die USA haben diese Technologien noch nicht einmal."

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