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IFA 2015: Diese 6 Messe-Highlights haben uns begeistert

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TurnOn_IFA2015_Samsung (©TURN ON 2015)

Auf der IFA 2015 in Berlin haben die Hersteller natürlich jede Menge Neuheiten vorgestellt. Unsere Redakteure Jens, Franzi und Patrick haben sich auf der Messe umgeschaut und stellen ihre persönlichen Highlights aus der Welt der Technik vor.

1. Huawei Mate S – Design-Flaggschiff aus China

Patrick: Es kommt selten vor, dass mir ein Smartphone ein Staunen entlocken kann. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass sich die Geräte mittlerweile zu stark ähneln. Alle Funktionen und Features hat man irgendwo schon einmal gesehen – und selbst der Unterschied zwischen Android und iOS ist mittlerweile in den meisten Bereichen zur reinen Geschmacksfrage verkommen.

So hatte ich auch keine großen Erwartungen, als ich mich auf der IFA 2015 auf den Weg zum Stand von Huawei gemacht habe, um mir dort das neue Mate S mal genauer anzuschauen. Als ich das Gerät in der Hand hatte, kam ich dennoch nicht umhin, ein wenig zu staunen. Das, was Huawei mit dem Mate S abliefert, hat gute Chancen, als schickstes Smartphone des Jahres 2015 in die Geschichte einzugehen. Das Gerät wirkt unheimlich gut verarbeitet und hochwertig, hier stellt es so ziemlich alle anderen Smartphone-Flaggschiffe in den Schatten. Zunächst konnte ich kaum glauben, dass es sich um ein 5,5-Zoll-Device handelt und hätte aufgrund der grazilen Form eher auf ein 5,0-Zoll-Smartphone getippt.

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Edler geht es kaum: Das Huawei Mate S ist ein Hingucker. (©TURN ON 2015)

Im Betrieb konnte mich das Huawei Mate S mit seinem sehr guten Fingerabdrucksensor überzeugen, der auch als Touchpad funktioniert – eine kleine, aber sehr praktische Funktion, die es bislang nur bei Huawei gibt. Leider hatte ich keine Chance, die Luxury Edition des Smartphones mit Force Touch ausführlich zu testen. Diese bietet weitere Bedien-Features wie Touch Control und Smart Corners. Damit unterstützt das Gerät eine Art von Touch-Shortcuts. Zeichnet man mit wenig Druck beispielsweise ein "C" auf das Display, wird automatisch die Kamera-App gestartet.

Obwohl mir nur eine kurze Zeit zur Verfügung stand, um mir das Mate S auf der Messe genauer anzuschauen, ist das Gerät für mich ein echtes Highlight und nach dem Ersteindruck durchaus ein Anwärter auf den Titel "Smartphone 2015". Ganz so leicht möchte ich es Huawei allerdings dann auch nicht machen. Was das Mate S letztlich wirklich kann, muss natürlich ein finaler Test zeigen.

2. Nix da, Huawei! Ich brauche das Galaxy Note 5!

Franzi: Zugegeben – ich hatte das Huawei Mate S nur ganz kurz in der Hand und konnte es nicht wirklich antesten, bevor ich weiter zum Termin mit Samsung Mobile musste. Aber für mich kam auf der IFA 2015 kein Smartphone am Samsung Galaxy Note 5 vorbei. Das neue Phablet ist nicht nur hardwareseitig derzeit kaum zu toppen. Samsung hat dem Modell auch einige praktische Features spendiert, die kein anderes Smartphone mitbringt.

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Auf dem Galaxy Note 5 lassen sich auch im Stand-by Notizen anfertigen. (©TURN ON 2015)

Absolutes Highlight ist natürlich die namensgebende Note-Funktion. Diese macht das Phablet in meinen Augen zum perfekten Business-Smartphone. Zieht man den S Pen aus seinem Slot, hat man nicht nur die Möglichkeit, Notizen auf Screenshots von Webseiten, Präsentationen Videos und Co. zu machen. Auch eine schnelle Bildbearbeitung, das Markieren von Bildbereichen mit dem Stift, das Ausschneiden und Einfügen von Bildteilen und Weiteres ist ohne großen Aufwand schnell gemacht. Und noch viel cooler: Notizen lassen sich ebenso auf dem ausgeschalteten Display anfertigen – praktisch als Post-it-Alternative für schnelle To-Do-Listen oder Anrufmemos. Die verhassten Klebezettel, die niemals dort halten, wo sie sollen, hätten damit ausgedient.

