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iFixit erklärt, warum das Galaxy Fold so empfindlich ist

Das Galaxy Fold verspätet sich – weil das Display empfindlicher ist als gedacht.
Das Galaxy Fold verspätet sich – weil das Display empfindlicher ist als gedacht.

Der Launch des Galaxy Fold entwickelt sich immer mehr zum PR-Fiasko für Samsung. Displayprobleme sorgten dafür, dass der Release nun auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. Die Smartphone-Experten von iFixit haben auch einige Ideen, warum es so weit kommen musste.

Samsung wollte das erste faltbare Smartphone auf den Markt bringen – und steht nun vor dem nächsten PR-Debakel nach dem Galaxy-Note-7-Skandal. Das Galaxy Fold machte bei ersten Testern keine gute Figur: The Verge, CNBC, Bloomberg, das Wall Street Journal und YouTuber Marques Brownlee berichteten allesamt von Displaydefekten nach ein paar Tagen der Nutzung. Samsung musste den Release des Galaxy Fold daraufhin verschieben. Für die Teardown-Experten von iFixit kommt das wenig überraschend. Obwohl sie selbst noch kein Exemplar des faltbaren Smartphones auseinandernehmen konnten, haben sie ein paar Ideen, was hinter den Displayproblemen stecken könnte.

OLED-Displays haben einen entscheidenden Nachteil gegenüber LCD

Samsung fertigte im Jahr 2017 rund 89 Prozent aller AMOLED-Displays weltweit. Auch der OLED-Screen des iPhone X stammt von Samsung. Als Marktführer in diesem Bereich wird der Hersteller wissen, dass OLED-Displays zwar viele Vorteile, aber auch einen gehörigen Nachteil gegenüber LCDs haben: Sie sind extrem empfindlich. Ein kleiner Defekt der dringend notwendigen Schutzschicht kann das gesamte Display unbrauchbar machen. Das Problem beim Galaxy Fold: Hier konnte keine starke Schutzschicht – wie zum Beispiel Gorilla Glass – zum Einsatz kommen. Das Smartphone wäre dann nicht faltbar.

Menschen ticken anders als Roboter

Da OLED-Screens so empfindlich sind, können kleinste Partikel Probleme verursachen. Der Aufbau des Galaxy Fold lädt Staub aber geradezu ein, wirklich luft- und staubdicht abgeschlossen scheint der Faltmechanismus keineswegs. Dass Samsung eine Schutzfolie auf das Fold aufbrachte, ist zwar löblich. Allerdings sind Smartphone-Besitzer seit Jahren darauf konditioniert, sämtliche Folien von neuen Geräten abzuziehen. Dass das in diesem Fall zu Defekten führen kann, hätte man vermutlich gar nicht deutlich genug kommunizieren können.

Obwohl Samsung die Langlebigkeit des Displays mithilfe von Robotern testete, ist es vor allem der Alltagseinsatz, der Probleme verursacht. Schließlich sehen die immer gleichförmigen Bewegungen von Robotern ganz anders aus als das Falten durch die Nutzer, die mal mehr und mal weniger Druck ausüben, mal schneller und mal langsamer falten – und nicht immer dieselbe Stelle erwischen. Denn eine vorgefertigte Falte hat das Galaxy Fold nicht. Das Display wird also immer unterschiedlich stark beansprucht.

Nun bleibt es spannend: Wird Samsung die Displayprobleme, die ja vermutlich dem Smartphone-Konzept geschuldet sind, in den Griff bekommen? Oder müssen wir uns vom faltbaren Samsung-Modell schon wieder verabschieden, bevor es offiziell herausgekommen ist?

Das sagt Franziska:
Das Debakel um das Galaxy Fold zeigt mal wieder, dass es nicht immer erstrebenswert ist, um jeden Preis der erste am Markt zu sein. Da lacht sich Apple vermutlich nur leise ins Fäustchen. Was meinst Du: Gehört so viel Mut belohnt oder hat Samsung einfach fahrlässig gehandelt?
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