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Beim Galaxy Note 5 stimmen meiner Meinung nach Hardware und Software. (©TURN ON 2015)

Ich spreche von "hätten ausgedient", weil Samsung das Galaxy Note 5 nicht in Deutschland verkaufen will. Angeblich würden europäische Kunden den Stylus so gut wie nicht nutzen. Stattdessen wird hierzulande nur das Galaxy S6 Edge+ angeboten, den mit dem Note 5 nahezu identische große Modellbruder des Galaxy S6 Edge. Der große Haken ist aber natürlich die fehlenden Note-Funktion. Jetzt mal ehrlich: Ich kann doch nicht die einzige sein, die statt zum großen Edge-Phablet lieber zum Note-Bruder greifen würde?

3. OLED-Fernseher von LG... und Panasonic

Patrick: Flachbildfernseher haben in den vergangenen Jahren etwas von ihrem Reiz verloren. Ganz gleich, ob Sony, Panasonic, LG, Philips oder Samsung – brillante Displays mit hoher Auflösung bieten mittlerweile alle großen Hersteller, und die Unterschiede halten sich in Grenzen. Trotzdem gibt es eine Technologie, die den Fernsehmarkt wieder sehr interessant machen kann. Die Rede ist von den OLED-Displays, die auf der diesjährigen IFA zumindest bei LG erstmals im Mittelpunkt der Präsentation standen.

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Nur mit OLED-TVs lassen sich wirklich beeindruckende Schwarzwerte erzielen. (©TURN ON 2015)

Die Faszination der OLED-TVs lässt sich nur erklären, wenn man sich vor Augen hält, welche Schwächen die etablierte LED-LCD-Technik noch immer plagen. Als Heimkino-Fan nervt es mich beispielsweise, wenn ich in einem abgedunkelten Raum einen Film schaue und das Schwarz auf dem Fernseher einfach nicht wie Schwarz wirkt, sondern eher wie ein sehr dunkles Grau. Dieser Effekt ist der Funktionsweise der LCD-TVs geschuldet. Da die Flüssigkristalle nicht von selbst leuchten, müssen diese permanent von einer Hintergrundbeleuchtung aus kleinen LED-Lampen angestrahlt werden. Schwarz bleibt somit einfach nicht Schwarz.

OLED-Displays bestehen hingegen aus selbstleuchtenden organischen Stoffen und benötigen damit keine separate Hintergrundbeleuchtung. Das Ergebnis ist verblüffend: Schwarz ist endlich Schwarz, und helle Farben wirken trotzdem deutlich intensiver als auf LCD-Bildschirmen. LG zollt der Technologie auf der IFA Tribut, indem der Hersteller einen großen Teil seines Messestands komplett in Schwarz hüllt und die OLED-Fernseher darin wirken lässt.

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Mit Panasonic steigt endlich ein zweiter Hersteller ins OLED-Business ein. (©TURN ON 2015)

Doch LG ist nicht mehr der einzige Hersteller, der OLED-Fernseher im Angebot hat. Auch die neue 900er-Serie Panasonic kommt mit OLED-Display daher und macht mir Hoffnung, dass sich die Technologie nach langem Anlauf nun endlich auch im TV-Bereich durchsetzen könnte. Je mehr Hersteller auf den OLED-Zug aufspringen, desto schneller dürften auch die Preise für entsprechende TV-Geräte in bezahlbare Dimensionen sinken.

4. Android TV gehört die Zukunft

Franzi: Hier muss ich Patrick auf jeden Fall Recht geben. OLED-TVs wirken bei Weitem beeindruckender als die weit verbreiteten Fernseher mit LED-Technik. Aber nicht nur hardwareseitig, auch softwareseitig wartete die IFA 2015 mit einer wirklich interessanten Neuerung im TV-Bereich auf: Android TV. Dahinter verbergen sich, was der Name bereits verrät – neue Fernsehermodelle mit Googles mobilem Betriebssystem. Das macht die TV-Geräte quasi zu riesigen Tablets. Bisher allerdings noch ohne Touch-Funktion.

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Hat in meinen Augen großes Potenzial: Android TV bei Philips. (©TURN ON 2015)

Die Bedienung der Android TV-Modelle bei Philips funktionierte dennoch sehr intuitiv. Schließlich kennt man die Benutzeroberfläche bereits vom Smartphone. Auf dem Fernseher sieht das System zwar anders aus, die Funktionalität ist aber dieselbe. Per Fernbedienung oder Gaming-Controller lässt sich durch Menüs und Apps navigieren. Viele Anwendungen sind bereits vorinstalliert, andere lassen sich aus dem Google Play Store herunterladen. So kommen die vom Smartphone bekannten Games auch auf den Fernseher und lassen sich in völlig neuen Dimensionen erleben.

Wer nicht gerade Android-Games via Konsolencontroller zockt, kann etwa Filme und Serien streamen – eine Netflix-Taste liefert Philips auf der Fernbedienung gleich mit. Für die vereinfachte Suche nach YouTube-Videos und Co. ist die Fernbedienung zudem mit einer Tastatur auf der Rückseite ausgestattet. Das sollte meiner Meinung nach jeder Smart TV bieten. Sind alle Games gezockt und alle Serien gestreamt, kann man zur Not auch immer noch ganz gewöhnlich fernsehen mit Android TV.

5. Asus ZenFone 2 Deluxe: Ein schöner Rücken kann eben doch entzücken

Patrick: Dieses Gerät in meiner persönlichen IFA-Topliste dürfte sicherlich einige überraschen. Viele hätten hier vermutlich eher das Samsung Galaxy Note 5 oder das Sony Xperia Z5 gesehen. Keine Frage, beide sind sicherlich hervorragende Smartphones. Das ZenFone 2 Deluxe ist mir aus einem bestimmten Grund jedoch stärker im Gedächtnis haften geblieben. Dieser Grund lautet Formfaktor: Denn während die meisten Smartphones heute schon rein äußerlich vollkommen austauschbar wirken, zieht die Deluxe-Version des neuen ZenFone mit seiner sehr außergewöhnlich gestalteten Rückseite die Blicke sofort auf sich.

Doch Moment, was bitte kann an einer Plastik-Rückseite so besonders sein? Nun, im Falle des Asus ZenFone 2 Deluxe ist es deren Gestaltung. Die Rückseite ist nämlich nicht glatt, sondern besteht aus 580 kleineren polygonförmigen Flächen. Das macht in meinen Augen nicht nur optisch Eindruck, sondern fasst sich auch sehr angenehm an. Natürlich dürfte das aber Geschmackssache sein.

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Die Rückseite des ZenFone 2 Deluxe hat eine außergewöhnliche Form. (©TURN ON 2015)

Hardwareseitig gibt sich das ZenFone 2 Deluxe übrigens auch keine Blöße. Angetrieben wird das Smartphone von einem Intel Atom Z3580 mit 2,3 GHz, der Arbeitsspeicher fällt mit 4 GB RAM sehr üppig aus. Beim internen Speicher soll es zudem Ausführungen zwischen 32 und 128 GB geben, sodass auch hier theoretisch genug Reserven da sein sollten. Zur Not kann auch noch eine microSD-Karte eingesetzt werden. Nur ein Fingerabdrucksensor fehlt leider – schade eigentlich, stattdessen aber eine Schnelladefunktion. Ach ja, das Display besitzt übrigens eine Größe von 5,5 Zoll und löst mit 1080 x 1920 Pixeln auf.

Angesichts der vielen, vielen neuen Smartphones, die es auf der IFA 2015 zu bestaunen gab, mag meine Präferenz für das ZenFone 2 Deluxe von Asus vielleicht etwas eigen wirken, allerdings ähneln sich die meisten Geräte in Form und Funktionen ohnehin sehr stark. Da bin ich ganz froh, wenn ein Hersteller zumindest beim Design mal etwas Neues probiert.

6. Samsung Gear S2 vor Moto 360

Franzi: Bleibt mir bloß weg mit Smartwatches! So dachte ich noch bis zum Start der IFA 2015. Nachdem ich bereits einige Modelle testen durfte, etwa die LG G Watch R und die Samsung Gear S, war ich mir sicher: Die nächsten Jahre wird keine noch so schlaue Uhr dauerhaft an meinem Handgelenk landen. Dafür bringen die Wearables einfach noch zu viele Nachteile mit – allen voran ihre Größe. Während es klassische Uhren auch für schmale Frauenarme gibt, sind bisherige Smartwatches größtenteils richtige Klopper. Schließlich muss die Technik, die den Unterschied zur Armbanduhr ausmacht, auch irgendwo unterkommen.

Die IFA 2015 belehrte mich nun eines Besseren. Die erste kleine Überraschung brachte die zweite Moto 360 von Motorola, die auf dem Lenovo-Presseevent am 2. September enthüllt wurde. Das neue Modell wird nämlich in mehreren Varianten verfügbarsein, unter anderem plant der Hersteller auch eine Women's Collection. Diese fällt schon einmal spürbar schlanker aus als noch die erste Generation der Moto 360.

Noch mehr angefixt hat mich allerdings die Samsung Gear S2. Die Nachfolgerin der getesteten Gear S kommt jetzt nicht nur rund statt eckig daher. Die neue Smartwatch ist auch definitiv das schlankste Modell, das ich bislang umlegen durfte. Insbesondere die Classic-Version muss ich daher einfach zu meinen persönlichen IFA-Highlights zählen – diese hat mich wirklich überrascht. Highlight der Uhr ist neben ihrem schlanken Design auch die drehbare Lünette, mit der man durch Menüs und Apps navigiert. Und nicht zuletzt finde ich Tizen aktuell eine wirklich ansehnliche  Alternative zum bisher wenig überzeugenden Android Wear-System. Nun freue ich mich tatsächlich wieder darauf, eine Smartwatch genauer testen zu können!

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